Planung 2020 Via Tolosana / Camino Aragonés

Die Zeit im trüben, nebligen, nassen Herbst kann ich nun gut nutzen für die Planung der nächsten Pilgerreise im Frühling 2020. Ich werde den Pilgerweg von Trieste nach Santiago de Compostela ab Südfrankreich fortsetzen. Mein Startpunkt wird aber nicht Arles sein, sondern ich fahre mit dem Zug nach Aix-en-Provence und ab dort mit dem Bus etwas weiter nach Osten, bis nach Le Muy. Dort wandere ich zuerst die zwei Etappen, die wir im 2018 aus terminlichen Gründen ausgelassen haben.

Le Muy – Lorgues / Lorgues – Carcès

Gleich nach Abschluss der zweiten Etappe, der Ankunft in Carcès, erfolgt die etwas komplizerte Verschiebung, mit fünf verschiedenen Bussen, von Carcès nach Maussane-Les-Alpilles.

  • 4223 🚍 17:23-17:50 Carcès — Brignoles
  • 4001 🚍 18:00-18:25 Brignoles — Saint Maximin
  • 4003 🚍 18:30-19:15 SaintMaximin — Aix-en-Provence 🛌
  •   025 🚍 09:30-10:30 Aix-en-Provence — Salon-de-Provence
  •   029 🚍 10:50-12:30 Salon-de-Provence — Maussane-Les-Alpilles

Von dort aus pilgere ich dann weiter nach Arles. Diese letzte Etappe auf der Via Aurelia haben Markus und ich im 2018 wegen des sehr schlechten Wetters ausgelassen und sind mit dem Bus nach Arles gefahren.
Ab Arles geht es dann regulär auf der Via Tolosana zum Col du Somport und ab dort auf dem Camino Aragonés nach Puente la Reina.

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Via Aurelia Le Muy – Lorgues – Carcès / Maussane-Les-Alpilles – Arles
Via Tolosana Arles – Col du Somport
Camino Aragonés Col du Somport – Puente la Reina

Nachfolgend noch Links auf Webseiten, auf denen man mehr Details über die zwei zu pilgernden Jakobswege erfahren kann:

  • Via Tolosana Arles – Col du Somport
    820 km ➡️ 12’461 m  ↗️ 10’846 m ↘️
  • Camino Aragonés Col du Somport – Puente la Reina
    160 Km ➡️ 1’912 m ↗️ 3’174 m ↘️
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⚠️ Grafik von rechts nach links lesen  Puente La Reina   –   Col du Somport   –   Arles

Höhenprofil im Vollbild anzeigen

ZH – Bergamo Etappen 13-14: 👣 zu Fuss 👣

Lange Anreise 🚆 Zürich – Morbegno Montag 30. Sept.

  • Dep 09:10 Zürich HB – Pl. 8 (EC 315, Venezia S. Lucia)
  • Arr 12:36 Monza
  • Dep 13:32 Monza (R 2562, Tirano FS)
  • Arr 14:59 Morbegno

Am Schalter konnte ich nur bis Monza lösen. Für die restliche Strecke muss ich in Italien schauen, wie ich zum Billett komme. Der Zug war wie angesagt wirklich sehr voll, und ich deshalb sehr froh um den reservierten Sitzplatz.

Die Ankunft in Monza hat sich verzögert, aber Zeit habe ich genug. Die Weiterfahrt nach Morbegno kostet nur €7.80. Im Bahnhof Café gönne ich mir ein Stück Pizza 🍕 und eine Flasche Becks dazu. Weiter gehts im TreNord Regio 2562 Richtung Tirano FS. Auch dieser Zug ist gut besetzt, aber ich finde einen Platz.

⚠️ Überraschung 🙀 Im Zug musste ich, für das dummerweise nicht abgestempelte Billett, noch €12.10 bezahlen, weil der Kontrolleur mir nicht geglaubt hat, dass ich dies nicht gewusst habe.

Den Weg vom Bahnhof zum Hotel kenne ich bereits. Mein Zimmer ist bereit, und ich kann mich hinlegen nach der langen Sitzerei im Zug.

Übernachtung wieder, wie bereits am 19.11.2018, in der schönen Antica Osteria Rapella 1886 in Morbegno (SO) ZF € 49.-

Danach mache ich einen Spaziergang durch das Dorf und schlecke das in Italien obligatorische Gelato. In der Kirche spende ich eine elektrische Kerze 🕯 für gutes Wetter für die kommenden zwei Tage.

Etappe 13: Morbegno – Rifugio Passo San Marco 2000

Mein Schlaf bis um sieben Uhr war erholsam. Die Brötchen mit Konfi, das Joghurt und der Cappuccino waren lecker. Der Aufruf von WetterPro löst bei mir gespaltene Gefühle aus, für heute vormittag sieht es mit 12-19°C noch sonnig ☀️ und warm aus. Am Nachmittag hat es dann mehr Wolken und nachts wird eventuell der Azoren-Hurrikan „Lorenzo“ auch noch ein Wort mitreden.

Zurück im Zimmer mache ich auf Sommer, mit kurzer Jogginghose und engem T-Shirt laufe ich durchs Dorf. Beim Palazzo Malacrida beginnt der historische Wanderweg, die Via Priula.

Die Via Priula ist eine alte Salzstrasse im Bitto Tal, die im 16. Jahrhundert, im Auftrag von Alvise Priuli angelegt worden ist. Sie verbindet Bergamo über Morbegno mit Graubünden und war für die Venezianische Republik eine wichtige Handelsstrasse.

Im Tal vom Torrente Bitto steigt der Weg steil hinauf und überquert ein paar mal die gewundene Passstrasse, doch dann kurz vor Campo Erbolo läuft man ein kurzes Stück auf der Strasse, bevor der Wanderweg dann wieder unterhalb dieser nach Albaredo per San Marco (950m) führt. Dort wandere ich Treppen hinauf zur Via San Marco und komme zum Ristorante La Flora. Nach dem doppelten Espresso laufe ich zügig weiter. Der Weg verläuft erst oberhalb, später nach einer weiteren Querung, dann unterhalb der Passstrasse.

