Etappe 32: San Nazzaro – Piacenza

Mein gestriges Nachtessen habe ich im empfohlenen Locanda Cittadella eingenommen. Wie immer war ich als Schweizer 🇨🇭 schon hungrig, als die Italiener 🇮🇹 noch ihre Aperitif-Zeit hatten. Das bedeutet: warten bis halb acht, vorher gibt es hier nichts zu essen. Beim Weissbier und Toastbrot mit Käse und/oder Schinken lässt es sich aushalten, bis man zu Tisch gerufen wird. Tagliatelle al Ragu, Filetto di Manzo, dazu crocchette di patate und ein Viertel vino rosso.

Es ist zwar kühl mit 8°C, aber ein strahlend blauer Himmel erfreut das Pilgerherz. Auf dem Damm wandere ich aus San Nazzaro und bekomme im feuchten Gras nasse Füsse.

So komme ich dem ersten Dorf Zerbio näher. Der Abstecher nach links lohnt sich nicht, die Bar ist geschlossen. Etwas später in Roncarolo das gleiche Problem, die Osteria Lo Spuntino ist noch geschlossen

Kurz darauf in Colombarolo direkt am Po, noch eine Gelegenheit, diesmal eine Strandbar, aber auch hier ist zu.

Nach knapp 11 Kilometer laufe ich unter der A21/E70 durch und bin in Fossadello. Gleich um die Ecke hat eine Bar offen, hier wieder freundliche chinesische Bedienung. ☕️Lungo dazu esse ich einen Pack Waffeln, den anderen nehme ich vorsichtshalber mit.

Ein Hirte mit vielen 🐑 🐑🐑🐑 🐑🐑🐑 🐑🐑🐑🐑🐑 🐑🐑🐑 🐑🐑🐑🐑🐑 🐑🐑🐑🐑 grasen die Wiese am Po Ufer ab.

Schon von weitem sieht man die elegante Hängeseilbrücke der Eisenbahnlinie über den Po, die Autobahn Brücke der A1/E35 ist dagegen banal.

Als ich in Mortizza ankomme, verfliegt meine Vorfreude auf ☕️🍺🍽🍷, das Restaurant ist geschlossen, doch ein kleiner Laden um die Ecke macht mir ein Panino. Jetzt bin ich froh, um das ausgiebige Nachtessen gestern Abend. Ich setze mich auf einen Stuhl beim geschlossen Restaurant und esse mein Panino, während sich mein iPhone 📱 sein Futter aus dem praktischen Powerbar🔋saugt.

Dann mache ich noch die letzten Kilometer in die Stadt. Dem Po entlang sehe ich erst Kieswerke, dann Chemie, dann eine Sportanlage. Bei der Po-Brücke, muss ich aufsteigen und laufe dann hinunter zum Monumento ai Pontieri. Jetzt bin ich in Piacenza, wieder ein UNESCO-Ort, auf der Via Camillo Cavour spaziere ich ins Zentrum zur Piazza dei Cavalli.

Die Zeit passt, ich laufe zum B&B Angela und bekomme von Angela mein Zimmer, kann duschen, Wäsche machen, Angela hängt die Sachen auf den Balkon an die Sonne. Gut habe ich nochmals nachgesehen, der Sportladen macht erst 15:30 Uhr wieder auf. So spaziere ich durch die schöne Altstadt und sehe mir Gebäude an. Das Kronos Museum ist am Nachmittag geschlossen, so spaziere ich weiter.

Bei der Basilica di Sant’Antonino treffe ich ein Luzerner Ehepaar, die sind während zwei Wochen mit 8kg 🎒und 10kg 🎒auf der Via Francigena unterwegs. Wir unterhalten uns über unsere Routen, und er findet es noch interessant, auf wenig begangen Wegen zu wandern. So gebe ich ihm die Homepage viapostumia.eu, damit er sich die Informationen später ansehen kann.

Schlussendlich bin ich immer noch zu früh, so trinke ich vis-à-vis einen ☕️ dazu ein Sablé. Auf meinen Zahlungsversuch reagiert der Wirt verzweifelt und muss draussen irgendwie Kleingeld auftreiben. In der Zwischenzeit ist es endlich 15:30h, der L‘altroSport, in Piacenza ist offen. Die überaus nette Verkäuferin im Parterre redet mit mir Englisch und verweist mich ins Sousol zu ihrem Chef, der nur Italienisch kann. Aber um ein Paar Salomon SpeedCross 4 UK 9.5 300g für €109.- zu kaufen, reicht mein Wortschatz aus. Somit kann ich meine zwei Jahre alten SCARPA heute Abend noch eliminieren. Diese haben mehr als 900km Wanderungen geleistet, wobei die vielen Kurzstrecken in der Schweiz nicht mit eingerechnet sind.

