Trail-Running Schild 2021

Samstag 26. Juni Anreise nach Müstair in das Hotel Helvetia AG

Trailrunning Stilfserjoch – Tirol – Vorarlberg – Klosters
  • 1. Etappe Stilfserjoch – Piz Umbrail 3032m – Val Mora – Il Fuorn
    33 km ➚ 1’340m ➘ 2’300m
    Hotel Parc Naziunal Il Fuorn
  • 2. Etappe Il Fuorn – Fuorcla Val dal Botsch 2776m – Val Plavna – Scuol
    23 km ➚ 1’100m ➘ 1’730m
    Hotel Engiadina
  • 3. Etappe Scuol/Motta Naluns – Pass Futschöl 2767m – Jamtal – Galtür
    29 km ➚ 1’110m ➘ 1’690m
    Hotel Rössle
  • 4. Etappe Galtür – Zeinisjoch 1980m – Tafamunt – Gaschurn
    22 km ➚ 990m ➘ 1590m
    Hotel Verwall
  • 5. Etappe Gaschurn – Schlappinerjoch 2201m – Madrisa/Klosters
    24 km ➚ 1’680m ➘ 760m
    Hotel Piz Buin

Total 131 km ➚ 6’220m ➘ 7’070m

Sonntag 27. Juni

Mit dem Postauto fahren wir hinauf zum Stilfserjoch, dem Startpunkt unserer Trailwoche. Das Wetter meint es gut mit uns, es ist mit etwa 6°C zwar kühl, aber sonnig. Nun laufen wir hinauf auf den Piz da las trais Linguas, wo vor 30 Jahren bereits eine Schild-Tour startete, mit dem Ziel, in 12 Etappen nach Bern zu joggen. Wir haben nur 5 Etappen vor uns und joggen hinunter zum Umbrail-Pass. Von dort steigen wir hinauf auf den Piz Umbrail 3032m, der Weg ist eigentlich gut, bis auf einige steile Stellen, die mit Ketten „gesichert waren“, so dachten wir jedenfalls, bis wir herausfanden, dass die Ketten weder am Anfang noch am Ende gesichert waren. Auf dem Gipfel blieben wir nicht lange, denn die Strecke war noch weit.

Auf dem Weg hinunter durchqueren wir ein paar Schneefelder und joggen dann hinunter zum Lai da Rims, einem schönen blaugrünen Bergsee.

Es folgt der nächste Anstieg auf den Übergang beim Piz Praveder. Oben angekommen bietet sich ein Blick hinein ins lange, urtümliche Val Mora. Nach dem steilen Anstieg folgte ein etwas mühsamer Abstieg in eher rutschigem Gelände, weiter unten konnte man dann ans Joggen denken, vorher hiess es Aufpassen und keine Misstritte machen. Der schmale Trail wurde immer komfortabler, je weiter wir hinunter kamen. Im Tal wurde daraus ein Feldweg, der sich lange hinzog, bis wir nach 10 Kilometern die Alp Mora erreichten, wo wir unseren Durst mit etwas anderem als Wasser stillen konnten. Schon bald nach der Pause machten wir einen steilen, dritten Anstieg und erreichten erst die Alp Buffalora und später das Berggasthaus Buffalora, wo wir uns die letzten Kilometer schenkten und mit dem Postauto ins Hotel Parc National Il Fuorn fuhren.

Montag 28. Juni

Von unserem Hotel aus liefen wir etwa anderthalb Kilometer talaufwärts, um dann die Ofenpassstrasse zu überqueren und den langen steilen Aufstieg durch das Val dal Botsch, hinauf zum Fuorcla Val dal Botsch zu bewältigen. Das Schneefeld lag etwas im Schatten und es war ideal, mit den Trailschuhen darauf zu laufen, der restliche Aufstieg zog sich dann in die Länge.

Auf dem Pass oben stellte es sich heraus, dass die Situation wesentlich besser war, als auf dem Foto von Heinz neun Tage zuvor. Nachdem wir uns die Route von oben angesehen hatten, querten wir vorsichtig das steile Schneefeld und atmeten auf, als wir auf der Geröllhalde waren. Aber auch hier galt es vorsichtig zu sein, um nicht abzurutschen. Beim Punkt 2277m wollte die Gruppe auf den unteren Weg zur Alp Plavna wandern, um sich ein paar Höhenmeter zu ersparen. Der Weg bis zum Schloss Tarasp war auch so noch lange genug. Am Lai da Tarasp entlang, unterhalb dem Schloss, liefen wir dann über Vulpera nach Scuol. Da die Gurlainabrücke in Revision war, mussten wir über die alte Holzbrücke ins Dorfzentrum zu unserem Hotel Engiadina.

Dienstag 29. Juni

Heute wollten wir uns einen ersten Aufstieg ersparen und fuhren mit der Gondelbahn nach Mota Naluns 2152m. Auf dem Höhenweg Via Engiadina joggen wir zur Alp Laret und weiter zur Alp Valmala.