Ab hier folge ich dem historischen Weg durch den Wald und komme zur Segheria al ponte di Pedena.

Bald darauf kommen mir zwei Wanderer entgegen. Kurz danach laufe ich an der kleinen Kapelle 💒 bei Dosso Cherico vorbei. Das Haus mit der Fahne war ein Irrtum, es ist kein Restaurant sondern ein Privathaus und es wird hier nichts verkauft, nur ein kleiner Hund bellt mich an. So laufe ich halt weiter und mach weiter oben auf 1600m bei einer Hütte, auf der Bank, eine kurze Pause. Hier esse ich meinen zweiten MeKind Bar, dazu trinke ich den Rest Mineralwasser aus der ersten Flasche.

Später treffe ich auf drei Männer, die mitten auf dem Weg ihr Mittagessen verspeisen und auch eine Flasche Wein haben. Weiter hinten sehe ich dann den kleinen Bagger, mit dem sie den nun folgenden Weg wieder instand gesetzt haben. Auch der Übergang über den kleinen Bach ist neu gemacht, und man kann wieder trockenen Fusses auf die andere Seite queren. Nun bin ich bereits auf 1800m, und mir kommt ein vermummtes Paar entgegen, dass schweigend meine Kleidung mustert. Durch mein rasches Aufsteigen habe ich genügend Wärme produziert, um nicht zu frieren. Schon bald höre ich die Strasse und es dauert nicht mehr lange, bis ich auf dem höchsten Punkt beim Passo San Marco (1991m) bin. Aber lange kann ich hier nicht rumstehen, der Wind kühlt mich aus. So laufe ich den letzten Kilometer zügig hinunter zum Refugio Passo San Marco 2000 und beziehe sogleich mein ungeheiztes Zimmer. Nach der warmen Dusche kann ich um 13:30h im Restaurant noch Essen bestellen. Das Ragout mit der Käse-Polenta schmeckt mir ebensogut wie das Morretti und der Espresso. Kurz vor drei Uhr gehe ich nochmals hinaus, diesmal mit der Daunenjacke, die jetzt nötig ist. Die Berge sind schon alle eingenebelt, und ich warte auf den angesagten Regen. Es wird sich später ja herausstellen, wie präzise die heutige Wettervorhersage ist.

Hier oben ist absoluter digital Detox, mit dem Mobile „No Service“ hat es hier weder telefonisch noch sonstige Möglichkeit zu kommunizieren. So habe ich viel Zeit rumzuhängen und nix zu tun.

Mein Nachtessen, das ja bei der Halbpension mit dabei ist, findet erst um sieben Uhr statt. Ich habe mich für die Gerstensuppe entschieden und dazu etwas 🍷🍷getrunken. Zum Dessert ein feines Tiramisu sowie einen ☕️ danach. Mit dem Kachelofen im Rücken war es schön warm im Saal. Ich bin jetzt am Abend der einzige Gast, die grosse Wanderergruppe vom Mittagessen ist mit dem Bus weitergereist.

So gegen Mitternacht hin war das Gewitter dann hier, und es hat geblitzt und gedonnert, den starken Regen habe ich auch gehört.

Übernachtung im Rifugio Passo San Marco 2000  ZHP € 55.-

BIRU-WP-20191002T115250GMT0200.pngGarmin: Morbegno_Refugio-Passo-San-Marco-2000

Etappe 14: Rifugio Passo San Marco 2000 – Piazzatorre

Der morgentliche Blick aus dem Fenster überrascht mich, es scheint, der nächtliche Regen hat aufgehört. Die gespendete Kerze 🕯 hat sich also bewährt. So gehe ich gut gelaunt und ausgeruht kurz vor acht zum Frühstück.

Danach packe ich den Rucksack und mache ich mich um 8:30h auf den Weg hinunter nach Piazzatorre. Obwohl es in der Nacht gewittert hat, ist der Weg gut zu laufen. Zwar nass, aber trotzdem griffig, zum Teil sind die Steine mit Gras bedeckt und schön weich zum Abrollen. Bergab, das laufe ich am liebsten, so bin ich bereits nach 30 Minuten unten beim Ponte dell’Acqua.

Ab dort ein kurzes Stück auf der Passstrasse und dann wieder alleine auf weiter Flur auf dem Wanderweg. Den Ort Scaluggio sehe ich nur von oberhalb, etwas später wandere ich durch Mezzoldo. Nach der Kirche San Giovanni, wandere ich nun auf der Via del Ferro weiter.

Dieser Weg diente Jahrhunderte lang dem Transport des, an den Hängen vom Pizzo Tre Signori, gewonnen Eisenserzes, was einen wesentlichen Einfluss zur Entwicklung des Val Brembana beitrug.

Der Weg ist zwar markiert, aber es gibt Stellen, da bin ich froh um mein GPS und dem darauf gespeicherten Pfad. So komme ich schlussendlich zur Abzweigung, wo es hinauf nach Piazzatorre geht. Aber ich laufe weiter talwärts zur nächsten Bushaltestelle bei Piazzolo.

Beim Konsultieren der Abfahrtszeiten fällt mir auf, dass mein geplanter Bus 🚌 hier gar nicht anhält. So mache ich dann Autostopp. Es dauert nicht lange, dann hält ein Fiat. Der Fahrer Mauro spricht sogar deutsch. Das erleichtert unsere Kommunikation sehr. Er hat eine Bäckerei und hat heute morgen Brot zum Refugio gebracht. Er erkundigt sich, um welche Zeit ich das Refugio verlassen habe, als ich ihm dies sage, meint er, es sei eine sportliche Leistung bis hierher. Nun fährt er mit mir bis nach Zogno, wo ich in der Bar für €2.80 ein Busbillett kaufen kann. Damit fahre ich mit dem 11:35h Bus 🚌 nach Bergamo SAB. Dort esse ich im Best Western Hotel am Bahnhof mein Mittagessen und nehme den nächsten Zug nach Milano Centrale. Hier nun beginnt die längere Wartezeit auf meinen Zug mit reserviertem Sitzplatz nach Hause.


