Etappe 22: Pastrengo – Monzambano

Umberto hat mir in der Bäckerei für mein Frühstück extra ein Brioche mit Konfitüre und einen Berliner mit Creme-Füllung besorgt. Er setzt sich zu mir an den Tisch und hat einige Fragen zu meiner Reise. Ich verlasse Pastrengo Richtung Norden, um die gelben Pfeile wiederzufinden. Heute ist es sehr schön, wenig Asphalt und ländlich. Schon von weitem sehe ich eine Kirche auf dem Hügel und denke mir, da muss ich bestimmt hinauf. Aber ganz sicher, Pilger machen das. So komme ich nach Colà di Lazise. Eine kurze Pause draussen vor der Bar, dabei einen ☕️und ein kleines 🍺 trinken, anschliessend die Kirche ⛪️ besichtigen und weiter.

Beim 12. Kilometer kommt mir ein Wanderer entgegen und begrüsst mich mit meinem Namen, zu meinem Erstaunen ist es Andrea, der Initiator der Via Postumia. Wir laufen zusammen am Gardaland vorbei an den See, ab hier ist es mit der Ruhe vorbei. Es hat Leute ohne Ende, Fahrradfahrer 🚴 in beide Richtungen. Wir wandern dem Uferweg entlang nach Peschiera del Garda. Der verschneite Monte Baldo 2’218m ähnelt einem „Vulkan“.

Umberto hat mir beim Frühstück die Trattoria Al Ponte di Lucca Tonoli empfohlen und gesagt, ich solle Lucca Grüsse ausrichten. Wir essen Tagliolini al Pesto, dazu ein Viertel Weisswein. Als ich die Rechnung bezahlen will, hat Andrea das bereits erledigt, da ich sein Gast sei. Nach einer Stippvisite ins Zentrum zum Gelato geht er zurück zum Bahnhof, ich auf die Stadtmauer. Er fliegt heute noch zu seinen Eltern nach Sardinien, um dort mit ihnen das Osterfest zu feiern.

Ich warte noch eine Weile oben auf der Stadtmauer auf die Ankunft meiner Frau Brigitta, die mit dem Zug von Zürich kommt und mich eine Woche lang begleiten wird.

Der EC 15 hat die Anfangs-Verspätung von 25 Minuten auf 10 Minuten reduziert, bis er in Peschiera del Garda angekommen ist. Brigitta benützt meinen ersten 15l Rucksack 🎒gefüllt mit beiden Wasserflaschen nur 5.7kg.

In Ponti sul Mincio bestaunen wir die Burgruine und suchen eine Bar. Das eine Restaurant ist umfunktioniert worden in eine Werkstatt. So wandern wir weiter bis nach Monzambano. Unser B&B Corte del Mincio liegt fast an der Strecke, wir werden herzlich begrüßt und zu unserem Zimmer geführt. Brigitta ist froh, dass wir angekommen sind.

4/20/19Garmin: Pastrengo – Monzambano

Etappe 21: Verona – Pastrengo

Über die Via Giuseppe Mazzini schlendere ich zur Arena und über die Via Roma und durch das Castelveccio verlasse ich Verona über die schöne Ponte Scaligero und wandere dem Adige entlang stromaufwärts durch die Ausläufer der Stadt Verona.

Anfangs sind es Platten am Boden, dann werden es Römersteine, die zum Teil durch die Überflutungen des Adige versandet sind. Es hat öfters Jogger und Walker, die mich überholen oder mir entgegenkommen.

Als ich beim Dorf Parona di Valpolicella ankomme, sehe ich die Adige mit verschneiten Bergen im Hintergrund. Nun wird es ein Single-Trail und der Boden somit weicher und angenehmer.

Bevor ich nach Settimo gelange, ist der Weg, der unter der Brücke hindurchführt, mittels Gitter und Bänder abgesperrt. Das Schild weist auf Bauarbeiten hin. Eine Alternative ist nicht ausgeschildert. Da bleibt mir nicht viel anderes übrig als mich durchzuzwängen, es arbeitet ja niemand und das Gitter auf der anderen Seite ist auch sichtbar ist, und ich bin im Dorf.

In einer Trattoria suche ich vergeblich nach Personal und gebe auf. Es kommt ja noch eine Gelegenheit weiter nördlich. Reste von einem Aquädukt sind hier sichtbar.

Bevor ich nach Pescantina  bei der Brücke komme, mache ich ein Foto der schönen Stadt. Da fällt mir ein besonderer Stein auf, wie wenn es eine Muschel 🐚 wäre. Hier im Zentrum trinke ich ☕️ und esse ein Panino mit einem Cola dazu. Die Polizei ist zu zweit in der Bar und macht Fotos der vorgeschriebenen Preisliste und der Auslagen. Einer reklamiert, dass die Preise der Panini und Pizze nicht angeschrieben sind und gibt Ratschläge, wo er die hinhaben möchte.

