TR Cröt-Maloja-Rona 2 Tage 9 Pässe

Wieder einmal ein Zweitage-Trailrunning, leider hat niemand der Schildgruppe Zeit, um auf die schöne Tour mitzukommen. So sitze ich im Zug nach Chur und Thusis, bei Felsberg werden kurz die Scheiben nass. Mit dem Postauto fahre ich nach Andeer Heilbad, es ist recht voll mit Ausflüglern, doch nicht alle steigen ins zweite Postauto nach Avers Cröt.

Donnerstag 14. Juli 26.4km 1548m/1483m

Von Cröt 1716m aus laufe ich, mit den leeren Wasserflaschen, nach Juf 2125m, der höchstgelegenen, ganzjährig bewohnten Siedlung Europas. Bei der Pension Edelweiss trinke ich 3dl Mineralwasser und 3dl Cola, dazu esse ich einen Nussgipfel.

Danach geht es durch die Jufer Alpa hinauf, bis zum Fuorcla da la Valletta 2585m.

Etwa anderthalb Kilometer später bin ich bereits beim Forcellina 2671m, dem folgt der Leg da Sett 2382m und der Pass da Sett 2310m.

Forcellina 2672m

Der Aufstieg zum Pass Lunghin 2644m ist zwar auch nur etwa zwei Kilometer, dafür am Anfang sehr steil und beansprucht die Beine. Oben angelangt bin ich bei der dreifachen Wasserscheide. Gegen Osten fliesst das Wasser in den Inn und via Donau ins Schwarze Meer. Nach Nordwesten fliesst das Wasser in die Julia, dann in den Rhein, welcher schliesslich in die Nordsee mündet. Das Wasser der Mera fliesst im Südwesten in den Comersee und via Po ins Mittelmeer.

Rundblick auf dem Pass Lunghin 2645m

Knapp 200m weiter unten liegt der Lägh dal Lunghin 2485m. Ab hier geht es nun vier Kilometer stotzig hinunter bis zum Malojapass 1820m, meinem Zielort. Im Hotel Pöstli, das zum Hotel Schweizerhaus gehört, habe ich super gegessen und wunderbar geschlafen.


Freitag 15. Juli 30.0km 1780m/2190m

Nach dem Frühstück verlasse ich Maloja 1802m auf der Via Engadina #87. Bei Blaunca 2034m passiert mir der erste Fehler, ich laufe bergab, auf der Via Engadina weiter, anstatt links aufzusteigen. Als ich es bemerke, drehe ich um und laufe zurück. Oben beim Plaun Grand 2309 mache ich den zweiten Fehler, anstatt flach nach rechts, laufe ich links hinauf in Richtung Piz Grevasalvas. Auf 2400m oben, gut 50 Höhenmeter unter dem Lej Nair 2454m, bemerke ich es und fluche über den Zeit- und Kraftverlust. Der Schlussaufstieg ist hart, über loses Geröll und grosse Steinbrocken klettere ich hinauf zum Fuorcla Grevasalvas 2687m. Kurz vor dem Übergang passiert mir ein Missgeschick. Mein Black Diamond Stock rutscht zwischen zwei Steine und durch die Vorwärtsbewegung zerbricht der Carbon unterhalb des Griffes. Ab hier muss ich mit einem Stock auskommen.

Blick zurück ins Tal

Hinunter brauche ich die im Normalfall sowieso nicht, allerdings ist der erste Teil des Pfades nur loses Geröll und ich muss sehr vorsichtig laufen, um nicht zu rutschen. Vor dem Leg Grevasalvas 2390m wird der Weg besser und ich kann wieder joggen.

Im Restaurant Ospizio La Veduta 2237m beim Julierpass (2284m) esse ich eine feine Bündner Gerstensuppe, weil sie hier nur 3dl Vivi-Cola haben, trinke ich halt einen halben Kübel Panache für den Durst. Die Wasserflasche wird auch aufgefüllt, dann laufe ich weiter, immer den Fahrplan des Postautos im Kopf.

Der Aufstieg zum Fuorcla digl Legnet 2709m zieht sich über mehr oder weniger steile Passagen auf vier Kilometern hin. Auf dem Weg nach oben laufe ich öfters an Hinweisschildern vom Parc Ela vorbei, beim Punkt 2537m treffe ich auf den Alpenpässe-Weg #6. Beim Schild an der Kreuzung steht etwas von einem Himmelstor, ein Blick nach oben verdeutlicht es. Damit ist ein Felsentor gemeint, beim richtigen Sonnenstand kann man hier sicher spezielle Fotos machen.

Ganz oben, wo vor ein paar Jahren noch ein Gletscher war, hat es nun einen schönen türkisblauen See.

Meine Fotopause ist auch hier nur kurz, ich steige ab und laufe dann die vier Kilometer bis zum Sela da Muttariel (Kanonensattel) 2248m. Noch immer sind es fast 10 Kilometer bis zum Zielort. In Tigias 1977m mache ich kurz Pause, mit einem halben Liter Mineralwasser, dann laufe ich zügig weiter. Auf dem Wegweiser steht 1 3/4 h bis Rona, es ist bereits 15:06h und mein Postauto fährt 16:32h los. Die ersten drei Kilomter sind wellig und ich komme gut voran, dabei laufe ich an den drei Badeweihern Lais Blos 1960m vorbei. Kurz nach Plang da Crousch, ab dem Punkt 1935m zweigt mein wenig begangener Pfad links weg, und es wird recht steil. Der Weg sieht machmal eher wie ein Bachbett aus, mit Wasser und Steinen garniert. Eingentlich liebe ich solche Trails, aber meine müden Beine spüren die Anstrengung der beiden Tage und verlangen dazwischen kurze Wanderpausen. Um 16:09h kann ich die Hinweistafel Rona 1408m fotografieren und die Zeit reicht noch aus für ein Zielort Bier im nahen Campingplatz. Danach zurück zur Strasse und ins gut gefüllte Postauto nach Chur einsteigen.