Tag 105 TAXI: Olveiroa 🚕 Santiago de Compostela 👣 Padrón

Ausgeschlafen gehe ich um 7:30h zum Frühstück. Cafe con leche, zumo de naranja y pan. Als ein Pilger hineinkommt, sehe ich seinen gelben Outdoor Führer, da spreche ich ihn gleich auf Deutsch an, es ist Sebastian 🇩🇪, er hat in Konstanz studiert und pilgert seit Leon, heute will er noch nach Fisterra.

Da ich Strecken, die ich bereits gewandert bin, nicht zurücklaufen will, mache ich es mir erst im Taxi 🚕 gemütlich und lasse mich für €60.- von Olveiroa nach Santiago de Compostela chauffieren. Nachdem ich in der Kathedrale unromantische elektronische Kerzen 🕯🕯🕯🕯🕯angezündet habe und im Hotel San Martiño Piñario e Seminario ☕️ Kuchen gegessen und mir einen Pilgerstempel besorgt habe, wandere 👣 ich nun weiter Richtung Porto, zum ersten Etappenziel Padrón. Das Wetter ist wechselhaft mit Wolken ☁️ 🌧, als ich um 9:45h bei 13°C in südlicher Richtung durch die Stadt wandere. Immer der Muschel nach, erst geht es durch den schönen Park und dann eine ganze Weile der Strasse entlang.

Als es wieder anfängt zu regnen, bietet sich das Café in O Milladoiro geradezu an, den nächsten ☕️zu trinken und abzuwarten bis der Regenschauer vorbei ist. Es ist schwieriger als angenommen, den Camino rückwärts zu wandern, da die meisten Wegweiser für den Hinweg aufgestellt worden sind.

Auf einmal spricht mich ein 🚴🏾 auf Englisch an, wo ich in Santiago übernachtet hätte. Ich sehe seinen gelben Outdoor Führer und antworte auf Deutsch, dass ich mit dem Taxi aus Olveiroa gekommen sei. Dann fragt er mich, ob ich einen Esel gesehen habe, er suche einen als Begleitung. Als ich ihn erstaunt angucke, erklärt er mir, dass er dafür in Portugal eine Ausbildung gemacht habe, aber der Esel ausgefallen sei. Nun suche er einen Ersatz dafür, das Bike sei nur gemietet.


Kurz vor Rúa de Francos hat es ein Restaurant Parada de Francos mit sehr guter Speisekarte, da gönne ich mir ein Bier 🍺 und esse dazu 🐟 Fisch mit Reis 🍚 und 🥒 Gemüse, zum Abschluss noch einen kleinen schwarzen ☕️, gehört einfach dazu. Als ich weiterlaufe, sehe ich einen schön glänzenden Lastwagen, das reizt mich für ein Selfie.

Je näher ich Padrón komme, desto mehr sehe ich Werbung, die Herberge für Pilger anbieten. Ich laufe suchend ins Zentrum, da sehe ich eine Herberge mit Bar. Ich gehe rein und bestelle ein Bier 🍺, dazu erhalte ich gleich Tapas. Dann frage ich: ¿hay un cama? ¿Cuánto cuesta?

Übernachtung heute in der Albergue Café Bar Rossol es hat 18 Camas, mit Schrank, Bettwäsche und Badetuch und zwei schöne grosse Duschen 🚿 ZoF €14.-

Garmin: Santiago de Compostela – Padrón

Caminho da Senda da orla Litoral

Von Santiago de Compostela ausgehend, plane ich, soweit möglich dem Meer 🌊 entlang zu wandern. Was bedeutet, dass ich im oberen Teilstück bis zur Fähre ⛴ in A Guarda auf dem roten Caminho da Costa bin. Ab Caminha werde ich auf dem grünen Senda da orla Litoral wandern. Da ich früher loslaufe als eigentlich geplant, kann ich es mir leisten, in 13, aber dafür kürzeren Etappen zu laufen. So werde ich immer noch wie geplant am Mittwoch, 12. Juli in Porto eintreffen. Geplant ist, dass Laura mich die letzten Kilometer in die Stadt begleitet, und wir die letzten vier Tage in Porto ausklingen lassen und geniessen können.

Sehr gute Dokumentation auf der Webseite: Caminho da Costa

oder Caminho Português da Costa oder eine noch bessere auf Camino Por La Costa

Das einzige Problem damit ist, man muss die Route umdrehen. Aber die 13 Etappen passen jetzt zu meiner Planung.