BIRU-WP-20191002T115303GMT0200.pngGarmin: Refugio-Passo-San-Marco-2000_Mezzoldo_Piazzatorre

Lange 🚙  🚍 🚈  🚅 Heimreise Mittwoch 2. Okt.

Bus Zogno – Bergamo

  • Dep 11:35 Zogno
  • Arr 12:10 Bergamo (terminal sab)

Zug Bergamo – Zürich

  • Dep 14:02 Bergamo (R 2632)
  • Arr 14:50 Milano Centrale
  • Dep 19:10 Milano Centrale (EC 324)
  • Arr 22:50 Zürich HB – Pl. 8

Gletscherwanderung Turtmanntal – Bishorn 4153m

Unser drei-Tages-Programm:

  • Tag 1 Gruben 1819m – Turtmannhütte 2523m
  • Tag 2 Bruneggletscher – Tracuithütte 3259m
  • Tag 3 Bishorn 4153m – Zinal 1674m

Der Aufstieg über den Brunegg-Gletscher zur Tracuithütte wird uns besonders mit der Wegfindung durch das Spaltenlabyrinth herausfordern. Von dort aus ist der Weg auf den Bishorn-Gipfel zwar nicht mehr lang, doch die Höhe wird ihren Tribut verlangen. Der anschliessende Abstieg führt uns mit 2500 Bremsmetern ins Val d’Anniviers nach Zinal.

Nachdem ich die mir zugestellte, umfangreiche Packliste abgearbeitet habe, ist der 32L Rucksack 🎒 nun ordentlich gefüllt. Die Waage zeigt 10.8kg 😳 an, dies erst noch mit leerer Thermosflasche (5dl). Dazu kommen dann am Bahnhof Turtmann noch der Pickel und der Klettergurt.

Freitag, 13. September

Anreise
ab 07:02 Zürich HB – Gleis 31 (IC 8 806, Richtung: Brig)
an 09:02 Visp – Gleis 7
ab 09:10 Visp – Gleis 5 (R 6112, Richtung: St-Gingolph (Suisse))
an 09:20 Turtmann – Gleis 1

Treffpunkt: 09:20, Bahnhof Turtmann
Bergführer: Mario Rubin
TeilnehmerInnen: Sandra, Anja, Sabine, Paul Gründler

ab 09:55 Turtmann 🚡Luftseilbahn Turtmann – Unterems – Oberems (LTUO)
an 10:25 Oberems – Gruben (Turtmanntal) Bus 🚌

Gruben 1818m – Meiden Mittelstaffel 2234m – Turtmannsee 2174m – Turtmannhütte 2519m

Mario war im gleichen Zug und überreicht uns am Bahnhof Turtmann den Pickel und den Klettergurt. Bis auf Anja sind alle anwesend. Sie hat wegen Barriereproblemen den Anschluss in Bern verpasst und kommt eine Stunde später. Wir laufen zur Luftseilbahn 🚡 und fahren mit dem Bus 🚌 direkt nach Gruben. In der Gartenwirtschaft vom Hotel Schwarzhorn auf 1825m warten wir auf Anja. Mario erklärt uns mit vier 25‘000er Karten die geplante Routen. Als der nächste Bus ankommt, steigt Anja aus, und wir sind vollständig und können los. Der erste Aufstieg zum Panoramaweg ist wegen Holzarbeiten gesperrt, so gehen wir im Tal weiter bis zur nächsten Gelegenheit und steigen die 400m hinauf.

Bald einmal sehen wir den Turtmannsee und im Gegenhang die Hütte. Jetzt beginnt der Abstieg zum See. Weiter geht es, erst über den Damm, dann dem See entlang und schliesslich beginnt der Aufstieg zur Turtmannhütte.

Wieder sind etwa 400m zu bewältigen und endlich kommt die Hütte in Sicht. Schnell die Schuhe, Pickel und Stöcke aufhängen und das restliche Material im Zimmer deponiert. Mario hat ein eigenes Zimmer, wir sind zu viert im Achter-Zimmer. Zwei schlafen oben und zwei unten. Nach der Katzenwäsche kann ich mein verdientes Bier 🍺 trinken und Sachen an der Sonne trocknen lassen. Bald gibt es Suppe, Salat und Reis mit Huhn, der Fruchtsalat (Büchse) ist nicht so beliebt.

9/16/19Garmin: Gruben_Turtmannhütte

Samstag, 14. September

Turtmannhütte 2519m – Gäste 2614m – Brunegggletscher – Turtmanngletscher – Cabane de Tracuit 3256m

Tagwache um 6:45h, Sandra und Sabine sind bereits angezogen als mein Wecker klingelt. Mario klopft und erkundigt sich, ob alle wach sind. Anja und ich machen das Bett und steigen hinab und machen uns bereit. Der Frühstücksraum ist schon gut gefüllt. Danach laufen wir als eine der letzten Gruppen los, erst dem Wanderweg entlang, dann steil hinauf bis zum gut gesicherten Gässi.

Von dort wieder hinunter, dann überqueren wir die kleine verbliebene Gletscherzunge des Brunegg-Gletschers, wir sind angeseilt und mit Steigeisen ausgerüstet. Auf der Gegenseite, wieder auf dem Fels, versorgen wir die Utensilien und wandern zur Kletterpassage.

Mario steigt vor und macht oben das Seil fest. Am Seil gesichert steigen wir die Eisenleiter praktisch senkrecht hinauf. Auf der Seite wird die Sicherung eingehängt. Etwas vor dem Gipfel der Adlerflüe 2913m werden wir wieder freigelassen und machen auf 2913m eine Pause, bevor wir wieder 200m hinunter zum Turtmann-Gletscher wandern.

Dort montieren wir die Steigeisen wieder und laufen angeseilt hintereinander wie Gänse Mario nach. Er testet uns mit seiner eigenen Aufstiegs-Variante. Dafür klettert er als Beispiel voran und verwendet als Sicherung für uns eine Eisschraube. Uns bleibt nichts anderes übrig, als ihm nachzusteigen; mit Hilfe des Pickels kraxeln wir auf den Frontzacken steil hinauf. Die nächste Variante geht seitwärts über mehrere Spalten, auch hier sind wir gesichert. Der Letzte muss dann die Eisschraube wieder nach vorne bringen, damit diese teuren Hilfsmittel für die nächste Sicherung zur Verfügung stehen.