4/30/19Garmin: San Nazzaro – Piacenza

Etappe 31: Cremona – San Nazzaro

Heute soll es wieder etwas kürzer werden. Den ersten ☕️ nehme ich im B&B. Danach suche ich mir in der Nähe eine Bar mit Frühstück. Es gibt Cappuccino mit frischem 🍊 Orangensaft, dazu ein Panino di Salume. Bevor ich gehe, kaufe ich mir noch Mineralwasser, damit ich unterwegs nicht verdursten muss. Bevor ich die lange Brücke über den Po überquere und Cremona verlasse, reicht es noch für einen ☕️ Lungo mit Vollkorngipfeli.

Als ich friedlich dem Po entlang an den Wochenend-Baracken vorbei wandere, springen zwei bellende 🐕 🐕 auf mich zu. Doch der lange Bambusstock zeigt Wirkung, sie bleiben auf Distanz. Der Besitzer erscheint und ruft zu allem Überfluss: „Non fanno niente“. Dann ruft er sie mit mässigem Erfolg zurück, er könnte mit den Beiden auch nochmals in die Hundeschule gehen.

Im Dorf Olza ist die einzige Kneipe zu, nur noch geschlossen oder für immer zu, so genau sieht man das hier nicht.

In Monticelli d’Ongina hat die Bar offen, dort gönne ich mir ☕️ dazu ein grosses Sablé und ein dänisches CERES. Danach laufe ich zurück zum Dammweg und auf diesem zum Flussufer des Po. Meistens ist der Damm ja weit weg vom gelegentlich auch Hochwasser führenden Fluss. Die Sonne 🌥 hat heute Probleme sich durchzusetzen, aber der Nieselregen 🌧 hat sich dafür zurückgehalten. Bis nach San Nazzaro ist es nicht mehr weit, bei der Kirche ist der gelbe Pfeil mit einem A für Albergo markiert. Zuerst sehe ich mich in Holland, eine Windmühle als Hotel; aber mein Motel 70 ist noch etwas weiter hinten. Der erste Eindruck von Ferne ist nicht gut. Aber als ich um die Ecke biege und den Eingang sehe, sieht es viel besser aus. Ein netter Herr nimmt mich in Empfang und übergibt mir den Zimmerschlüssel mit dem Passwort. Dazu noch eine Visitenkarte mit einer Restaurant-Empfehlung für heute Abend.

Garmin: Cremona – San Nazzaro

Etappe 30: Solarolo Monasterolo – Cremona

Gestern Abend muss ich wohl auf einen falschen Schalter gedrückt haben, denn auf einmal klopft es an der Türe, ein Mann steht draussen und meint, die Alarmleuchte🚨 brenne. Er löst das Problem, indem er auf den grauen Schalter drückt und mir erklärt, der Licht 💡 Schalter sei weiter unten. Nachdem ich gestern in Ermangelung von Abwechslung früh ins Bett ging, erwachte ich bereits vor fünf Uhr. Genug Schlaf war schon da und draussen begann der Morgen. Somit verlasse ich das Ostello La Canonica um 5:15h und den Weiler Solarolo Monasterolo. Auch wenn es noch nicht sehr hell war, der Weg war einfach zu finden, immer auf dem Damm wandern.

Die Strandbar bei der Isola Pescaroli ist um 6:20h noch geschlossen. Nicht so schlimm, das macht mir nichts aus. 

Dann laufe ich halt weiter, mache einen Abstecher nach San Daniele Po und versuche es dort nochmals. Glück 🍀 gehabt, die erste Bar hat sonntags geschlossen, aber gleich daneben ist eine offen. Zwei Cappuccino, mit 🥐🥐 und gleich fühle ich mich besser. Frisch gestärkt mache ich mich auf nach Stagno Lombardo. Dort ist Chilbi auf dem Hauptplatz, deshalb sehe ich die Bar nicht auf Anhieb, doch ein Nonno mit Rad 🚲 hilft mir weiter. So komme ich zu meiner Ration ☕️🍺🍺 dazu noch ein warmes Panino, diese Kalorien werde ich für die weiteren Kilometer benötigen.

Der Damm verläuft mal wieder zum Po hin, da bin ich froh, in Bosco ex Parmigiano kann ich ein Cola trinken. Wieder schöne Fahrwege, schmal mit Wiese in der Mitte. Die Velofahrer kommen lautlos von hinten und erschrecken mich beim nahe Vorbeifahren. Gegen Schluss wandere ich dem Roggia Morbasco entlang bis zum Stadtrand von Cremona.