Danach wandere ich weiter, bald muss ich über die Brücke, denn es gibt einen Seitenwechsel. Auf einmal geht es sanft bergauf und ich passiere den Canale Medio di Adige o Biffis. Nachdem ich Bussolengo passiert habe, kann ich den Radweg parallel dazu benutzen. Der ist mehrheitlich flach. Bei der Ponte Tortella, zeigt der Pfeil nach links über den Kanal und den Hügel steil hinauf auf runden Bollensteinen. Vom höchsten Punkt aus sehe ich Pastrengo direkt vor mir, aber die Pfeile haben anderes vor und führen mich über eine andere Route an San Zeno vorbei.

Mein sehr schönes Zimmer habe ich heute in Ad Sidera an der Piazza Carlo Alberto 18. Da mir nicht bewusst war, dass das Zimmer zum Restaurant Albergo Stella d’Italia daneben gehört, ging ich erst in der Trattoria alla Madonna vorzüglich essen.

Als ich danach zurückkomme, rufe ich an und Umberto wollte wissen, wo ich sei. Als ich ihm sagte, vor der Türe, kam er aus dem Restaurant und meinte, falls ich hungrig sei, könne ich am Abend bei ihm essen.

4/19/19Garmin: Verona – Pastrengo

Etappe 20: Zevio – Verona

Im Apartment konnten wir Kaffee trinken, dann im Dorf im Centrale etwas Kleines zum Cappuccino essen. Danach verlassen wir Zevio über dieselbe Brücke, über die wir schon gestern den Adige überquert haben. Nun folgen 14km auf dem Damm, schön asphaltiert und sicher angenehm für die vielen 🚴‍♂️ 🚴‍♂️ Radfahrer, aber uns beiden liegt das weniger.

Traktoren 🚜 fahren durch Apfel- 🍏 🍎Plantagen und besprühen die Bäume 🌳 mit irgend etwas? Spargelfelder soweit das Auge reicht, überall sind Leute am Ernten der weissen Stengel und füllen sie in Kisten.

Bei Bosco Buri (km 13) hat es zwar einen schönen Park mit Sitzplätzen und Brunnen, Gabriele füllt dort seine Wasserflasche nach. Lieber wäre uns ein Bier 🍺 gewesen, aber bis jetzt waren keine Häuser an der Strecke.

Unsere letzte Hoffnung liegt nun auf Molini, doch auch hier finden wir keine Bar.

Doch dann kurz vor Verona, nach der 🐎 Pferdeanlage sehen wir offene Sonnenschirme, das deutet normalerweise auf ein Restaurant hin. Offen ist es, und so geniessen wir zusammen das letzte 🍺 Bier, denn Gabriele geht bei der nächsten Brücke, der Ponte San Francesco, direkt zum Bahnhof und nimmt den nächsten Zug nach Hause.

 

Ich wandere dem Adige entlang weiter, bis zur Ponte Navi, dann über die Brücke hinein in die Altstadt von Verona.

Als erstes besorge ich mir ein Multiticket für die Basilicas, San Zeno, Complesso del Duomo, Santa Anastasia und Chiesa San Fermo. Die Gotteshäuser sind gut über die Piazza Erbe erreichbar. In der Basilica Santa Anastasia erhalte ich einen schönen Pilgerstempel.

Doch bevor ich San Zeno besuche. gehe ich zum Logis, Rentroom Verona ItalianFlat mitten im Zentrum und gehe duschen.

4/18/19Garmin: Zevio – Verona

Etappe 19:  Lonigo – Zevio

In unserem B&B können wir zwar Kaffee trinken, doch zum Frühstück müssen wir ins Café Garibaldi gehen. So gegen 7:30h treffen wir uns im Hause und gehen zum Frühstück.

Dann verlassen wir Lonigo und kommen an der Kirche Madonna di Lonigo vorbei.

Ab jetzt wird es sehr ländlich, wir wandern an Reben und Äckern entlang nach Lobia. Es ist Zeit für unseren ersten ☕️☕️. Es bleibt Landwirtschaftsland, als wir über Gazzolo nach 14km in Arcole ankommen und ein kleines 🍻trinken. Hier ist die letzte Gelegenheit, etwas zu trinken und den Vorrat aufzufüllen, danach gibt es lange 16km lang nichts mehr.

Beim Capitello San Giovanni Nepomuceno steht ein gelber Helikopter 🚁 drei Sanitäter laufen aus dem Dorf zurück und fliegen mit dem Helikopter lärmend davon.

Auf dem Dammweg ist es gemütlich zu laufen, doch es folgt leider wieder Strasse. Etwas später sind wir glücklich wieder zurück auf Naturstrasse, dem Fiume Adige entlang, doch die Freude währt nicht lange, denn schnell wird es wieder Hartbelag für die Velofahrer, die uns gelegentlich entgegenkommen.