La ruta comienza en Oporto (o donde uno quiera) y finaliza en Santiago de Compostela. En total son 280 Km, divididos en 13 Etapas:

1. Santiago de Compostela – Padrón
2. Padrón – Caldas de Reis
3. Caldas de Reis – Pontevedra
4. Pontevedra – Redondela
5. Redondela – Vigo
6. Vigo – Ramallosa
7. Ramallosa – Mougás
8. Mougás – Caminha
9. Caminha – Viana do Castelo
10. Viana do Castelo – Marinhas
11. Marinhas – Póvoa de Varzim
12. Póvoa de Varzim – Labruge
13. Labruge – Oporto

 

Tag 104 Cée – Olveiroa

Auch nach dieser kleinen Tour gestern, habe ich bestens geschlafen und gehe um 8h zum Frühstücks-Buffet. Ich bin sowas von überrascht, als ich die Auswahl sehe, noch nirgends war es so üppig, weder hier in 🇪🇸 Spanien, noch in 🇫🇷 Frankreich. Verschiedene Brote, Rührei, Würstchen, zweierlei Schinken, Käsescheiben, diverse Konfi, Gebäck und Früchte 🥝 🍊 🍎 🍐, das ist der Hammer, nur €5.- für das Ganze.
Als ich um 8:45h hinauslaufe, ist es 14°C ⛅️bewölkt.

Das Ermida de San Pedro Mártir ist in Sichtweite, da öffnet der Himmel kurzfristig die Schleusen, ein kurzer Spurt und ich bin unter einem schützenden Dach. Ein 🇮🇹 Paar aus Zurzach setzt sich neben mich und teilt eine Milka Schokolade mit mir. Zwischen diesen zwei Fotos liegen nur vier Minuten, das Wetter ändert ständig.

Bei der Kapelle Santuario da Nosa Señora das Neves verpasse ich eine Abzweigung, und laufe dadurch einen Umweg. Jetzt, da ich auf dem Rückweg bin, kommen mir viele Pilger entgegen, die nach Fisterra wollen. Sehr viele tragen ihre Pelerine, auch wenn es gerade mal nicht regnet. Ich laufe hingegen im Kurzarmhemd, da ich nicht gerne unter einer Jacke schwitze.

Kurz vor Hospital, dem Informacion del Peregrino gehe ich ins Restaurant O Castelino. Dort trinke ich einen ☕️und ein Amstel Radler und esse dazu ein Bocadillo con Salami.

In der Herberge in O Logoso genehmige ich mir das erste Bier 🍺. Trinken ist ja sehr wichtig beim Wandern. Als ich gehen will, sehe ich noch Säcklein mit Gummibärchen für €1.-, da kann ich natürlich nicht widerstehen und kaufe mir eines.

Im As Pias angekommen, mache ich erst die Hausarbeit, dusche 🚿 und gehe dann runter zum Mittagessen. Ein Vorteil in Spanien: Essen kann man hier von 12-15h problemlos.

Übernachtung heute im Pensión As Pias ZoF 45.- das Frühstück gibt es ab 7:30h und kostet €3.- zusätzlich, da sage ich bestimmt nicht nein.

Garmin: Cée – Olveiroa

Tag 103 Fisterra – Cée

Gut ausgeruht gehe ich erst um 8h zum Frühstücksbuffet, es ist nicht gerade überragend, aber für einen Pilger OK. Heute habe ich wenig vor, es sind nur circa 12 Km bis nach Cée, dem Etappenziel. In der Nacht hat es geregnet, seit ich wach bin, noch weitere zweimal. Um 9h wandere ich bei 17°C und bedecktem ☁️ Himmel los. Auf der einen Seite blau und auf der anderen Seite, wo ich hin will, grau. Der Wind bläst die Wolken schnell weg, aber es hat ja noch weitere. Als ich aus dem Hotel trete, kommt mir Brent auf der Strasse entgegen, so kann ich mich von ihm verabschieden. Wobei es gut sein kann, das ich ihm auf dem Weg nach Porto wieder begegnen werde, denn das ist auch sein Reiseziel. Als ich durch Fisterra laufe, kommt mir Bori, die Ungarin, entgegen.

Dann spaziere ich über den langen Strand 🌊 und halte Umschau nach einem Andenken, am liebsten einer selbst gefundenen Jakobsmuschel oder auf spanisch: Vieira. Ich habe Glück 🍀 und werde zweimal fündig.