Ab dann ist es einfach mehr oder weniger geradeaus zur Cattedrale di Santa Maria Assunta. Nach langen 35 Kilometern endlich im Stadtzentrum von Cremona angekommen, trinke ich auf der Piazza Antonio Stradivari meinen verdienten🍹Aperol, esse 🍽 Spaghetti rosa und trinke einen☕️. Das Bezahlen ist eine Tortur, der Kassier hat Probleme mit dem Wechseln der €50.- Note. Anschliessend suche ich mein Logis auf und mache mich frisch für die Stadtbesichtigung und das Gelato.

4/28/19Garmin: Solarolo Monasterolo – Cremona

❓Eingetragen hatte ich nur 27Km 😳

Etappe 29: Casalmaggiore – Solarolo Monasterolo

Heute gibt es um 7:30h Frühstück, uns erwartet ein schön angerichtetes Buffet mit grosser Auswahl. Danach gilt es Abschied zu nehmen, Brigitta wird zum Bahnhof chauffiert. Sie fährt mit dem Zug nach Hause, zurück zur Arbeit. Ich wandere nun wieder alleine weiter, immer dem Mittelmeer entgegen. 

Die Piazza Garibaldi in Casalmaggiore wurde heute zum Marktplatz umgestaltet. Die Pfeile führen mich zum Po, diesem wandere ich nun entlang, durch den Bosco di Santa Maria.

Dann wieder querfeldein, meistens auf guten Wegen, so komme ich nach Gussola. Dort suche ich eine Bar und es gibt das Übliche â˜•ï¸ðŸº. Im Dorfladen lasse ich mir ein BresaolaSandwich machen, da es unterwegs nichts mehr gibt.

Als ich dann Torricella del Pizzo erreiche, hat es mir zu wenig Angaben auf der Tafel, ob es sich überhaupt lohnt, ins Kaff hineinzulaufen. Das Einzige was erwähnt wird, ist ein Agriturismo. So laufe ich halt daran vorbei, immer weiter dem Ziel entgegen. 

Kurz vor 14 Uhr bin ich bereits beim Ostello La Canonica in Solarolo Monasterolo. Abgemacht habe ich meine Ankunft per Email, zwischen 15 und 16 Uhr, so muss ich wohl etwas warten. Alternativ entscheide ich mich für die zwei zusätzlichen Kilometer nach Motta Baluffi und natürlich zurück. Im eigentlich geschlossenen Locanda La Motta bekomme ich trotzdem meine zwei ðŸºðŸºund ein grosses Panino. ðŸ˜‹ Am Schluss wird mir noch dass zurücklaufen erspart, ich werde mit dem alten Jeep, zum Ostello mitgenommen. GRAZIE MILLE!

Im Ostello ist inzwischen jemand gekommen, die Frau zeigt mir nach der Registrierung mein Doppelzimmer und übergibt mir mein Badetuch, sagt mir, wo ich morgen den Schlüssel ðŸ”‘ lassen soll. Dann überlässt sie mir das ganze Reich für diese Nacht. Zum Glück ðŸ€ habe ich noch mein Panino von heute Vormittag, so muss ich nicht hungern. Eine Kaffeemaschine habe ich inzwischen auch gefunden.

Meine ⏱ Garmin FR630 hat heute rebooted und dabei zwei Stunden SCHRITTE 👣 verloren.😡

4/27/19Garmin: Casalmaggiore – Solarolo Monasterolo

Etappe 28: Sabbioneta – Casalmaggiore

Heute haben wir eine sehr kurze Etappe und müssen uns nicht beeilen. Nach dem Frühstück verlassen wir Sabbioneta durch die Porta Vittoria und wandern am Friedhof vorbei. Unschlüssig, wo der Weg wohl hinführt, suchen und finden wir den nächsten gelben Pfeil. Auf einem noch vom Gewitter feuchten Feldweg wandern wir nach Argine Vechio. Kurz bevor wir Motta San Fermo erreichen, ändert sich der Belag und wird asphaltiert. So kommen wir zum Santuario Madonna della Fontana, wo wir für gutes Wetter 🕯🕯anzünden.

Als wir beim Bahnübergang ankommen, läuten die Glocken 🔔 und die Barrieren senken sich. Der Bahnhof Casalmaggiore ist in Sichtweite und ein lokaler Zug 🚂 steht zur Abfahrt bereit. Nachdem dieser losgefahren und an uns vorbei ist, heben sich die Schranken und wir dürfen weiter in die Stadt Casalmaggiore. Heute wohnen wir im Luna Residence Hotel, Brigitta hat beim Buchen die Lage nicht so genau beachtet, es sind noch 1‘500m bis wir dort ankommen. Unser Zimmer ist bereit, so können wir vor dem Mittagessen noch duschen und uns umziehen. Danach noch zurück in die Stadt und und etwas umsehen. Nachdem ich seit mehreren Tagen mit Kohletabletten gegen Montezuma gekämpft habe, gebe ich nun auf und verzichte in Zukunft auf das Hahnenwasser. Ab jetzt trinke ich nur noch abgefülltes Wasser wie die Einheimischen.