Nun folgen 10km endlose Äpfelplantagen, unser Wasser neigt sich dem Ende zu. Gabriele fragt Autofahrer, auf der Farmstrasse nach Wasser und bekommt eine angefangene Flasche des kostbaren Gutes.

Endlich kommt die Brücke über den Adige und das ersehnte Ortsschild von Zevio. Der Munizipio Palast die Villa Sagramoso liegt wunderschön umringt von einem Wassergraben. Auch die grosse Kirche spiegelt sich im Wasser. Das erste Restaurant ist geschlossen, aber auf dem grossen Platz finden wir das Centrale. Wir  brauchen dringend ein piccolo und ein media 🍺, ein Panino dazu und Gelati zum Dessert, dann spazieren wir zur Unterkunft Lara’s Apartment near Verona, 26 Via Piave, 37059 Zevio. Sie wartet schon auf uns, zeigt uns, wie man das Sofa aufklappt und wo das Bettzeug ist. Die Kaffeemaschine ist uns bekannt und Tücher sind für beide bereit. Während Gabriele das Sofa für die Nacht vorbereitet, nehme ich eine wohltuende Dusche 🚿 und mache die Wäsche.

4/17/19Garmin: Lonigo – Zevio

Etappe 18: Vicenza – Lonigo

Im Hotel gibt es heute ein Frühstück Joghurt, richtig schmackhaftes Brot mit Konfitüre und dazu zwei Cappuccini. Dann wandern wir aus der Stadt Vicenza, hinauf auf den Monte Berico 130m, zum Sanctuario della Madonna di Monte Berico.

Nun folgen wir der Tangenziale Sud für zwei Kilometer, der Lärm hält sich in Grenzen. Bald sind wir in Sant’Agostino di Nogazzara, wo wir uns den zweiten ☕️☕️ gönnen.

In Valmarana hat es ein schönes Wandbild aus Fliesen, mit der Weinlese als Motiv.

Kurz nach Mittag laufen wir an der Burgruine Rocca dei Vescovi auf 220m vorbei und treffen in Brendola ein. Hier kommt uns die Trattoria Bau Sete gerade recht. Zwei mal Pasta “Bigoli con la sardea”🍝 der 🇮🇹🍷der 🇨🇭🍺 aber ☕️☕️ trinken dann beide.

Nach dem Essen müssen wir weiter, denn wir haben erst knapp die Hälfte der Strecke gemacht. Aufgrund der Vorhersage kommen noch einige Höhenmeter dazu. Die Strassen werden zu Wegen und später zu Single-Trails. Eigentlich genau das, was ich liebe, doch Gabriele mit seinem 10kg Rucksack 🎒 schimpft gelegentlich über die Wegführung. Nicht dass es ihm nicht gefällt, aber die Länge der Strecke, in Kombination mit den Höhenmetern, ist ihm doch etwas zu viel.

Das war doch eine härtere Etappe mit 35.8 Km  in über 8h und 854 Höhenmetern. Doch wir sind beide in Lonigo angekommen. Das Check-in ins B&B San Marco funktionierte problemlos. Nun, wie immer, die üblichen Arbeiten, bevor es zum verdienten Nachtessen geht.

4/16/19Garmin: Vicenza – Lonigo

Etappe 17: Piazzola sul Brenta – Vicenza

 


Am Abend laufe ich ins Zentrum von Piazzola sul Brenta und bin fast erschlagen beim Anblick der imposanten venezianischen Patriziervilla, Villa Contarnoni, Baubeginn 1546, mit 50 Hektaren Park und Wassergraben.

Nach dem Frühstück mache ich mich bei 8°C auf den langen Weg nach Vicenza, suchen muss ich nicht, er liegt fast vor der Haustür. Kaum aus dem Städtchen hinaus, treffe ich wieder auf das alte Bahntrassee. Heute bin ich gut drauf, es ist kühl und etwas Bewegung wärmt. So fliege ich (fast) nur so dahin, nach der ersten Stunde liegt Piazzola sul Brenta schon 6.5km zurück.

 


Nachdem ich die Provinz Padua erreicht habe, muss ich die Bahnstrecke verlassen und Richtung Camisano Vicentino laufen. Dort gönne ich mir einen doppio ☕️ und frischen🍊Saft.

 

Nach dieser kurzen Pause zügig nach Rampazzo und Grantortino. Jetzt weiss ich endlich, woher ein Teil dieser schönen Gartentore stammen könnten. Während ich Fotos mache, kommt ein Handwerker und wir unterhalten uns. Die Antica Osteria Da Bersi ist am Montag leider geschlossen, aber es ist sowieso noch zu früh zum Essen.

