Drei Tage Genusswandern im Goms

Montag 15. Juli Oberwald – Münster

In einem vollen Zug fuhren wir am Montag früh nach Bern, dort versuchte ich für uns ein Viererabteil zu reservieren, während Brigitta draussen auf Ursula und Markus wartete. Alles klappte, und wir setzten die Fahrt nach Brig fort. Dort mussten wir umsteigen in den Zug nach Andermatt. Dieser brachte uns pünktlich nach Oberwald. Einige Meter nach dem Bahnhof Oberwald trafen wir auf eine Jakobsmuschel. Hier führt der Rhein-Reuss-Rhone Pilgerweg durch. Kilometer Null beginnt beim Kloster Disentis, bis nach Oberwald sind es 62 km, er endet nach 2’225 km in Santiago de Compostela.

Doch wir haben anderes im Sinn und wandern an Blumenwiesen vorbei, hinauf zum Gommer Höhenweg. Es liegen viele Birken neben dem Weg, und auch die Bäume sind in Schieflage, wobei uns nicht klar ist, was der Grund dafür ist. Die Strecke zieht sich in die Länge, Abwechslung bringen immer wieder schöne Blumen und Baumpilze.

Zu unserer Unterkunft, dem historischen Hotel Croix d`Or et Poste müssen wir 160 m absteigen, die wir am nächsten Tag wieder hinauf wandern dürfen. Nach dem Zimmerbezug noch ein Apéro, später treffen wir uns wieder im Speisesaal und bekommen ein leckeres Nachtessen serviert.

7/18/19Garmin: Oberwald_Münster

Dienstag 16. Juli Münster – Blitzingen

Nach dem feinen Frühstück wieder hinauf auf den Höhenweg, das gab einen schönen Blick zurück auf Münster und einen Blick aufs Weisshorn. Etwa in der Mitte der heutigen Etappe, im Tal, wo der Reckingerbach fliesst, befindet sich die Berghütte z’Gufersmatte.

Dies war ein guter Zeitpunkt, um uns dort zu verpflegen und den Flüssigkeitsbedarf zu stillen. Zum Glück habe ich am Vorabend noch im Internet nachgeschaut, ob die Hütte offen ist, denn die nachfolgende Berghütte Walibach wurde im Herbst 2018 geschlossen, und ein neuer Pächter wird gesucht. Der anschliessende Abstieg von 1700m auf 1520m war dann doch sehr steil und ging in die Oberschenkel. Nur der Schlussabstieg zum Hilperschbach war zwar kürzer, aber dafür noch steiler. Erst den Gegenhang hinauf und an einer Herde Yaks vorbei, dann noch den Schlussanstieg zum Hotel Castle, der zweite Wandertag war geschafft. Obwohl die Strecke eigentlich kurz ist, machen einem die vielen Berg- und Talstrecken müde. Nach der erfrischenden Dusche und der Wäsche, trafen wir uns auf der Sonnenterasse zum Relaxen. Da es ohne Sonne eher kühl wurde, entschlossen wir uns, das Nachtessen im Speisesaal einzunehmen. Wir machten es uns und der Küche einfach und bestellten vier Mal das empfohlene Tagesmenü. Vorspeise Zanderfilet auf Couscous, Hauptspeise Entrecôte mit Risotto und zum süssen Abschluss eine leckere Dessertvariation.


7/18/19Garmin: Münster_Castle-Blitzingen

Mittwoch 17. Juli Blitzingen – Fieschertal

Auch hier gab es wieder ein grosszügiges Frühstücksbuffet, für das wir uns Zeit liessen. Danach folgte der Aufstieg zum Gommer-Höhenweg, erst zum Wilerbach, dann kam der Schwarze Brunne und danach durchquerten wir die Nessulschliecht und wanderten nach Bellwald. Dort stillten wir unseren Durst und fanden es zu früh, um hier schon aufzuhören. So wanderten wir erst nach Egga und von dort talwärts über Geere nach Fieschertal. Das Postauto stand schon bereit und wir konnten die kurze Fahrt zum Bahnhof Fiesch geniessen. Nach kurzer Wartezeit fuhr der Anschlusszug nach Andermatt ein, und wir fanden ein leeres Viererabteil.