Dort verlassen wir die Via Engiadina wieder und laufen ins Val Urschai hinein. Bei Marangun d’Urschai 2208m überqueren wir den Tasnan Bach. Hier beginnt der lange Anstieg zum Pass Futschöl, erst auf grüner Wiese im Zick-Zack, später wurde es etwas steiniger. Als wir um die Ecke liefen, sahen wir den Pass und die Schneefelder. Dank der Steinmandli und der guten Markierung war es nicht schwierig, den Weg zu sehen. Der Schnee war meistens genug hart, doch gelegentlich gab es dann doch tiefe Tritte. Je höher wir kamen, desto stärker wurde der Wind, immerhin kam er von hinten und half uns so hinauf. Oben angekommen suchten alle Windschutz und versuchten, ihre Mützen festzuhalten. Kurz einen Blick auf den Hängegletscher Vardret Futschöl, ein Foto davon und noch ein Gipfelfoto, dann verlassen wir diesen ungastlichen Pass wieder.

Der Abstieg war gar nicht so einfach, weil man nur wenige Markierungen sah. So mussten wir improvisieren und liefen so gut es ging mit dem GPS auf dem vermeintlichen Weg hinunter zum Punkt 2496m. Dort trifft man auf den Weg vom Kronenjoch 2974m. Der Bergpfad wurde immer besser, bis wir dann bei der Jamtalhütte DAV 2165m ankamen. Damit wir ins Restaurant gelangen konnten, wurden wir kontrolliert. Ausgestattet mit der FFP2 Maske liessen wir unsere Covid-19 Zertifikate überprüfen und durften uns dann setzen. Erst draussen, doch nach den ersten Tropfen und dem kühlen Wind gingen wir doch noch ins Haus. Die einen assen eine Gerstensuppe, während die anderen auf ihren frisch zubereiteten Kaiserschmarrn warteten. Weil wir nicht wussten, wie das Wetter in nächster Zeit aussehen würde, verliessen wir das Restaurant schon bald wieder, um die letzten zehn Kilometer nach Galtür zum Hotel Rössle, noch vor dem Regen hinter uns zu bringen.

Mittwoch 30. Juni

Diesmal machen wir eine etwas kürzere Etappe, um unsere Beine für morgen zu schonen, Das Wetter hat etwas umgeschlagen, und wir laufen mit der Regenjacke. Erst der Silvretta-Hochalpenstrasse entlang, dann über den Vermuntbach und diesem entlang bis nach Wirl. Ab hier folgen wir dem Zeinisbach, hinauf zum Zeinisjoch und wieder hinunter zum Stausee Kops 1809m. Ein schöner Trail bringt uns dann nach hinten ins Tal, zur Verbellaalpe, von wo aus wir durch eine geschützte Hochmoor-Landschaft wandern.

Trotz Nieselregens sind wir nicht alleine unterwegs. Immer mal wieder überholen und begegnen wir anderen Wanderern auf unserem Weg zum Wiegensee, der über schöne Holzplanken führt. Beim Tafamuntmaisäss (oberhalb Partenen) will niemand Pause machen, so laufen wir auf dem Höhenweg weiter, bis zum steilen Abstieg nach Gaschurn. Unten im Dorf angekommen sind es noch etwa 2 Kilometer bis zu unserem Hotel Verwall.

Donnerstag 1. Juli

Heute geht es wieder zurück in die Schweiz. Wir joggen dem Ill entlang nach St. Gallenkirch. Bei der grossen Baustelle an der Valisera Talstation erwartet uns Heinz Schild und erklärt uns die Umleitung, die wir wegen dem Helikopterlandeplatz auf unserer Strecke machen müssen. Südwärts steigen wir über Wiesenpfade hinauf nach Neuberg. Auf der Strasse nach Planetsch und danach auf ausgebauten Waldwegen über Aussergampaping und Innergampaping nach Gargellen. Ab hier sind wir auf der Via Valtelina unterwegs, dem Valzifenzbach entlang wandern wir das Valzifenztal hoch, an der Madrisahütte DAV 1660m vorbei. Kurz darauf ist es wieder soweit, und die Regenjacke wird benötigt. Beim Punkt 1818m folgt der letze knackige Anstieg, hinauf auf das Schlappiner Joch 2201m.

Dann sind wir wieder in der Schweiz und freuen uns schon, dass sich die Nebelbänke etwas heben. Der Regen hat nachgelassen, und die Jacke kann wieder verstaut werden. Die letzen vier Kilometer ziehen sich lang, beim Punkt 1996m nehmen wir den oberen Weg in Richtung Bergstation Madrisa. Bevor wir mit der Gondelbahn ins Tal hinunter fahren, gehen wir noch ins Restaurant, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. In der Vierer-Gondel 1884m schweben wir gemütlich die 746 Höhenmeter hinunter und springen zur Busstation. Mit etwas Glück, der Bus ist verspätet, können wir einsteigen und fahren von Klosters-Dorf nach Klosters-Platz, die paar Meter zum letzen Hotel Piz Buin schaffen wir auch noch.

Freitag 2. Juli

Gut ausgeschlafen, nach dem geselligen gestrigen Abschlussabend, treffen wir uns am Morgen beim Frühstück und fahren gemeinsam mit dem Zug. Die meisten heimwärts, doch Helmut fährt nach Pontresina zum Bernina Ultraks 2021, ein Marathon, der über den Morteratsch Gletscher und Persgletscher am Fusse des Piz Bernina und des Piz Palü entlang geht.