Auf einem flacheren Stück geht es zum rechten Rand hin und zurück auf den Fels, dies um den vielen Spalten auszuweichen. Auf 2990m machen wir noch eine kleine Pause, bevor es ohne Seil und Steigeisen weiter geht. Nochmals ist es recht steil, und auch hier sind wieder Stellen, die mit Stahlbügeln als Steighilfe ausgestattet sind. Danach geht es zurück zum schrumpfenden Gletscher, wieder am Seil und auf Steigeisen überqueren wir die Fläche und steigen links zur Hütte hinauf. Ab der Moräne können wir die technischen Hilfsmittel wieder versorgen und laufen zur Tracuit-Hütte.

Im Vorraum versorgen wir unsere Alpinausrüstung. Die Schuhe und Socken lassen wir an der Sonne trocknen. Danach folgt der Zimmer-Bezug, doch diesmal ist die Hütte voll. Ich darf im Zimmer 6 an der Wand schlafen, und die drei Frauen sind links neben mir platziert. Die Hütte ist mit 120 Personen ausgebucht, und die Zimmer sind alle voll. Beim Nachtessen um 18:30h ist der Speisesaal gerappelt voll. Es gibt Suppe und anschliessend Spaghetti Bolognese und zum Dessert Apfelmus.

Das Frühstück fürs Bishorn ist um 5:30h angeschrieben, somit wissen wir, dass diese Nacht etwas kürzer wird.

9/16/19Garmin: Turtmannhütte_Tracuithütte

Sonntag, 15. September

Cabane de Tracuit 3256m – Bishorn 4153m – Cabane de Tracuit 3256m – Zinal 1675m

Der Schlaf war schon etwas unruhig, denn einige wenige, die auf das Weisshorn 4506m wollten, mussten schon um zwei Uhr zum Frühstück. Doch die Unruhe, durch die vielen Toilettengänge blieb. Um fünf Uhr klingelte ein Wecker, und so standen wir auf und schauten, dass wir im Gedränge um die wenigen Toiletten nicht zuhinterst anstehen mussten. Der  Speisesaal wurde pünktlich um 5:30h geöffnet und Madame erklärte uns, dass sie Probleme mit dem Gas gehabt habe und deshalb der Kaffee nicht so heiss sei. Nach dem Frühstück deponierten wir die Sachen, die nicht mit aufs Bishorn mussten, in den dafür vorgesehenen Plastikbehältern und nahmen die Ausrüstung mit nach draussen. Mit den Steigeisen und den Stöcken in der Hand wanderten wir um 6:15h im Lichte der Stirnlampe hinter Mario nach, über die Moräne zum Beginn des Turtmanngletschers. Dort befestigten wir die Steigeisen und wanderten im Lichte des Vollmondes über den flachen Teil des Gletschers, dann durchquerten wir die Spaltenzone und stiegen hinauf. Oft konnten wir normal laufen, doch an einigen Stellen mussten wir seitwärts aufsteigen, was etwas mehr Kraft kostete. Dazu kam dann doch noch, dass durch den geringeren Druck pro Atemzug auch weniger Sauerstoff eingeatmet wird und somit die Atemfrequenz ansteigt, und dies die Leistung vermindert. In der Ferne sahen wir das Licht der Stirnlampen derjenigen, die übers Bishorn zum Weisshorn wanderten. Auf dem Weg zum Gipfel kamen uns die schnelleren Seilschaften entgegen, während andere noch hinter uns lagen.

 


Als wir um 9:34h den Gipfel erreicht hatten, machte Mario das Gruppenfoto mit den glücklichen Vier.

Oberems / Valais / Switzerland - 9/15/19

Beim Abstieg durfte ich, der vorher als Letzter am Seil war, bis hinunter in der Fläche, wo die Spalten waren, die Führung übernehmen. Dort übernahm Mario wieder den Lead und wählte eine etwas andere Variante der Route für den Rückweg zur Hütte. Dort wurde das Material wieder in die Rucksäcke verpackt, und wir konnten uns in der einen Stunde Pause erholen. Um 12:30h verabschiedeten wir uns von Sabine, die noch eine Nacht in der Hütte blieb, und den Abstieg am Montag alleine machen wollte. Die 1600m hinunter nach Zinal zogen sich in die Länge und beanspruchten die Beinmuskeln. Doch um 15:00h Uhr erreichten wir dann Zinal und konnten vor der Abfahrt mit dem Postauto im Restaurant Les Bouquetins noch ein Bier trinken.

Rückreise: Zinal ab 15:44

Das Postauto ist bereits voll, so stehen wir bis Vissoie poste, dort verlassen einige Passagiere den Bus, und wir können bis Sierre auch sitzen.  Im Zug nach Visp hat es für uns Sitzplätze, der Anschlusszug nach Bern ist dann schon eher voll, doch im Speisewagen finden wir noch einen grösseren Tisch für uns vier. Als erster verlässt uns in Spiez Mario, Anja wollte eigentlich in Thun umsteigen, doch ihr Anschlusszug ist gemäss Kondukteur bereits weg, So fährt sie mit uns nach Bern. Der Zug hat die Verspätung nicht aufgeholt und so wird der Umstieg in Bern mit einen Sprint erledigt. Kurz vor der Abfahrt steigen Sandra und ich in die volle 1. Klasse ein und laufen zu der 2. Klasse. Schon beim ersten Wagen kommen uns Leute entgegen, und es scheint aussichtslos, noch einen Sitzplatz zu finden. Doch Sandra erblickt im oberen Stock einen Soldaten, der sein umfangreiches Gepäck auf der Bank ausgebreitet hat und ermuntert ihn, den Sitzplatz freizumachen. Etwas mürrisch kommt er der Aufforderung nach, und wir können bis Zürich sitzen. Dort verabschiede ich mich von Sandra, die auf ihren Anschlusszug eilt, und ich fahre mit dem ÖV heim.