In Sardiñeiro de Abaixo trinke ich nun den ersten Kaffee ☕️ und esse ein Bocadillo, dazu gibt es ein Cola. Dann geht es weiter, der Weg führt 40 Meter über Meer an einer Bucht vorbei, unten sind drei Pilger, die Fotos machen. Mir begegnen viele Pilger, die nach Fisterra wollen, die ihre Pelerine tragen.

Als es wieder anfängt zu regnen, suche ich schnell einen Unterstand, den finde ich im „Lavadorio de Amarela“. Sehr lange bin ich dort nicht alleine, die Gruppe aus den 🇺🇸, die ich aus Negreira kenne, kommt auch vorbei, sie haben heute ihren letzten Tag und pilgern nach Fisterra.

Es geht sehr steil hinunter nach Corcubión, die Aussicht auf die Bucht von Cée ist toll.

Übernachtung heute im Hotel Oca Insua ZoF €40.-, aber in der Cafeteria wird am Morgen ein Buffet angeboten. Es ist Mittag, aber das Essen gibt es erst ab 13h, da warte ich nicht, sondern gehe erst waschen und duschen. Dann bestelle ich im Restaurant Lenguado (Seezunge), ganz so habe ich mir das nicht vorgestellt, aber es geht erstaunlich gut, ohne Probleme mit den Gräten.

Garmin: Fisterra – Cée

Tag 102 Faro de Muxia – Lires – Faro de Fisterra

Gut ausgeruht gehe ich erst um 8h zum Frühstück. Alles erledigt, es ist schon 8:40h, als ich endlich bereit bin loszuziehen. Es ist mit ☁️16°C gut zum Wandern, die Strasse ist immer noch nass und wird es, wenn der Wetterbericht stimmt, nochmals 🌧werden.

Nach 10 Km kommt mir ein gut gelaunter 🚴🏾entgegen, es ist Curro (Francesco) 🇪🇸aus Sevillia, den Brent und ich in O Logoso getroffen hatten. Er kam damals spät, völlig kaputt direkt aus Santiago, seiner ersten Etappe an und meinte, er habe die Strecke unterschätzt. Manchmal habe es keinen Grip, da musste er bergauf sogar stossen. Eigentlich hatte ich geplant, in Lires zu übernachten, aber hier ist nix los und es ist viel zu früh, so laufe ich weiter, es ist ja noch trocken. Ich überquere den Río do Castro und habe Blick auf ferne Strände.

Im Weiler Buxán hatte jemand einen kleinen Stand aufgebaut mit Kaffee, 🍊, Äpfeln 🍎 und Guezli. Dort stand bereits jemand, den fragte ich, ob es hier einen Stempel habe, da meinte er, gute Idee, das mache er auch. Es war ein Pole 🇵🇱 aus Danzig, er ist auch am 18. März gestartet, aber von sich zuhause aus, hat also bereits etwa 4’000 Kilometer. Eine Weile laufen wir zusammen, als es anfängt zu nieseln, starte ich durch und bin wieder alleine unterwegs. Erst kommt ein Vorort von Fisterra, da dürfen wir nochmals einen Hügel überwinden. Dann bin ich mitten im Ort.

Hungrig wie ich bin, gehe ich als erstes ins Restaurant. Erstmals ein grosses Bier 🍺 und anstatt den Pulpo wähle ich Salat und als zweiten Gang den 🐟 Fisch. Dessert gibt es auch noch mit Kaffee.

So gesättigt wandere ich die letzten drei Kilometer zum Leuchtturm und zum Wegmarker mit Kilometer NULL. Als ich mich so umschaue, fragt  mich eine Frau, ob sie ein Foto machen soll, da sage ich gerne ja dazu und bedanke mich anschliessend. Die Bar am Wegrand passt mir, ich bestelle Kaffee ☕️ mit einem Glas Weissen.

Dann laufe ich zurück und ins Hotel, erst Hausarbeit und 🚿duschen, dann mit dem Pilgerausweis in die Pilgerherberge für den letzten Stempel und die vierte Compostela. Na, wer steht da hinter mir in der Schlange und stubst mich, es ist Brent, er ist immer noch hier. Weil die Busfahrer heute und morgen streiken. Mir spielt das keine Rolle, ich laufe ja nach Cée.

Übernachtung heute im Hotel Cabo Finisterre ZoF €39.60 es gibt ein Frühstücks-Buffet, aber erst nach 8h, da ich morgen nur 15 Km habe ist das kein Problem.