In Andermatt angekommen, wollten wir nicht gleich weiter, sondern gönnten uns zum Abschluss noch eine Apéro-Pause im Hotel Chedi, bevor wir in den nächsten Zug stiegen.

Anschliessend fuhren wir gemeinsam weiter bis nach Arth Goldau, dort verabschiedeten wir uns von Ursula und Markus und stiegen um in den Zug nach Zürich.
7/18/19Garmin: Castle-Blitzingen_Fieschertal

TR Quinten – Laubegg 1340m – Betlis – Weesen

Mein Plan: Trailrunning Quinten – Gocht 1951m – Bergstation Selunbahn, und was dann daraus wurde.

Bin heute morgen bei sonnigem Wetter wieder mal früh losgezogen. Mein Zug fuhr 07:43h ab Zürich HB und kam 08:37h in Murg SG an. Dort wechselte ich um 08:43h aufs Schiff (CHF 7.20) von Murg Ost (See) (BAT 415) nach Quinten, Ankunft 09:00h. Das Personal vom Restaurant Schifflände ist auch mit im Boot, sie bringen Säcke voller Brot und Kisten mit Gemüse. Da das Gebirge noch mit Nebelschwaden verhängt ist, setze ich auf Abwarten und Kaffeetrinken im Restaurant, das eigentlich erst ab 10 Uhr geöffnet wäre.

Als nächstes noch die zwei Wasserflaschen auffüllen, denn viele Gelegenheiten zum Nachfüllen wird es da hinauf wohl nicht geben. Dann laufe ich zügig los, ab jetzt geht es von der Seehöhe 419m bis zu Gocht 1951m eigentlich nur noch steil bergauf. Nach dem Start durch Quinten 433m komme ich bei Allmeind 495m vorbei, dort ist die Talstation der Materialtransportbahn, die hinauf zur Bergstation Laubegg fährt. Der Weg ist gut, aber sehr steil, so komme ich bald an der Bucheletegg 677m vorbei und laufe weiter hinauf zur Wegkreuzung bei Bidem 933m, dort hat es eine Abzweigung nach Seerenwald, Betlis und Weesen. Aber ich will ja weiter hinauf nach Säls und dann über die Gocht.

Nach einer Stunde bin ich bereits auf 1257m unterhalb der Bergstation,  was schon über 800 Höhenmeter ergibt. Bei der Hütte mache ich eine kleine Pause und esse eine Nut-Bar mit dunkler Schokolade, Nüssen und Meer Salz. Danach komme ich zur Laubegg 1340m, der Weg ist schmaler geworden und weniger steil. Unten auf der Alp höre ich Kuhglocken, aber im Nebel sehe ich die Tiere nicht. Dann bei 1430m treffe ich auf ein gefrorenes Schneefeld, dieses behindert, respektive verhindert den Übergang. Von hier wären es nur noch cirka 2 Km und 500 Höhenmeter zum Pass. Wegen dem Nebel kann ich nicht sehen, wo es auf der anderen Seite weitergehen würde, und ein Risiko will ich nicht eingehen. Somit beschliesse ich den Abbruch der Übung und gehe wieder zurück nach unten.

Den schönen Aufstieg wieder hinab, erst auf rutschigem Lehmboden, dann ein schöner mit Steinen durchsetzter Waldweg. Auch auf diesem Weg war Vorsicht gefragt, die Steine waren feucht vom Nebel.  Wieder unten bei Bidem auf 933m angekommen, entscheide ich mich beim Wegweiser für mein alternatives Ziel, Weesen. Mal geht das Joggen etwas einfacher, mal ist es etwas steiler und rutschig, doch ich komme gut voran. Beim Fulenbach hat es nicht soviel Wasser, der Wasserfall ist etwas mager, dann laufe ich am Haslegade 520m vorbei in Richtung Vorderbetlis.

Eigentlich habe ich jetzt ja genügend Zeit und mache deshalb den Abstecher zum Seerenbachfall bei der Rinquelle oberhalb von Betlis. Danach jogge ich hinunter zur Strasse, dann weiter an der Kirche vorbei und treffe in Betlis ein.