9/16/19Garmin: Tracuithütte_Bishorn_Zinal

Diese dreitägige Gletscherwanderung habe ich über WeitWandern gebucht. Sie wurde von Berg-Touren Frutigland durchgeführt.

Fazit: Das Wetter war traumhaft, die Gruppengrösse und Besetzung waren ideal. Mario, der sehr symathische Bergführer, hat uns mehr geboten, als auf dem Programm von WeitWandern geschrieben stand.

TR Ämpächli – Richetlipass – Linthal

27. August meine Route
Elm 976m 🚠 / Ämpächli 1480m – Skihütte Obererbs 1700m – Erbser Stock 2161m – Wichlenmatt 2037m – Richetlipass 2261m – Unt.Stafel 1386m – Linthal 653m

8/26/19

Mit der S25 fahre ich vom HB nach Schwanden GL, dort steige ich in den Bus 541 nach Elm 976m Sportbahnen und schwebe mit der Gondelbahn🚡hinauf, so erspare ich mir die 500 Höhenmeter, zum Ämpächli 1480m. Vor dem Start noch einen Kaffeehalt mit Nussgipfel und um die Trinkflaschen aufzufüllen. Anstatt der Via Alpina zu folgen, laufe ich auf dem unteren Weg durch ein Wildschongebiet (nur im Winterhalbjahr) auf einem schönen schmalen Waldweg. Leider ist die Fortsetzung des Weges nur auf OutdoorActive eingezeichnet, aber die Route ist nicht markiert, so laufe ich an der Abzweigung vorbei. Als ich den Irrtum bemerke, muss ich zurücklaufen, dies kostet mich einige zusätzliche Höhenmeter. Bei den Gebäuden zweige ich links ab zum Bach hinunter und überquere ihn an einer passenden Stelle. Danach darf ich, in Ermangelung eines richtigen Weges, durch ein trockenes Bachbett hochsteigen, dabei sind die Stöcke sehr nützlich.

Die erste Wasserflasche wird wieder aufgefüllt, als ich bei der Skihütte Obererbs 1700m ankomme und anschliessend ein Cola trinke. Danach laufe ich zügig aufwärts, über Alpweiden mit gut gedüngten Wanderwegen. Bereits bei der Skihütte unten ist die Sperrung des alpinen Wanderweges “Chli Chärpf – Leglerhütte” ausgeschildert. Mich stört das nicht, ich habe ja andere Pläne. Die Wege werden wieder sauber, als es dann steinig und steiler wird und im Zickzack hinauf geht. Schon bald bin ich auf dem Erbser Stock 2161m.

Ab hier sieht die Strecke hinunter zur Wichlenmatt 2037m trailmässig aus, nicht zu steil und guter Weg, so kann ich es rollen lassen. Auf der Alp sitzt der Senn mit jemandem am Tisch, die beiden spielen ein Würfelspiel. Soweit ich es beurteilen kann, wird hier nichts angeboten, so jogge ich in der Hochebene weiter. Bald steigt es wieder an, und so wandere ich die Steigung hoch zum Richetlipass 2261m.Elm / Glarus / Switzerland - 8/27/19

Oben angekommen, setze ich mich und esse den BE-KIND Riegel (Dark Chocolat Nuts & Sea Salt). Lange bin ich nicht alleine, von Linthal her kommt ein Wanderer, mit dem ich mich über seine 10-Tages-Wanderung unterhalte. In der Zwischenzeit kommen die zwei Frauen, die ich unten auf der Alp überholt hatte, auch hinzu und machen Pause. Ich bin genügend gesessen und gehe weiter. Erst mit den beiden Stöcken in einer Hand, doch die behindern mich nur, so stoppe ich kurz und verstaue sie im Trailrucksack. Zügig gehts hinunter zur Unterer Stafel 1386m.

Ab hier ist es wieder flacher dank einer Fahrstrasse, und ich komme gut voran. Bald kommt bei Stauden (Punkt 1176), eine Abzweigung, und so kann ich die letzten drei Kilometer auf dem Bachweg joggen. Vom Bach sieht man wenig, steil den Wald hinunter führt der Weg, sogar durch einen Tunnel hindurch. Dann bin ich unten im Dorf und schon bald in Linthal Bahnhof 653m am Ziel.

Ich habe es fast vermutet, erstens ist die Essenszeit zeitlich schon vorbei und zweitens hat es dort kein offenes Restaurant mehr in der Nähe. So spiele ich mit dem Selecta-Automaten und bekomme eine Büchse Cola und ein Kägifrett. Die S25 fährt eine halbe Stunde vor der Abfahrt ein, und so setze ich mich in den bequemen Sessel und verspeise den zweiten BE-KIND Riegel.

8/27/19Garmin Ämpächli-Richetlipass-Linthal

 

TR Kandersteg – Leukerbad – Goppenstein

Die Idee, Montag 19. August

Kurzfristig habe ich Helmut über WhatsApp angeschrieben, ob er am Donnerstag 22. August Zeit und Lust habe, mit mir von Kandersteg über den Gemmipass 2314m nach Leukerbad zu joggen. Seine Gegenfrage hat mich dann überrascht, ob ich nicht auch noch den Freitag 23. August anhängen wolle, dann von Leukerbad, über den Restipass 2626m nach Goppenstein joggen und erst ab dort mit dem Zug zurück nach Hause fahren. Ich habe dann das Majinghorn 3054m ins Spiel gebracht, aber dieses Horn ist soweit wir wissen, nicht zu überschreiten, und die Besteigung wäre somit mit einem Hin- und Rückweg verbunden. So haben wir uns provisorisch für den Weg über den Ferdenpass 2821m entschieden. Wir werden es aber lokal in Leukerbad noch vertieft abklären, was dort möglich ist, und wie der Zustand der Wanderwege ist.

