Tag 107 Caldas de Reis – Pontevedra

An der Hotel-Bar nehme ich cafe con leche, dos zumos y dos pastel. Da kommen drei Paare hinein, die gestern an der Hochzeit mitgefeiert haben und immer noch nicht genug müde sind, um ins Bett zu gehen. Das Wetter ist schön ☀️wolkenlos, aber windig, als ich um 7:35h bei 13°C die Stadt wandernd verlasse. In der Nähe von San Antoniño hat die Bar a Eíra offen und ich trinke einen kleinen ☕️ mit einem Fläschchen Orangensaft, es ist natürlich kein Vergleich mit einem frischen, so wie heute morgen. Diese Tafel am Wegpfosten verweist auf den ehemaligen Römerweg VIA ROMANA XIX.

In der nächsten Bar trinke ich mein Bier🍺 und kriege ein kleines Tapas dazu. Weil ich so nett war und das Geschirr zurückbrachte, wollte mir der Chef einen Plan nach Santiago schenken, aber dafür habe ich keine Verwendung mehr. Von einem älteren Mann kaufe ich für €6.- einen kleinen Pilger-Anhänger aus Chromstahl. Anschliessend wandere ich auf eimem idyllischen Waldweg und jetzt begegnet mir auch einmal ein Reiter, ob er auch den Camino macht, kann ich nicht beurteilen, denn er hat keinerlei Gepäck dabei.

Heute war es sehr kurzweilig, nur zweimal einkehren und schon bin ich in Pontevedra. Bei der Puente del Burgo wird der Rio Lérez überquert, dann sehe ich eine spezielle einseitige Hängebrücke, dafür verlasse ich sogar den Camino, den Weg ins Zentrum finde ich auch sonst.

Im Restaurant A casa da Leña esse ich hervorragend, erst mein Bier 🍺, dann erhalte ich einen Happen aus der Küche. Als das bestellte Solomillo del ternaera mit Pommes und gegrilltem Gemüse kommt, bin ich begeistert und bestelle ein Glas Rotwein 🍷 dazu, zum Dessert gibt es drei Kugeln Vanille-Eis und zum Abschluss einen kleinen schwarzen ☕️. Es scheint da jemand mit 27°C heiss genug zu haben, so nahe am Springbrunnen. Morgen wird es aber bis 32°C werden. Zum Glück sind es da nur etwa 18 Km, das schaffe ich problemlos vor dem Mittagessen.

Übernachtung heute in der Albergue Aloxa im offenen 8er Zimmer, insgesamt 36 Betten, inklusive Bettwäsche und abschliessbarem Kasten, leider ohne Schloss, aber ich bekomme von der Rezeption eines geliehen. ZoF €14.-

Garmin: Caldas de Reis – Pontevedra

Tag 106 Padrón – Caldas de Reis

Mit dem Einschlafen war es so eine Sache, denn es war ja Freitag und die Spanier sitzen gerne draussen und haben es lustig miteinander. Im Zimmer war es eigentlich erstaunlich ruhig, aber es war auch nicht voll. Der Wecker war auf 6:15h gestellt, aber ich bin schon um 5:40h wach geworden, weil drei Pilger sich bereit machten. So muss ich mich nicht beeilen, das 🇪🇸 Frühstück gibt es ab 6:30h. Während ich bereits am Essen bin, kommt Mercedes 🇪🇸 aus Stockholm dazu, sie hat heute ihren letzten Tag auf der Strecke Porto – Santiago. Anschliessend wird sie ihre Familie in San Sebastián besuchen. Das Wetter ist schön mit ⛅️Wolken, als ich um 7h bei kühlen 12°C durch die grosse Allee wandere. An deren Ende steht die Statue von Camilo José Cela (Camilo José Manuel Juan Ramón Francisco de Jerónimo Cela Trulock, * 11. Mai 1916 in Iria Flavia, Gemeinde Padrón, Provinz A Coruña; † 17. Januar 2002 in Madrid) Träger Nobelpreis für Literatur 1989, sein Stil wurde als „Tremendismo“ bezeichnet.

Mal schauen, wann ich auf Lee treffen werde, sie kommt mir entgegen, von der Herberge in Caldas de Reis. Nach 8 Km treffe ich sie mitten im Wald und nirgends eine Bar für einen letzten gemeinsamen Drink. Sie hat drei Gelegenheiten ausgelassen, aber nun kommt keine mehr, von dort, wo ich hergekommen bin. Wir verabschieden uns und wandern beide weiter. Mir kommt eine ganze Klasse entgegen.