Weesen / St. Gallen / Switzerland - 7/9/19Im Restaurant Burg-Strahlegg esse ich eine leckere Räuberwurst mit Kartoffelsalat, dazu einen Saft vom Fass und einen Espresso.

Nach der Mittagspause nehme ich noch das kurze Reststück unter die Füsse, alles dem dem See entlang. Ich benötigte nicht allzu lange, dann bin ich beim Bahnhof. Doch dieser Weg zum Bahnhof war völlig unnötig, dort hält nämlich kein Zug mehr, so musste ich zurück zur Weesen Post laufen und ab dort mit dem Postauto nach Ziegelbrücke fahren. Ab dort mit der S25 zurück nach Zürich HB und mit Tram und Bus nach Hause.

7/9/19Garmin: Quinten_Laubegg_Betlis_Weesen

Steg – Toggenburger Höhenweg – Ricken SG

Heute machte ich eine kleine Trailruning Tour von Steg 695m im Töstal hinauf zum Roten 1147m über die Hirzegg 1049m, und weiter zum Schnebelhorn 1291m. Immer auf dem Höhenweg zum Gasthaus Alp Schindelberg 1154m. Kurze Pause bei 1/2L Cola und feinem frischen Nussgipfel. Anschliessen weiter steil hinauf auf die Rossegg 1254m über die Ober Habrüti zur Chrüzegg 1313m und gleich hinunter zum Bergasthaus 1264m.

Es war grad passend um 12 Uhr und so bestellte ich einen 1/2L Möhl ohne und Àlplermakronen mit Apfelmus. Auf dem Bank den Rücken an der Sonne so trocknete der Rücken und der Trailrucksach auf dem Bank recht schnell.

Die direkte Abzweigung zum Tweralpspitz 1331m habe ich verpasst und durfte so den viel steileren Zugang von der Untere Twerap hinauf „klettern“.  Über den Rotstein 1285m an der Schwamegg 1211m vorbei, ging es hinunter zur Alpweitschaft Hüttenberg 1054m. Da ich bereits genügend getrunken habe lies ich diese Gelegenheit aus und lief weiter nach Oberricken 906m und von dort aus auf der Strasse direkt hinunter nach Ricken SG 786m. Noch ein paar Meter hinauf zur Bushaltestelle Ricken SG, Kirche und noch rechtzeitig auf den Bus nach Rapperswil SG. Von dort aus direkt nach Zürich Oerlikon und nach Hause zur vierdienten Dusche.

7/5/19

Garmin: Steg_Toggenburger-Höhenweg_Ricken-SG

2-tägige Churfirsten Tour

Alt St. Johann / St. Gallen / Switzerland - 6/29/19Die «sieben Churfirsten», wie sie u. a. in der Tourismuswerbung genannt werden, heissen von Westen nach Osten: Selun (2204 m), Frümsel (2263 m), Brisi (2279 m), Zuestoll (2235 m), Schibenstoll (2234 m), Hinterrugg (2306 m) und Chäserrugg (2262 m). Am Selun ist das Wildenmannlisloch zu finden.

Freitag 28. Juni:

Am Nachmittag erfolgt die Anreise nach Wildhaus, der Bus für den Transport zum Hotel Stump’s Alpenrose steht an der Haltestelle bereit. Nach dem Zimmerbezug muss ich gleich mal duschen, es war sehr heiss im Doppelstock-Postauto von Wattwil nach Wildhaus Lisighaus. Danach ab ins Restaurant zum Nachtessen, alleine am runden Tisch.

Samstag 29. Juni:

Bereits um 05:00h ist das Frühstück geplant, und um 05:45h treffen wir den Bergführer Norbert Fischbacher auf dem Parkplatz vor dem Hotel. Dort ist auch Sonja Teuscher vom TT Toggenburg Tourismus, sie macht die Tour auch mit, damit sie die Kundensicht auch kennt. Mit dabei sind Nicole aus Münchwilen, Daniela & Philip aus Fläsch und Oliver aus Thalwil. Wir dürfen die Sachen, die wir erst heute Abend oder in der Nacht benötigen, in eine Kiste legen. Dieses Gepäck wird zum Berghotel Sellamatt  transportiert, so müssen wir weniger Gepäck mittragen. Was bei der angesagten Hitze von Vorteil ist.