Route Gemmipass FerdenpassHöhenproflile Gemmipass Ferdenpass

Kandersteg-Gemmipass 2314m-Leukerbad, Donnerstag 22. August

Frühes Aufstehen um 5 Uhr, 6 Uhr auf den Bus zum Bahnhof und nach Bern. Helmut steht auf Perron 4, und als wir im Abteil sind, erkundigt er sich, welche Art Kaffee ☕️ ich gerne trinke. Dann verschwindet er und kommt kurz vor der Abfahrt mit zwei Bechern zurück. Aus dem Trailrucksack packt er noch einen kleinen Kuchen mit einer Kerze 🕯 aus und wünscht mir nachträglich alles Gute zum gestrigen Geburtstag. Nach einer Stunde sind wir in Kandersteg. Dort werden die Trinkflaschen aufgefüllt und grosszügig Sonnencreme verteilt. So joggen wir um 8:50h los, die ersten drei Kilometer bis zur Talstation der Sunnbüel-Bahn sind flach, doch dann ist es Zeit für die Stöcke, und damit laufen wir zügig den Berg hinauf. Als sich der Wald mal lichtet, sehen wir Kandersteg unter uns im Nebel. Die Bergstation lassen wir links liegen und joggen in die Hochebene hinunter und lassen es im flachen Teil rollen.

Nach gut 10 Kilometern kommt das Hotel Schwarenbach 2060m in Sicht. Dort setzen wir uns draussen hin, bei Kaffee und Nussgipfel. Der Wirt erkundigt sich, woher wir kommen und will unsere Laufzeit wissen. Zwei Stunden haben wir gebraucht, da meint er, dies sei eine gute Zeit, aber die Spitze vom Skimarathon benötige 1 Stunde 4 Minuten, bis sie hier oben Tee bekommen.

Dann joggen wir weiter bis zum Daubensee 2207m und entscheiden uns gegen die kürzere Strecke auf dem Fahrweg, sondern joggen lieber auf dem linksufrigen Wanderweg dem See entlang. Nach einer weiteren Stunde sitzen wir im Berghotel Wildstrubel am Tisch und wundern uns, dass niemand vorbeikommt. Aha ist ja Selbstbedienung, also hin zum Buffet und das Mittagessen bestellen. Dieses wird durchs Personal an den Tisch serviert. Nach dem Essen noch zwei Espressi, und dann joggen wir los.

Es geht auf fünf Kilometern 1‘000 Meter hinunter. Zum Teil mit Stufen mit etwas komischer Schrittlänge, nur eine Stufe ist etwas kurz und zwei miteinander sind zu lang. Aber schon bald ist es nur noch felsiges Gelände, am Rand mit Stahlseil gesichert und gut zu joggen. Bereits nach 50 Minuten sind wir in Leukerbad, beim Hotel Quellenhof am 🏁 Ziel. Auf der Webseite Gemmi.ch schauen wir nach, wieviel Zeit die Bergläufer in die entgegengesetzte Richtung benötigen, und sind sehr erstaunt, dass der Sieger für die Bergstrecke nur 0:35:56h gebraucht hat.

Schnell alle Kleider und Socken waschen und auf dem Balkon zum Trocknen aufhängen. Dann 🚿duschen und über die Strasse zur Walliser Alpentherme, um den Gratiseintritt auszunützen, den man durch die Direkbuchung erhält. Dort geht Helmut, der seine Badehose mit hat, in den Thermal-Pool und ich in die Sauna, wo wir uns später wieder treffen. Zurück im Zimmer vermisse ich meine Jogginghose, inklusive dem Bügel, diese finde ich dann an der Rezeption und bringe sie zurück ins Zimmer. Nun ist die Zeit reif, und wir können an der Bar mit unserem verdienten 🍺🍺 Bier anstossen. Bald darauf sitzen wir im Restaurant und verspeisen leckeres Entrecôte mit Bratkartoffeln und Gemüse. Nach dem Espresso, zu dem wir selbstgemachte Caramels erhalten haben, wird es Zeit auszuruhen.

8/22/19Garmin: Kandersteg_Leukerbad

Leukerbad-Ferdenpass 2821m-Goppenstein, Freitag 23. August

Um acht Uhr gehen wir zum grossen Frühstücksbuffet. Danach im Zimmer noch Zähne putzen und den Trail-Rucksack mitnehmen. Wir laufen 9:15h aus Leukerbad in Richtung des Quellenweges. Doch irgendwann nehmen wir den falschen Weg, aber auch dieser bringt uns zum Majinsee 1640m, wo es für einen Fotostopp reicht. Ab hier laufen wir mit den Stöcken bergauf, bei der Alphütte Obere Mejingalp ist es noch zu früh, so laufen wir zügig weiter bis zur Alphütte Flüealp 2041m, der letzten Gelegenheit vor dem Pass, und trinken dort etwas. Der Fahrer vom AlpenTaxi kennt sich hier aus und meint, dass der Weg zwar noch markiert und begehbar sei, aber eigentlich nicht mehr viel begangen werde. Frisch gestärkt laufen wir los bis zum nächsten Wegweiser, geradeaus geht es zur Gitzifurka 2911m und zur Lötschepasshütte 2690m.

Doch wir nehmen die weniger bekannte und noch weniger gewanderte Route über den Ferdenpass 2821m. Mit SchweizMobil muss man die Route erzwingen, aber OutdoorActive zeigt sie an. Alles ist gut rot-weiss markiert, und wir kommen gut voran. Es ist sehr steil und der „Weg“ nicht immer griffig, aber die Stöcke helfen uns. Etwas weiter oben wechselt das Terrain auf steinig und ist besser zu laufen.

Die letzten 400 Höhenmeter steigen wir durch einen anspruchsvollen Block Parcour hinauf, man muss aufpassen, wohin man tritt. Die Person, die hier die rot-weissen Markierungen angebracht hat, war sehr fleissig, und wir haben keine Probleme, den Weg auf den Pass zu finden. Nach drei Stunden sind wir oben angekommen und machen einen kurzen Halt mit Verpflegung und Gipfelfoto. Vom Oberferdengletscher ist nicht mehr viel übrig, unten hat es zwei keine Seelein.

Leukerbad / Valais / Switzerland - 8/23/19

Dann steigen wir talwärts ab, anfangs ist der Boden sehr weich, und die Schuhe hinterlassen Abdrücke im Untergrund. Dann sind noch ein paar ungefährliche Schneefelder zu queren, bis wir wieder auf einen richtigen Weg kommen. Die Murmeltiere pfeifen auf uns, und die Schafe sind auch nicht fotogen. Es ist nun nicht mehr weit bis zum Gasthof Kummenalp 2086m, dort können wir uns an der Sonne trocknen lassen, trinken etwas und essen leckeren Schokoladenkuchen dazu.

