TR 2 Tage Jura Höhenweg

Donnerstag 4. August 2022

Von Frinvillier-Taubenloch über den Chasseral nach Métairie de Dombresson (Frienisberg).

Frinvillier-Taubenloch – Chasseral

Es ist schon 19°C, als ich am Bahnhof Frinvillier-Taubenloch aussteige. Als Erstes werden nun die Arme und Beine mit Sensolar LSF25 geschützt. Nach einer vergeblichen Suche nach Wasser starte ich um  8:37h beim grossen Wegweiser meine Tour mit den leeren Trinkflaschen. Irritiert durch eine Umleitung laufe ich erst auf einem falschen Wanderweg, ein Kontrollblick auf die OutdoorActive App lässt mich dann zurücklaufen und auf dem #5 die ersten 500 Höhenmeter im schattigen Wald hinaufsteigen. 

Nach knapp zwei Stunden bin ich bereits bei der Cabane du Jura CAS. Sie ist leider nur am Wochenende offen und auch dann nicht immer, weil sich zuwenig Hüttenwarte gemeldet haben. So laufe ich durstig weiter über die sonnigen Juraweiden. 

Als ich beim Place Centrale 1288m das Schild‚ geöffnet’ der Métairie du Bois Raiguel sehe, mache ich den 10 Minuten Abstecher dorthin gerne. Im Restaurant angekommen bestelle ich einen halben Liter Mineralwasser mit Kohlensäure und Zitrone. Und hier kann ich endlich meine beiden Trinkflaschen auffüllen.

Im Schatten vom Turm Chasseral Signal 1607m mache ich eine kurze Trinkpause, dann jogge ich hinunter ins Hotel Chasseral. Die Zimmer sind alle die ganze Woche ausgebucht, wie mir gestern mitgeteilt wurde. Im Selbstbedienungs-Restaurant esse ich eine Rösti mit Schinken und Käse. Zwei 33cl Flaschen Möhl, Saft vom Fass, heben den Flüssigkeitspegel wieder auf ein normales Niveau an. Nach dem Espresso und dem leckeren Stück Linzertorte gehe ich nach draussen und mache mich bereit für den Rest der Strecke. Die momentane Temperatur hier oben ist knapp 25°C.

Bis zu meinem Massenlager in der Métairie de Dombresson (Frienisberg) ist es nicht mehr weit. Bis jetzt bin ich der einzige Gast, der hier übernachtet. Ich setze mich draussen in den Schatten und geniesse den kühlenden Wind und das kalte Bier.

Freitag 5. August 2022

Von der Métairie de Dombresson (Frienisberg) über Vue des Alpes zum Col de la Tourne.

Chasseral – Vue-des-Alpes – La Tourne

In der Nacht, so ganz alleine im Massenlager, habe ich gut geschlafen. Um 7:30 Uhr war der Wirt bereit und ich konnte am selben Tisch frühstücken.  Ich habe ihn dann gefragt, wie es so mit dem Wasser sei hier oben, wo alles so  trocken ist. Er wartet sehnsüchtig auf Regen, zweimal pro Woche bringt ein Zisternen-Wagen Wasser auf die Alp. Ich verabschiede mich von ihm und jogge über die Weide und die Combe Biosse hinunter, immer dem kleinen ausgetrockneten Bach Le Ruz Chasseran entlang. Danach durch ein Waldstück etwas aufwärts, bevor es wieder hinunter geht ins Bauerndorf Le Pâquier, dem Geburtsort von  Didier Cuche. Ab hier steigt es wieder an nach Les Vieux-Prés. Hier kreuzen sich die beiden Wege #2 und #5, im Frühling 2021 bin ich auf dem Trans-Suisse-Trail hier durchgelaufen.

Nun sind die Stöcke sehr nützlich, es wird schnell steiler, der Aufstieg zum Mont d‘Amin 1417m beginnt. Hier oben habe ich einen schönen Ausblick auf den Bieler- und Neuenburgersee. Bis zum Col de la Vue-des-Alpes 1283m sind es noch etwa drei Kilometer. In der Ferne höre ich ein Donnergrollen, aber ich lasse mich nicht stören, bei mir soll es ja trocken bleiben. Kaum auf dem Pass angekommen, wollen alle Gäste unter das Dach, eine Regenwolke verliert kurzfristig etwas Wasser. Ich mache Kaffee- und Trink-Pause und kontrolliere den Niederschlags-Radar. Dieses bestätigt die Prognose, und ich entschliesse mich, das nächste Teilstück auch noch anzuhängen.

Bis zum Restaurant unterhalb des Tête de Ran 1422m ist es nicht weit, die 100 Höhenmeter sind echt steil, im Zickzack geht es hinauf. Bis zum nächsten Anlaufpunkt, dem Mont Racine 1439m, ist der Weg mehr oder weniger auf der selben Höhe. Die Jurasteine erschweren das Joggen allerdings, da muss man gut aufpassen, wo man auftritt, um die Fussgelenke zu schonen.

Nun kann ich wieder abwärts joggen bis zur Alpwirtschaft La grande Sagneule 1320m. Hier mache ich meine letzte Trinkpause, ein halber Liter Mineralwasser füllt den Speicher, damit laufe ich den Rest der Strecke. Kurz vor der Mauvaise Combe darf ich wieder 50 Höhenmeter hinauf, um anschliessend 130 Höhenmeter hinunter zum Zielort zu rennen, dem Col de la Tourne 1129m. Im Hôtel de la Tourne, das leider kein Hôtel mehr ist, trinke ich mein wohlverdientes Bier und esse einen kleinen Schinkenteller. Meine Rückreise nach Zürich beginnt mit dem nächsten Postauto nach Neuchâtel und endet pünktlich am Hauptbahnhof.

Ein Gedanke zu “TR 2 Tage Jura Höhenweg

  1. Sonja Gründler August 6, 2022 / 08:04

    Im Jura muss man immer Getränke dabei haben, viele Restaurant sind geschlossen.

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