Das Mittagessen nehmen wir in der uns empfohlenen Osteria Della Bassa ein. Wir sind die einzigen Gäste im Speisesaal und essen das vom Wirt vorgeschlagene Menü, Ravioli in Brodo, im Ofen gegarten Fisch mit Kartoffeln und Kabissalat. Vorzüglich. 😋

4/26/19Garmin: Sabbioneta – Casalmaggiore

Etappe 27: San Martino dall’Argine – Sabbioneta

In der Nacht hat es geregnet, alles ist nass. Gut ausgeschlafen, werden die Füsse behandelt, die Zehen eingewickelt. Es fühlt sich gut an, die frisch gewaschen Sachen anzuziehen. Um acht Uhr gehen wir in den Frühstücksraum. Elena serviert uns Cappuccino, Joghurt, selbstgemachtes Vollkornbrot, Rührei, Prosciutto und Mutters Kuchen. Dazu noch Bio-Orangensaft und Löwenzahn-Konfitüre. Nach dem ausgezeichneten späten Frühstück wandern wir durch San Martino dall’Argine, das was anfangs noch eine kleine Strasse war, wird nun zum Feldweg. So kommen wir nach Spineda, dort erklärt uns eine freundliche Radfahrerin 🚴🏻‍♀️ den Weg zur nächsten Bar. Für diese läuft man zirka 400m ins Zentrum, welches ansonsten nicht angelaufen wird.

Wieder folgen gepflegte Naturstrassen nach Brugnolo und weiter nach Mezzana Sant’Antonio, wobei kurz bevor wir dieses Dorf streifen, noch eine morastige Passage folgt, der lehmige Boden beschwert unsere Schuhe ordentlich. Anschliessend nähern wir uns der UNESCO Città di Sabbioneta von Norden her, danach wandern wir auf die Ostseite und betreten die schöne Stadt durch die Porta Imperiale. Nun laufen wir unter der Galleria (1584) zum Palazzo Giardino (1588) und besichtigen die beiden.

Danach suchen wir die Unterkunft, das B&B da NINA auf, machen uns frisch und gehen zurück zum Piazza Ducale. Wir essen im Ricanda L’Orto del Gusto, das uns Elena empfohlen hat. Danach besichtigen wir den Palazzo Ducale, Gonzaga Palace, das Teatro all’Antica und die Sinagoga. Zur Belohnung noch Kaffee und Kuchen und zurück ins Logis.

Kurz nachdem wir im Zimmer sind, fängt es an mit Blitz 🌩 und Donner, somit hat sich die 🕯in der Kirche gelohnt.

4/25/19Garmin: San Martino dall’Argine – Sabbioneta

Etappe 26: Scorzarolo – San Martino dall’Argine

Das nächste Restaurant ist dienstags geschlossen, was uns erst gegen Abend bewusst wurde. Als Chiara, die Hausherrin, den Vorschlag macht, wir könnten uns Pasta mit Tomatensosse zubereiten, nahmen wir dankbar an. Sie stellte uns alle Zutaten zur Verfügung, dazu brachte sie uns netterweise auch noch lokalen Weichkäse und Prosciutto.

Nach dem ausgezeichneten und reichhaltigen Frühstück verabschieden wir uns von dem netten Paar.

Zurück zum Dorf Scorzarolo und dem Damm. Erst wandern wir dem Po entlang, dann folgen wir dem Fiume Oglio Richtung Marcaria. Nach langen Kilometern auf Asphalt (für die Radfahrer super) kommt die Brücke nach Gazzuolo. In der Bar trinken wir Cappuccino und ich für den Durst noch ein kleines 🍺, dazu lassen wir uns noch zwei Panini machen. Danach zurück zum Weg, wieder über die Brücke und jetzt endlich wird es Naturstrasse, toll zu wandern.

In San Michele in Bosco laufen wir ein Stück ins Dorf, auf der Suche nach einer Bar, fündig werden wir nicht, dafür sehen wir die Villa Aurelia. Als Marcaria endlich auftaucht, sind wir bereits müde und haben keine Lust mehr auf einen Abstecher ins Dorf. Sondern wir laufen über die Brücke direkt nach San Martino dall’Argine hinein. Durch die schönen alten Laubengänge kommen wir zum Zentrum und finden unser B&B Il Glicine bald. Es wird uns sogar die Wäsche gemacht. 😊Grazie. 👍

4/24/19Garmin: Scorzarolo – San Martino dall’Argine