Dann geht es durch eine Kuhweide hinunter zum Wanderweg, der uns nach Ferden 1375m bringt. Es folgt der steile Abstieg zur Brücke über die Lonza und den Gegenhang wieder hinauf. Das Wegstück hinunter nach Goppenstein hat es in sich, die vielen Gegensteigungen bremsen unser Tempo. Doch kurz nach drei Uhr sind wir am Ziel angekommen und gehen in die Gartenwirtschaft vom Restaurant Felsheim.

Die zwei bestellten Bier kommen schnell auf den Tisch, und als ich mich nach etwas Kleinem zu essen erkundige, meint der Wirt, falls wir etwas Warmes wollen und auf den 16 Uhr Zug gehen, sei das schnellste eine Käseschnitte mit Schinken. Auf dieses Angebot gehen wir ein, bis die Küche soweit ist, gehe ich mich schon mal umziehen. Kaum bin ich zurück, schon kommen zwei gut gefüllte Teller auf den Tisch. Wir lassen es uns gut schmecken, auch den kleinen ungeplanten Dessert danach. Dann nehmen wir unsere Rucksäcke und laufen mit steifen Beinen zum Bahnhof hinüber. Es ist ja klar, wir müssen unten durch, das Gleis 1 ist auf den anderen Seite. Wir sind nicht alleine, der Bahnhof ist gut besucht, doch alle finden einen Sitzplatz. In Bern verabschiede ich mich von Helmut und wechsle das Perron, dort hat es wie im SBB-App, durch drei rote Figuren, vorausgesagt, sehr viele Leute. Der untere Teil vom Bistro Wagen ist schon voll, doch oben ist noch ein Platz an einem Zweiertisch frei. So fahre ich dann rückwärts sitzend im schwankenden Zug direkt nach Zürich HB. Dann bin ich schon bald zuhause und kann meine müden Beine nach der erfrischenden Dusche endlich ausruhen lassen.

Auch wenn es streng war, es waren zwei tolle und erlebnisreiche Tage mit Helmut.

8/23/19Garmin: Leukerbad_Goppenstein

TR Quinten – Gocht 1951m – Selunbähnli🚡

Nachdem mein Plan am 9. Juli wegen eines Schneefeldes und Nebel nicht geklappt hat, versuche ich es heute nochmals mit dem Trailrunning Quinten – Gocht 1951m – Bergstation Selunbahn 🚡

Die Hitzewelle ist vorbei, heute stimmt das Wetter fürs Jogging. Mit der S25 09:43h ab Zürich HB und nach dem Umsteigen in die S4 in Ziegelbrücke, bin ich um 10:37h in Murg SG. Dort wechsle ich in Murg Ost um 10:43h aufs Schiff (CHF 7.20) nach Quinten. Nach der Ankunft um 11:00h trinke ich im Restaurant Schifflände noch einen Kaffee ☕️ und fülle meine zwei Wasserflaschen auf.

Ich habe dazugelernt, diesmal sind meine Black Diamond Stöcke dabei. Damit laufe ich zügig los, ab jetzt geht es von der Seehöhe 419m bis zur Gocht 1951m eigentlich nur noch steil bergauf.

Erst durch Quinten 433m und dann an der Talstation der Materialtransportbahn 495m vorbei. Der Weg ist sehr steil, so gewinne ich schnell an Höhe. Ich laufe an der Bucheletegg 677m vorbei und weiter hinauf zur Wegkreuzung bei Bidem 933m.

Nach einer Stunde bin ich bereits auf 1286m, fast bei der Bergstation,  was schon über 867 Höhenmeter ergibt. Danach komme ich zur Laubegg 1340m. Der Weg ist nun schmaler geworden und etwas weniger steil, jetzt fährt mir ein Biker entgegen. Schon bald erreiche ich die Stelle, wo ich beim letzten Versuch umgekehrt bin. Diesmal liegt kein Schnee, und ich kann Richtung Säls laufen.

Auf einmal höre ich Stimmen und sehe ein Biker-Paar, die stossen und tragen ihre Bikes über die Wurzeln, den steilen den Berg hinauf. Dann bin ich bei der Abzweigung Säls, der rot-weisse Weg führt nach Schwaldis, Hochrugg oder nach Walenstadtberg. Doch ich muss die Farbe wechseln, denn ab hier ist die Markierung weiss-blau und zum Teil weglos. Nun wandere ich erst über die steile Wiese, dann über den breiten Wiesengrat. 

Dann begegnet mir ein Bergsteiger, der vom Leistchamm hinunter gekommen ist. Wir diskutieren kurz über die Strecke, die noch vor mir liegt, und die übermalten rot-weissen Markierungen. Er erklärt es mir so: Die blau-weissen Bergwanderwege müssen viel weniger gewartet werden. 

Nun wird der Weg technischer, und die Stöcke sind mir im Weg. Als sie im Rucksack versorgt sind, habe ich die Hände frei. Noch ein Steilhang ist zu überqueren, das lose Geröll macht seinem Namen alle Ehre und rollt lärmig hinunter. Es folgt ein steiler Abstieg durch die trockene Grasnarbe, ausrutschen will ich hier nicht, so setze ich meine Schritte vorsichtig auf. Nochmals einen Steilhang queren, dann sehe ich das Ziel oben. Die nun folgende Rinne steigt so steil an, dass ich meistens auch die Hände zu  Hilfe nehme und so die letzten 100 Höhenmeter zur Gocht 1951m hinaufkraxle. Dort gönne ich mir eine Verschnaufpause und esse dabei ein paar Leckerli und trinke den letzten Schluck Wasser.

