TR „alleine“ auf den Säntis

Montag 27. Juli 2020

Es läuft nicht ganz so wie ich es mir vorgestellt hatte. Die Fahrt nach Wasserauen war zwar entspannend, doch der erste Parkplatz bei der Seilbahn war schon abgesperrt, weil bereits vollgestellt mit Autos. Der nächste sah genauso aus, doch schon beim dritten fand ich dank kundiger Einweisung meinen Platz. Da hier die Parkgebühr bezahlt werden muss und es in Sichtweite nur eine einzige Zahlstation hatte, standen diverse Leute an, um ihr Ticket zu lösen, schön für solche, die dafür eine App haben. Ich habe mir kurz überlegt, eine dieser zwei vorgeschlagenen Apps herunterzuladen, doch dann hätte ich sicher wieder irgendwo eine Konto aufmachen müssen mit Passwort, dazu hatte ich dann aber keine Lust. Nachdem ich endlich drangekommen war, hat natürlich die Bank-Karte nicht funktioniert, so musste ich die Zahlung mit Bargeld erledigen, dafür musste ich allerdings die Eingaben wieder von vorne beginnen. Dann zur Seilbahnstation und auf dem WC die beiden Trinkflaschen auffüllen und die Trail-Stöcke bereit machen, dann kann ich um neun Uhr endlich loslaufen.

Erst ein Stück talwärts dem Schwendebach folgen, dann links hoch zum Forscherstein 903m und viele Stufen hinauf zum Blättli. Auf einer Stufe steht ausserhalb des Zaunes ein Rind und macht frische braune Fladen, so muss ich warten, bis ich daran vorbei kann, weiter zur Alphütte Bommen. Beim Punkt 1314 habe ich die Route über das Berggasthaus Äscher 1455m, Wildkirchli genommen und bin so zur Bergstation Ebenalp gekommen. Für einen Restaurantbesuch war es noch zu früh, so bin ich gleich weiter über die Chlus hinauf zum Restaurant Schäfler 1925m. Dort habe ich kurz einen Espresso, Nussgipfel und eine grosses Cola genossen und bin kurz darauf wieder gegangen.

Es dauerte nicht lange, dann kam der mit Stahlseilen gesicherte Abstieg zu Läden 1885m, immer schön dem schmalen Weg dem Hang entlang komme ich zum Lötzisälpilsattel 1899m. Die Wanderer sind durchaus nett, wenn sie mich gehört haben, lassen sie mich überholen. Durch die Vordere Öhrligrueb, am Öhrlikopf vorbei zum Punkt 2100, so komme ich zur Hintere Öhrligrueb 2119m. Als ich am Höchnideri vorbei laufe, sehe ich Leute, die den Weg zum Säntis nicht fortsetzen wollen und den steilen Weg hinunter zum Mesmer wandern. Als ich mich umschaue, sehe ich, dass die meisten der Überholten diese Variante wählen.

Jetzt kommt ein flacheres Stück, ich komme gut voran. Weit ist es optisch gesehen eigentlich nicht mehr, nur wird es nun steiler und die Schneefelder nehmen zu. Dann wird es wieder recht technisch, es ist gut gesichert, aber steil. Nun bin ich beim Blauschnee, dort liegt für besondere Fälle ein sehr langes Seil über den Fussspuren, doch diese sind meistens gut gespurt und ich kann das Schneefeld mit den Stöcken gut bewältigen. Nochmals einen technischen Aufstieg durch Rinnen, als ich durch die Lücke komme, sehe ich die Säntis-Route von der Schwägalp und auch von dort kommen Leute hinauf. Jetzt noch über den Grat, dann etwas hinunter, wo sich die Leute stauen vor dem letzten Aufstieg an der Himmelsleiter zum Säntis 2502m.

Durch den Stollen komme ich zum Lift und fahre in den fünften Stock zur Aussichtsplattform. Dort gönne ich mir eine kleine Pause mit dem Rücken zur Sonne, damit das Leibchen schneller trocknet. Nachdem die Sonne dies erledigt hat, suche ich das volle Restaurant auf, doch weder draussen noch drinnen finde ich einen Platz. So laufe ich durch den Stollen zum Bergrestaurant Alter Säntis, dort ist draussen auch alles besetzt, doch drinnen finde ich einen leeren Tisch. Ein grosses Cola und zwei Tüten Zweifel-Chips sind mein Mittagessen für den Weg hinunter.

Nach der Pause habe ich einige Mühe, den richtigen Weg zu finden. Der Hinweis im Stollen Mesner über Blauschee hat mich verwirrt. Zum Chalbersäntis und dem Lisengrat will ich auch nicht, das habe ich schon gemacht. Als ich zurücklaufe, sehe ich direkt beim Gartenrestaurant meinen Wegweiser zur Wagenlücke 2073, die ich nach 470m Abstieg in zwanzig Minuten erreiche. Hier geht es in vielen Zick-Zack steil hinunter zur Fehlalp und dem Restaurant Mesmer 1613m. Hier mache ich nochmals Pause und trinke einen Most und kann am Wasserhahn endlich meine beiden Trinkflaschen wieder auffüllen. Oben auf dem Gipfel war in der Toilette ein Schild „Kein Trinkwasser“, das hat mich davon abgehalten die Flaschen zu füllen. Der nun folgende Weg für den Abstieg zum Leiterfeld benötigt wegen der Steine etwas Konzentration, schon sehe ich den Seealpsee 1142m, den ich eine halbe Stunde später erreiche.

Nun kann ich es auf der Fahrstrasse hinunter nach Wasserauen 868m rollen lassen und bin nach 25 Minuten beim in der Sonne aufgeheizten Auto. Die Heimfahrt war bis auf den normale Stau vor dem Schöneich-Tunnel problemlos.

Gamin: Wasserauen-Säntis-Wasserauen