ZH – Bergamo Etappen 13-14: 👣 zu Fuss 👣

Lange Anreise 🚆 Zürich – Morbegno Montag 30. Sept.

  • Dep 09:10 Zürich HB – Pl. 8 (EC 315, Venezia S. Lucia)
  • Arr 12:36 Monza
  • Dep 13:32 Monza (R 2562, Tirano FS)
  • Arr 14:59 Morbegno

Am Schalter konnte ich nur bis Monza lösen. Für die restliche Strecke muss ich in Italien schauen, wie ich zum Billett komme. Der Zug war wie angesagt wirklich sehr voll, und ich deshalb sehr froh um den reservierten Sitzplatz.

Die Ankunft in Monza hat sich verzögert, aber Zeit habe ich genug. Die Weiterfahrt nach Morbegno kostet nur €7.80. Im Bahnhof Café gönne ich mir ein Stück Pizza 🍕 und eine Flasche Becks dazu. Weiter gehts im TreNord Regio 2562 Richtung Tirano FS. Auch dieser Zug ist gut besetzt, aber ich finde einen Platz.

⚠️ Überraschung 🙀 Im Zug musste ich, für das dummerweise nicht abgestempelte Billett, noch €12.10 bezahlen, weil der Kontrolleur mir nicht geglaubt hat, dass ich dies nicht gewusst habe.

Den Weg vom Bahnhof zum Hotel kenne ich bereits. Mein Zimmer ist bereit, und ich kann mich hinlegen nach der langen Sitzerei im Zug.

Übernachtung wieder, wie bereits am 19.11.2018, in der schönen Antica Osteria Rapella 1886 in Morbegno (SO) ZF € 49.-

Danach mache ich einen Spaziergang durch das Dorf und schlecke das in Italien obligatorische Gelato. In der Kirche spende ich eine elektrische Kerze 🕯 für gutes Wetter für die kommenden zwei Tage.

Etappe 13: Morbegno – Rifugio Passo San Marco 2000

Mein Schlaf bis um sieben Uhr war erholsam. Die Brötchen mit Konfi, das Joghurt und der Cappuccino waren lecker. Der Aufruf von WetterPro löst bei mir gespaltene Gefühle aus, für heute vormittag sieht es mit 12-19°C noch sonnig ☀️ und warm aus. Am Nachmittag hat es dann mehr Wolken und nachts wird eventuell der Azoren-Hurrikan „Lorenzo“ auch noch ein Wort mitreden.

Zurück im Zimmer mache ich auf Sommer, mit kurzer Jogginghose und engem T-Shirt laufe ich durchs Dorf. Beim Palazzo Malacrida beginnt der historische Wanderweg, die Via Priula.

Die Via Priula ist eine alte Salzstrasse im Bitto Tal, die im 16. Jahrhundert, im Auftrag von Alvise Priuli angelegt worden ist. Sie verbindet Bergamo über Morbegno mit Graubünden und war für die Venezianische Republik eine wichtige Handelsstrasse.

Im Tal vom Torrente Bitto steigt der Weg steil hinauf und überquert ein paar mal die gewundene Passstrasse, doch dann kurz vor Campo Erbolo läuft man ein kurzes Stück auf der Strasse, bevor der Wanderweg dann wieder unterhalb dieser nach Albaredo per San Marco (950m) führt. Dort wandere ich Treppen hinauf zur Via San Marco und komme zum Ristorante La Flora. Nach dem doppelten Espresso laufe ich zügig weiter. Der Weg verläuft erst oberhalb, später nach einer weiteren Querung, dann unterhalb der Passstrasse.

Ab hier folge ich dem historischen Weg durch den Wald und komme zur Segheria al ponte di Pedena.

Bald darauf kommen mir zwei Wanderer entgegen. Kurz danach laufe ich an der kleinen Kapelle 💒 bei Dosso Cherico vorbei. Das Haus mit der Fahne war ein Irrtum, es ist kein Restaurant sondern ein Privathaus und es wird hier nichts verkauft, nur ein kleiner Hund bellt mich an. So laufe ich halt weiter und mach weiter oben auf 1600m bei einer Hütte, auf der Bank, eine kurze Pause. Hier esse ich meinen zweiten MeKind Bar, dazu trinke ich den Rest Mineralwasser aus der ersten Flasche.

Später treffe ich auf drei Männer, die mitten auf dem Weg ihr Mittagessen verspeisen und auch eine Flasche Wein haben. Weiter hinten sehe ich dann den kleinen Bagger, mit dem sie den nun folgenden Weg wieder instand gesetzt haben. Auch der Übergang über den kleinen Bach ist neu gemacht, und man kann wieder trockenen Fusses auf die andere Seite queren. Nun bin ich bereits auf 1800m, und mir kommt ein vermummtes Paar entgegen, dass schweigend meine Kleidung mustert. Durch mein rasches Aufsteigen habe ich genügend Wärme produziert, um nicht zu frieren. Schon bald höre ich die Strasse und es dauert nicht mehr lange, bis ich auf dem höchsten Punkt beim Passo San Marco (1991m) bin. Aber lange kann ich hier nicht rumstehen, der Wind kühlt mich aus. So laufe ich den letzten Kilometer zügig hinunter zum Refugio Passo San Marco 2000 und beziehe sogleich mein ungeheiztes Zimmer. Nach der warmen Dusche kann ich um 13:30h im Restaurant noch Essen bestellen. Das Ragout mit der Käse-Polenta schmeckt mir ebensogut wie das Morretti und der Espresso. Kurz vor drei Uhr gehe ich nochmals hinaus, diesmal mit der Daunenjacke, die jetzt nötig ist. Die Berge sind schon alle eingenebelt, und ich warte auf den angesagten Regen. Es wird sich später ja herausstellen, wie präzise die heutige Wettervorhersage ist.