Garmin: Faro de Muxia – Lires – Faro de Fisterra

Tag 101 O Logoso – Faro de Muxia

Gut ausgeruht gehen Brent ich bereits um 6h zum Frühstück, Cafe con leche, zuma da naranja y toast, das ist schnell verspeist. Zurück ins Zimmer und fertig packen, als ich um 6:40h losgehe ist Brent schon weg. Er will nach Fisterra im Süden und ich nach Muxia im Norden. Es ist nur 16°C und etwas neblig. Nach wenigen Kilometern erreiche ich die noch geschlossene Informationsstelle. Von dort aus ist es nicht mehr weit zur Verzweigung.

In Dumbria gibt es den nächsten Cafe con leche und Orangensaft, leider keinen frischen. Als ich zur Bar hinausgehe, ruft mir der Wirt nach „a donde vas? Muxia„, als ich das bestätigte, meint er, dass ich für Muxia nach links gehen muss. Dankbar laufe ich in die richtige Richtung. Mal ein Stück auf der Hauptstrasse, dann wieder durch den Wald. Schliesslich komme ich in den nächsten Weiler. In der Bar A Coxa trinke ich einen Kaffee ☕️ und esse ein Stück Kuchen dazu, für den Durst gibt es Limonade.

In Quintáns ist die Zeit reif für ein dunkles Leffe mit Chips dazu.

Yeah!, der Strand von Muxia liegt vor mir. Es ist nicht mehr weit bis zum Leuchtturm.

Beim Touristen Büro hole ich mir noch einen Stempel und erhalte dazu noch eine Bestätigung, dass ich bis zum Ende des Jakobsweg gelaufen bin. Jetzt brauche ich wieder eine Kartonrolle, um es darin sicher zu versorgen, oder heimzusenden, da ich im kleinen Rucksack 🎒 wirklich keinen Platz dafür habe.

Übernachtung heute im Hostal La Cruz ZF €40.-

Garmin: O Logoso – Faro de Muxia

Tag 100 Negreira – Olveiroa – O Logoso

Der Wecker zirpt um 6h, in aller Ruhe mache ich mich und den Rucksack bereit und gehe um 7h zum 🇪🇸Frühstück. Der Himmel ist klar, die Sonne ☀️ scheint, als ich um 7:30h bei kühlen 13°C losmarschiere und das Städtchen durch das Stadttor verlasse..

Der heutige Tag soll schön und warm werden, mit erhöhter Wahrscheinlichkeit auf ein Gewitter am späten Nachmittag. Bald kommt ein alternativer Weg, dem Bach entlang, ein halber Kilometer mehr, das ist ja egal, vielleicht bietet sich ja Gelegenheit für gute Fotos.

Nun bin ich am Aufstieg zum Montes Da Pena und unten im Tal liegt noch Frühnebel. Der hat sich verzogen, als ich oben angekomme. Alternativ-Strom wird hier auch erzeugt, auf vielen Hügeln sind Windräder zu sehen.

Im kleinen Ort Piaxe weist ein Schild auf eine Bar in exakt 100m hin, das kontrolliere ich selbstverständlich, und kann es dem Wirt bestätigen. Es gibt Kaffee ☕️, Orangensaft und Tortilla, dann ziehe ich weiter. Es ist sehr ländlich hier, was sich auch auf die kulinarische Infrastruktur auswirkt. Endlich in Santa Mariña hat es ein Restaurant, da gönne ich mir ein grosses Bier 🍺 und ein Bocadillo

Kurz vor Vilar do Castro schliesse ich zu Brent 🇨🇦 auf, ihm bin ich in Frankreich zuletzt begegnet. Beim Aufstieg können wir uns den Stausee «Embalse de Fervenza» von oben ansehen, bevor wir nach dem Überqueren des Rio Xallas bei A Ponte Olveira nach Olveiroa kommen.

Irgendwie wollen wir nicht dableiben und ziehen knapp vier Kilometer weiter, dabei sehen wir im Tal unten den  kleineren Stausee «Embalse de Fervenza».

Übernachtung heute im Restaurant – Bar e Pension A Pedra ZoF €12.- dafür gibt es sogar ein Badetuch. Bei dem Preis liegt auch ein 🍺 mehr mit Brent drin, das Pilgermenü am Abend für nur €9.- habe ich etwas abgeändert. Erst ein Salat dann Spagetti, mal wieder ohne Fleisch.

Die Wirtin erklärt uns warum es hier „A Pidra“ heisst und zeigte uns ein Foto. Dieser Stein sei in nur circa 10 Minuten zu erreichen. Da die Sonne ☀️ bald untergeht, beeile ich mich und mache auch ein paar Fotos davon.

Garmin: Negreira – Olveiroa – O Logoso