 

 


Über Wiesen und Feldwege laufe ich weiter, bei einem Bach dreht sich ein Mühlrad, das ist kurz bevor ich nach Valproto komme. Jetzt wieder auf dem Veloweg ein gerades Stück der Strasse entlang. Bei Monte Grappa hat es ein schönes Agriturismo Sartori sul Cammino. Von Gabriele habe ich inzwischen ein Bild erhalten, er sitzt im Restaurant nach der Kirche. Weit ist es nicht mehr nach Quinto Vicentino, ich finde Gabriele, er hat  seinen ☕️ bereits getrunken und will weiter.

 

Ich hingegen brauche neue Kalorien, denn 24.24km in 3:45h fordern ihren Tribut. So gibt es bei mir Pasta und danach 🐟 Fisch mit 🥔 Kartoffeln und dazu ein feines 🍺 Bier. Nach dem ☕️ bezahle ich für alles €12.- und verlasse gestärkt das Al Tiglio. Dann nehme die letzten 12km unter die Füsse und überquere den Fiume Tesina. Nun laufe ich auf dem Damm, stromabwärts nach Marola, dieses liegt aber auf der anderen Flussseite. Etwas später unterquere ich die A3 und kann auf dem Damm bleiben. So komme ich nach Vicenza. Doch die Stadt ist gross und die Aussenbezirke ziehen sich endlos lange. Dann nochmals falsch abschwenken und wieder zurück auf die andere Seite der Gleise.

 

Geschafft, noch über eine alte Stahlbrücke, jetzt bin ich im Zentrum angelangt, vor mir der Palazzo Chiericati. Da gibt es viel zu sehen, und alleine ist man hier auch nicht. Etwas weiter komme ich zur Cappella Valmarana, dem Duomo und anderen historischen Sehenswürdigkeiten.

 

Mein 📱🔋 ist leer, so lasse ich ihn hinter dem Tresen aufladen, während ich an der Bar ☕️ , frischen🍊Saft und anschliessend ein🍺 trinke. Danach laufe ich gemütlich durch die Altstadt und suche das Hotel La Terrazza auf. Heute ist alles verschwitzt, und es gibt grosse Wäsche, duschen 🚿 und Blog schreiben. Anschliessend zurück in die Altstadt und etwas Feines essen. In der Carneria Ristorante Tonazzo seit 1888, werde ich fündig, dort esse ich ein 💳 Pilger Menü.

4/15/19Garmin: Piazzola sul Brenta – Vicenza

Etappe 16: San Martino di Lupari – Piazzola sul Brenta

Nach dem italienischen Frühstück mit vielen Süssigkeiten, selbstgemachter Marmelade etc. verlassen wir unser B&B Le Tre Grazie und laufen wie gestern Abend nach Galliera Veneta. Es ist so kühl, dass ich doch noch die Windstopper-Jacke anziehen muss.

An Tombolo vorbei erreichen wir vor 10 Uhr Cittadella. Zu früh für ein Bier, aber es reicht für  ☕️🥐☕️🥐 für beide. Wir sehen uns in der Stadt um und verlassen sie dann durch das gegenüberliegende Stadttor und laufen links der Mauer entlang zum dritten Tor.

Ab nun ist fertig lustig, es geht – wie die Italiener sagen – „solo campi“. Das bedeutet, es hat ausser Landschaft nichts mehr zu bieten. In Facca fängt es an zu tropfen 💦, so werden vorsichtshalber die Rucksäcke 🎒eingepackt. Gabriele öffnet den chinesischen Schirm ☔️, und ich tausche den Windstopper gegen die Regenjacke. Wir wandern meistens der Strasse entlang und kommen nach Lobia, auch hier leider keine Bar etc. Weiter der Strasse nach, plötzlich entdecken wir den Fiume Brenta. Diesem folgen wir bis nach Campo San Martino. Juhe, bei der schönen Kirche hat eine Bar offen, und wir gehen um 13h zum zweiten ☕️☕️ und ersten 🍻 des Tages. Kurz nach der Brücke über die Brenta verlässt mich Gabriele, er muss zu seiner Unterkunft noch etwa neun Kilometer wandern. In Piazzola sul Brenta angekommen suche ich als erstes ein Restaurant. Mit dem Locanda Mantegna werde ich fündig und esse kurz vor 2h mein verdientes Mittagessen.

Dann rufe ich bei der Unterkunft an. Diese ist bereit, doch mein Italienisch reicht leider nicht aus, um erfolgreich nach dem Weg zu fragen. So irre ich noch etwas umher, bis ich das Casa Emanuela schlussendlich doch noch finde. Die Häuser sind hier nicht nur an der Hauptstrasse entlang durchnummeriert, sondern das System wird auch in den kleinen Seitenstrassen fortgesetzt.

4/14/19Garmin: San Martino di Lupari – Piazzoloa sul Brenta