Wir starten vom Hotel Parkplatz 1143m aus und gehen hoch, erst zum Iltios 1342m, es folgt das Stöffeli 1681m, dann hinauf zum Chäserrugg 2260m. Dort ist auf der heutigen Etappe die einzige Möglichkeit etwas zu trinken und Wasser nachzufüllen.

Der Weg zum Hinterrugg 2306m ist kurz und führt über einen kleinen Grat.

Um den Schibestoll 2234m zu erreichen, wird über ein Schneefeld abgestiegen, welches nicht auf dem Wanderweg ist. Dadurch verkürzt sich der Zustieg um circa eine Viertelstunde. Nach dem Aufstieg und der kurzen Pause folgt der Abstieg.

Dann wandern wir zum nächsten Zustieg. Die heutige letzte Bergroute ist, im Gegensatz zu den anderen Bergen, weiss-blau-weiss markiert. Es hat kleinere Kletterpassagen am Anfang, und der Weg über den Vorgipfel ist mit Stahlseilen gesichert, so kommen wir dann zum Hauptgipfel, dem Zuestoll 2235m.

Nach dem Abstieg auf derselben Route wandern wir hinunter zum Berghotel Sellamatt 1389m. Dort erwartet uns Mineralwasser und ein 🥂Cüpli, dazu wird eine leckere Aufschnittplatte serviert.

Danach gehen wir uns endlich frischmachen und treffen uns um sieben Uhr wieder zum Nachtessen. Dann noch ein Schlummerbecher und bald darauf ab ins Bett. Es ist sehr warm im Zimmer, und die Decke wird nicht benötigt.

6/29/19

Garmin: Chäserrugg_Hinterrugg_Schibestoll_Zuestoll

Sonntag 30. Juni:

Es wird auch heute wieder über 30°C heiss werden.

Alt St. Johann / St. Gallen / Switzerland - 6/30/19Frühstück 05:15h und um 06:00h sind wir bereit und wandern auf dem Höhenweg in Richtung Brisi 2279m. Die 890 Höhenmeter Aufstieg sind happig mit den müden Beinen vom Vortag.

Hinunter auf demselben Weg. Zum Glück kennt Norbert wieder eine Abkürzung, der nächste Zustieg erfolgt über ein Schneefeld, dies erleichtert die Tour und erspart uns zusätzliche Kilometer und auch Höhenmeter. Kurz vor Mittag sind wir oben beim Frümsel 2263m.

Das Sandwich aus dem Lunchpaket essen wir nach dem Abstieg unten bei unserem Materialdepot. Danach wandern wir zum letzten und einfachsten Berg, dem Selun 2204m.

Nach dem Abstieg zieht sich der Weg zur Ochsenhütte 1676m in der Hitze ordentlich in die Länge. Auch hier werden wir wieder erwartet, es ist ein Tisch reserviert, und die Aufschnittplatte steht bereit. Nach der Stärkung lobt Norbert unsere Gruppe für die gelaufenen Zeiten und meint, dass in etwa alle gleich stark waren.

Danach überreicht er uns einen Sticker mit allen sieben Churfirsten für den Rucksack.

Bald kommt der Bus 🚌 vom Hotel, dieser bringt uns über das Berghotel Selamatt, wo noch das deponierte restliche Gepäck aufgeladen wird, zurück zum Stump’s Alpenrose. Dort verabschieden wir uns voneinander. Die einen gehen noch zum Schwendisee für eine Abkühlung, doch mich zieht es nach Hause. Nicole ist so nett und nimmt mich bis zum Bahnhof Wil SG im gekühlten Auto mit. Die Wartezeit auf dem Perron, verbringe ich mit einer kühlen Apfel-Schorle.

7/1/19Garmin: Brisi_Frümsel_Selun

Die Organisation der Tour durch Toggenburg Tourismus war hervorragend. Norbert Fischbacher unser Bergführer hat uns sicher auf alle sieben Gipfel geführt und uns einige Erklärungen und Hinweise zu den Passagen mitgegeben. Damit wir klügere Entscheide fällen können, falls wir einmal irgenwo alleine wandern.