Für mich hat es eine Bar in O Pino, die geöffnet ist, da trinke ich Kaffee ☕️ 🍊-Saft und esse etwas „ichweissnichtwas“, aber geschmeckt hat es mir. Es geht nicht lange und eine nächste Pausen-Gelegenheit kommt, es hat zwar nur Automatenkaffee, aber der tut es auch, zusammen mit einem KitKat. Da kommt eine Gruppe junger 🇵🇹 und setzt sich hin für eine Pause.


Radfahrer 🚴🏾 hat es viele hier, erst kommt mir eine Familie gemütlich entgegen, dann aber eine eher sportliche Gruppe. Mir ist nicht ganz klar, ob man die beiden kleinen 🐶 🐶 schon als Wachhunde bezeichnen kann, gehört habe ich sie jedenfalls.

Die heutige Etappe nähert sich dem Ende, bis Caldas de Reis ist es nicht mehr weit. Hier ist man nie alleine, immer wieder kommt jemand, erst eine Gruppe Pilger, dann eine Familie mit Wagen und einem grösseren Mädchen darin. Es geht unter der schön geschwungenen Brücke durch.

Nach dem Überqueren der römischen Brücke bin ich im Zentrum und trinke als erstes ein Bier 🍺 und mache mich anschliessend auf die Suche nach einer günstigen Herberge.

Gegen Abend zeigt sich die Sonne ☀️ und es wird richtig schön, ein Vorgeschmack für den morgigen Tag. Der Brunnen speit übrigens recht warmes Wasser.

Übernachtung heute im Albergue O Cruceiro allein im Zweierzimmer  ZoF €20.-

Garmin: Padrón – Caldas de Reis

Tag 105 TAXI: Olveiroa 🚕 Santiago de Compostela 👣 Padrón

Ausgeschlafen gehe ich um 7:30h zum Frühstück. Cafe con leche, zumo de naranja y pan. Als ein Pilger hineinkommt, sehe ich seinen gelben Outdoor Führer, da spreche ich ihn gleich auf Deutsch an, es ist Sebastian 🇩🇪, er hat in Konstanz studiert und pilgert seit Leon, heute will er noch nach Fisterra.

Da ich Strecken, die ich bereits gewandert bin, nicht zurücklaufen will, mache ich es mir erst im Taxi 🚕 gemütlich und lasse mich für €60.- von Olveiroa nach Santiago de Compostela chauffieren. Nachdem ich in der Kathedrale unromantische elektronische Kerzen 🕯🕯🕯🕯🕯angezündet habe und im Hotel San Martiño Piñario e Seminario ☕️ Kuchen gegessen und mir einen Pilgerstempel besorgt habe, wandere 👣 ich nun weiter Richtung Porto, zum ersten Etappenziel Padrón. Das Wetter ist wechselhaft mit Wolken ☁️ 🌧, als ich um 9:45h bei 13°C in südlicher Richtung durch die Stadt wandere. Immer der Muschel nach, erst geht es durch den schönen Park und dann eine ganze Weile der Strasse entlang.

Als es wieder anfängt zu regnen, bietet sich das Café in O Milladoiro geradezu an, den nächsten ☕️zu trinken und abzuwarten bis der Regenschauer vorbei ist. Es ist schwieriger als angenommen, den Camino rückwärts zu wandern, da die meisten Wegweiser für den Hinweg aufgestellt worden sind.

Auf einmal spricht mich ein 🚴🏾 auf Englisch an, wo ich in Santiago übernachtet hätte. Ich sehe seinen gelben Outdoor Führer und antworte auf Deutsch, dass ich mit dem Taxi aus Olveiroa gekommen sei. Dann fragt er mich, ob ich einen Esel gesehen habe, er suche einen als Begleitung. Als ich ihn erstaunt angucke, erklärt er mir, dass er dafür in Portugal eine Ausbildung gemacht habe, aber der Esel ausgefallen sei. Nun suche er einen Ersatz dafür, das Bike sei nur gemietet.


Kurz vor Rúa de Francos hat es ein Restaurant Parada de Francos mit sehr guter Speisekarte, da gönne ich mir ein Bier 🍺 und esse dazu 🐟 Fisch mit Reis 🍚 und 🥒 Gemüse, zum Abschluss noch einen kleinen schwarzen ☕️, gehört einfach dazu. Als ich weiterlaufe, sehe ich einen schön glänzenden Lastwagen, das reizt mich für ein Selfie.

Je näher ich Padrón komme, desto mehr sehe ich Werbung, die Herberge für Pilger anbieten. Ich laufe suchend ins Zentrum, da sehe ich eine Herberge mit Bar. Ich gehe rein und bestelle ein Bier 🍺, dazu erhalte ich gleich Tapas. Dann frage ich: ¿hay un cama? ¿Cuánto cuesta?