Hier oben ist absoluter digital Detox, mit dem Mobile „No Service“ hat es hier weder telefonisch noch sonstige Möglichkeit zu kommunizieren. So habe ich viel Zeit rumzuhängen und nix zu tun.

Mein Nachtessen, das ja bei der Halbpension mit dabei ist, findet erst um sieben Uhr statt. Ich habe mich für die Gerstensuppe entschieden und dazu etwas 🍷🍷getrunken. Zum Dessert ein feines Tiramisu sowie einen ☕️ danach. Mit dem Kachelofen im Rücken war es schön warm im Saal. Ich bin jetzt am Abend der einzige Gast, die grosse Wanderergruppe vom Mittagessen ist mit dem Bus weitergereist.

So gegen Mitternacht hin war das Gewitter dann hier, und es hat geblitzt und gedonnert, den starken Regen habe ich auch gehört.

Übernachtung im Rifugio Passo San Marco 2000  ZHP € 55.-

BIRU-WP-20191002T115250GMT0200.pngGarmin: Morbegno_Refugio-Passo-San-Marco-2000

Etappe 14: Rifugio Passo San Marco 2000 – Piazzatorre

Der morgentliche Blick aus dem Fenster überrascht mich, es scheint, der nächtliche Regen hat aufgehört. Die gespendete Kerze 🕯 hat sich also bewährt. So gehe ich gut gelaunt und ausgeruht kurz vor acht zum Frühstück.

Danach packe ich den Rucksack und mache ich mich um 8:30h auf den Weg hinunter nach Piazzatorre. Obwohl es in der Nacht gewittert hat, ist der Weg gut zu laufen. Zwar nass, aber trotzdem griffig, zum Teil sind die Steine mit Gras bedeckt und schön weich zum Abrollen. Bergab, das laufe ich am liebsten, so bin ich bereits nach 30 Minuten unten beim Ponte dell’Acqua.

Ab dort ein kurzes Stück auf der Passstrasse und dann wieder alleine auf weiter Flur auf dem Wanderweg. Den Ort Scaluggio sehe ich nur von oberhalb, etwas später wandere ich durch Mezzoldo. Nach der Kirche San Giovanni, wandere ich nun auf der Via del Ferro weiter.

Dieser Weg diente Jahrhunderte lang dem Transport des, an den Hängen vom Pizzo Tre Signori, gewonnen Eisenserzes, was einen wesentlichen Einfluss zur Entwicklung des Val Brembana beitrug.

Der Weg ist zwar markiert, aber es gibt Stellen, da bin ich froh um mein GPS und dem darauf gespeicherten Pfad. So komme ich schlussendlich zur Abzweigung, wo es hinauf nach Piazzatorre geht. Aber ich laufe weiter talwärts zur nächsten Bushaltestelle bei Piazzolo.

Beim Konsultieren der Abfahrtszeiten fällt mir auf, dass mein geplanter Bus 🚌 hier gar nicht anhält. So mache ich dann Autostopp. Es dauert nicht lange, dann hält ein Fiat. Der Fahrer Mauro spricht sogar deutsch. Das erleichtert unsere Kommunikation sehr. Er hat eine Bäckerei und hat heute morgen Brot zum Refugio gebracht. Er erkundigt sich, um welche Zeit ich das Refugio verlassen habe, als ich ihm dies sage, meint er, es sei eine sportliche Leistung bis hierher. Nun fährt er mit mir bis nach Zogno, wo ich in der Bar für €2.80 ein Busbillett kaufen kann. Damit fahre ich mit dem 11:35h Bus 🚌 nach Bergamo SAB. Dort esse ich im Best Western Hotel am Bahnhof mein Mittagessen und nehme den nächsten Zug nach Milano Centrale. Hier nun beginnt die längere Wartezeit auf meinen Zug mit reserviertem Sitzplatz nach Hause.


BIRU-WP-20191002T115303GMT0200.pngGarmin: Refugio-Passo-San-Marco-2000_Mezzoldo_Piazzatorre

Lange 🚙  🚍 🚈  🚅 Heimreise Mittwoch 2. Okt.

Bus Zogno – Bergamo

  • Dep 11:35 Zogno
  • Arr 12:10 Bergamo (terminal sab)

Zug Bergamo – Zürich

  • Dep 14:02 Bergamo (R 2632)
  • Arr 14:50 Milano Centrale
  • Dep 19:10 Milano Centrale (EC 324)
  • Arr 22:50 Zürich HB – Pl. 8