Die folgende Strecke führt durch Kalkstein steil hinunter, in einigen Löchern liegt noch Schnee. Ich wechsle ab zwischen vorsichtig Laufen und langsamem Joggen, dann sehe ich den Wegweiser zur Ochsen Hütte. Eine halbe Stunde später sitze ich draussen am Tisch vor der Ochsen Hütte und trinke mein verdientes 🍺 Bier, dazu gibt es Bratwurst und Kartoffelsalat. Zum Kaffee nehme ich noch einen feinen Nussgipfel. Danach jogge ich das restliche Stück des Weges bis zur Selunbahn.

Es sind bereits einige Leute da, so dass es Wartezeit gibt. Die erste Transportkiste ist mit vier Erwachsenen und zwei Kindern schon voll besetzt. So warte ich auf die nächste Fahrt. Zu fünft fahren wir los, als die erste Stütze kommt, verstehe ich wieso die Sitzfläche so stark nach hinten geneigt ist, denn es geht sehr steil hinunter, es kommen noch ein paar Stützen, bis wir schliesslich unten ankommen. Dort bezahle ich die 10.- für die Einzelfahrt und laufe zur Haltestelle Starkenbach. Mit dem Postauto nach Wattwil, dort mit dem Zug nach Wil SG und weiter nach Oerlikon, dann bin ich wieder Zuhause.

So wie ich die Situation nun im Nachhinein beurteilen kann, bin ich sehr froh, dass ich beim letzten Versuch im Nebel nicht weitergegangen bin, sondern umgekehrt und nach Weesen gejoggt bin.

Diesen unbekannten Weg im Nebel zu laufen, wäre gefährlich.

8/17/19Garmin: Quinten_Gocht_SelunBahn

Drei Tage Genusswandern im Goms

Montag 15. Juli Oberwald – Münster

In einem vollen Zug fuhren wir am Montag früh nach Bern, dort versuchte ich für uns ein Viererabteil zu reservieren, während Brigitta draussen auf Ursula und Markus wartete. Alles klappte, und wir setzten die Fahrt nach Brig fort. Dort mussten wir umsteigen in den Zug nach Andermatt. Dieser brachte uns pünktlich nach Oberwald. Einige Meter nach dem Bahnhof Oberwald trafen wir auf eine Jakobsmuschel. Hier führt der Rhein-Reuss-Rhone Pilgerweg durch. Kilometer Null beginnt beim Kloster Disentis, bis nach Oberwald sind es 62 km, er endet nach 2’225 km in Santiago de Compostela.

Doch wir haben anderes im Sinn und wandern an Blumenwiesen vorbei, hinauf zum Gommer Höhenweg. Es liegen viele Birken neben dem Weg, und auch die Bäume sind in Schieflage, wobei uns nicht klar ist, was der Grund dafür ist. Die Strecke zieht sich in die Länge, Abwechslung bringen immer wieder schöne Blumen und Baumpilze.

Zu unserer Unterkunft, dem historischen Hotel Croix d`Or et Poste müssen wir 160 m absteigen, die wir am nächsten Tag wieder hinauf wandern dürfen. Nach dem Zimmerbezug noch ein Apéro, später treffen wir uns wieder im Speisesaal und bekommen ein leckeres Nachtessen serviert.

7/18/19Garmin: Oberwald_Münster

Dienstag 16. Juli Münster – Blitzingen

Nach dem feinen Frühstück wieder hinauf auf den Höhenweg, das gab einen schönen Blick zurück auf Münster und einen Blick aufs Weisshorn. Etwa in der Mitte der heutigen Etappe, im Tal, wo der Reckingerbach fliesst, befindet sich die Berghütte z’Gufersmatte.

Dies war ein guter Zeitpunkt, um uns dort zu verpflegen und den Flüssigkeitsbedarf zu stillen. Zum Glück habe ich am Vorabend noch im Internet nachgeschaut, ob die Hütte offen ist, denn die nachfolgende Berghütte Walibach wurde im Herbst 2018 geschlossen, und ein neuer Pächter wird gesucht. Der anschliessende Abstieg von 1700m auf 1520m war dann doch sehr steil und ging in die Oberschenkel. Nur der Schlussabstieg zum Hilperschbach war zwar kürzer, aber dafür noch steiler. Erst den Gegenhang hinauf und an einer Herde Yaks vorbei, dann noch den Schlussanstieg zum Hotel Castle, der zweite Wandertag war geschafft. Obwohl die Strecke eigentlich kurz ist, machen einem die vielen Berg- und Talstrecken müde. Nach der erfrischenden Dusche und der Wäsche, trafen wir uns auf der Sonnenterasse zum Relaxen. Da es ohne Sonne eher kühl wurde, entschlossen wir uns, das Nachtessen im Speisesaal einzunehmen. Wir machten es uns und der Küche einfach und bestellten vier Mal das empfohlene Tagesmenü. Vorspeise Zanderfilet auf Couscous, Hauptspeise Entrecôte mit Risotto und zum süssen Abschluss eine leckere Dessertvariation.


7/18/19Garmin: Münster_Castle-Blitzingen

Mittwoch 17. Juli Blitzingen – Fieschertal

Auch hier gab es wieder ein grosszügiges Frühstücksbuffet, für das wir uns Zeit liessen. Danach folgte der Aufstieg zum Gommer-Höhenweg, erst zum Wilerbach, dann kam der Schwarze Brunne und danach durchquerten wir die Nessulschliecht und wanderten nach Bellwald. Dort stillten wir unseren Durst und fanden es zu früh, um hier schon aufzuhören. So wanderten wir erst nach Egga und von dort talwärts über Geere nach Fieschertal. Das Postauto stand schon bereit und wir konnten die kurze Fahrt zum Bahnhof Fiesch geniessen. Nach kurzer Wartezeit fuhr der Anschlusszug nach Andermatt ein, und wir fanden ein leeres Viererabteil.

In Andermatt angekommen, wollten wir nicht gleich weiter, sondern gönnten uns zum Abschluss noch eine Apéro-Pause im Hotel Chedi, bevor wir in den nächsten Zug stiegen.

Anschliessend fuhren wir gemeinsam weiter bis nach Arth Goldau, dort verabschiedeten wir uns von Ursula und Markus und stiegen um in den Zug nach Zürich.
7/18/19Garmin: Castle-Blitzingen_Fieschertal