Übernachtung heute in der Albergue Café Bar Rossol es hat 18 Camas, mit Schrank, Bettwäsche und Badetuch und zwei schöne grosse Duschen 🚿 ZoF €14.-

Garmin: Santiago de Compostela – Padrón

Caminho da Senda da orla Litoral

Von Santiago de Compostela ausgehend, plane ich, soweit möglich dem Meer 🌊 entlang zu wandern. Was bedeutet, dass ich im oberen Teilstück bis zur Fähre ⛴ in A Guarda auf dem roten Caminho da Costa bin. Ab Caminha werde ich auf dem grünen Senda da orla Litoral wandern. Da ich früher loslaufe als eigentlich geplant, kann ich es mir leisten, in 13, aber dafür kürzeren Etappen zu laufen. So werde ich immer noch wie geplant am Mittwoch, 12. Juli in Porto eintreffen. Geplant ist, dass Laura mich die letzten Kilometer in die Stadt begleitet, und wir die letzten vier Tage in Porto ausklingen lassen und geniessen können.

Sehr gute Dokumentation auf der Webseite: Caminho da Costa

oder Caminho Português da Costa oder eine noch bessere auf Camino Por La Costa

Das einzige Problem damit ist, man muss die Route umdrehen. Aber die 13 Etappen passen jetzt zu meiner Planung.

La ruta comienza en Oporto (o donde uno quiera) y finaliza en Santiago de Compostela. En total son 280 Km, divididos en 13 Etapas:

1. Santiago de Compostela – Padrón
2. Padrón – Caldas de Reis
3. Caldas de Reis – Pontevedra
4. Pontevedra – Redondela
5. Redondela – Vigo
6. Vigo – Ramallosa
7. Ramallosa – Mougás
8. Mougás – Caminha
9. Caminha – Viana do Castelo
10. Viana do Castelo – Marinhas
11. Marinhas – Póvoa de Varzim
12. Póvoa de Varzim – Labruge
13. Labruge – Oporto

 

Abschied, Abreise nach Konstanz

Die Lage ist ernst! Dieses Zitat von Stefan, bleibt mir in guter Erinnerung ☕️

3/4/17
Von Konstanz nach Santiago de Compostela und weiter nach Porto.

Nun heisst es Abschied 👋 nehmen, ich muss um 08:00h mit meinem Rucksack aus dem Hause, zum HB, dort treffe ich Markus. Unser Zug IR 2111 nach Konstanz fährt um 08:37h los und wir sollten 09:54h in Konstanz ankommen.

 

Ein grober Streckenüberblick

3/4/17
Von Konstanz nach Santiago de Compostela und weiter nach Porto.

Streckenüberblick Konstanz – Cape Finisterre – Porto
Die  angezeigte Strecke stimmt natürlich nicht genau, Apple Maps hat sich schwergetan mit meiner geplanten Wanderroute. Desshalb bin ich auf Google Maps ausgewichen, dort musste ich allerding etwas schummeln und habe nur die Hauptorte ausgewählt für die ca. 2’5oo Km Wanderstrecke. Um einen groben Überblick zu haben sollte dies vollkommen genügen.

Schweiz 🇨🇭

  • Route #4  Bodensee- Genf  451.5 km 8’800Hm
    Konstanz/Kreuzlingen – Einsiedeln – Flüeli – Interlaken – Freiburg – Lausanne – Genf

Frankreich 🇫🇷

  • Via Gebennensis: Genf – Le Puy-en-Velay 363 km 6’740Hm
    Beaumont – St. Genix-sur-Guiers – Moulin Molette – Saint Jeures – Le Puy-en-Velay
  • Via Podiensis: Le Puy-en-Velay – St. Jean-Pied-de-Port: 710 km 12’996Hm
    La Falzet – Aumont-Aubrac – Cahors – Lauzerte – Moissac – Lectoure – Condom – Eauze – Arzacq-Arraziguet – Navarrenx  – Larceveau – St. Jean-Pied-de-Port

Spanien 🇪🇸

  • St. Jean-Pied-de-Port – Irun: 75 km
    Bidarray – Espelette – Ascain – Hendaye
  • Camino del Norte:  Irun – Santiago de Compostela 837.5 km 16’328 Hm
    San Sebastián – Zumaia – Bilbao – Laredo – Santander – Pendueles – Gijon – Soto del Luiña – Taipa de Casariego – Vilalba – Sobrado – Arca de Pino
  • Santiago de Compostela – Finisterre 1500 km 30224 Hm
    Negreira – O Logoso – Muxia – Fisterra – Cee – Olveira

Portugal 🇵🇹

  • Santiago de Compostela – Porto 290 km 3’543 Hm
    Padron – Caldas de Reis – Pontevedra – Redondola – Vigo – Baiona – A Guarda – Vila Praia de Âncora – Viana do Castelo – Esposende – Póvoa de Varzim – Matosinhos – Porto