Etappe 17: Piazzola sul Brenta – Vicenza

 


Am Abend laufe ich ins Zentrum von Piazzola sul Brenta und bin fast erschlagen beim Anblick der imposanten venezianischen Patriziervilla, Villa Contarnoni, Baubeginn 1546, mit 50 Hektaren Park und Wassergraben.

Nach dem Frühstück mache ich mich bei 8°C auf den langen Weg nach Vicenza, suchen muss ich nicht, er liegt fast vor der Haustür. Kaum aus dem Städtchen hinaus, treffe ich wieder auf das alte Bahntrassee. Heute bin ich gut drauf, es ist kühl und etwas Bewegung wärmt. So fliege ich (fast) nur so dahin, nach der ersten Stunde liegt Piazzola sul Brenta schon 6.5km zurück.

 


Nachdem ich die Provinz Padua erreicht habe, muss ich die Bahnstrecke verlassen und Richtung Camisano Vicentino laufen. Dort gönne ich mir einen doppio ☕️ und frischen🍊Saft.

 

Nach dieser kurzen Pause zügig nach Rampazzo und Grantortino. Jetzt weiss ich endlich, woher ein Teil dieser schönen Gartentore stammen könnten. Während ich Fotos mache, kommt ein Handwerker und wir unterhalten uns. Die Antica Osteria Da Bersi ist am Montag leider geschlossen, aber es ist sowieso noch zu früh zum Essen.

 

 


Über Wiesen und Feldwege laufe ich weiter, bei einem Bach dreht sich ein Mühlrad, das ist kurz bevor ich nach Valproto komme. Jetzt wieder auf dem Veloweg ein gerades Stück der Strasse entlang. Bei Monte Grappa hat es ein schönes Agriturismo Sartori sul Cammino. Von Gabriele habe ich inzwischen ein Bild erhalten, er sitzt im Restaurant nach der Kirche. Weit ist es nicht mehr nach Quinto Vicentino, ich finde Gabriele, er hat  seinen ☕️ bereits getrunken und will weiter.

 

Ich hingegen brauche neue Kalorien, denn 24.24km in 3:45h fordern ihren Tribut. So gibt es bei mir Pasta und danach 🐟 Fisch mit 🥔 Kartoffeln und dazu ein feines 🍺 Bier. Nach dem ☕️ bezahle ich für alles €12.- und verlasse gestärkt das Al Tiglio. Dann nehme die letzten 12km unter die Füsse und überquere den Fiume Tesina. Nun laufe ich auf dem Damm, stromabwärts nach Marola, dieses liegt aber auf der anderen Flussseite. Etwas später unterquere ich die A3 und kann auf dem Damm bleiben. So komme ich nach Vicenza. Doch die Stadt ist gross und die Aussenbezirke ziehen sich endlos lange. Dann nochmals falsch abschwenken und wieder zurück auf die andere Seite der Gleise.

 

Geschafft, noch über eine alte Stahlbrücke, jetzt bin ich im Zentrum angelangt, vor mir der Palazzo Chiericati. Da gibt es viel zu sehen, und alleine ist man hier auch nicht. Etwas weiter komme ich zur Cappella Valmarana, dem Duomo und anderen historischen Sehenswürdigkeiten.

 

Mein 📱🔋 ist leer, so lasse ich ihn hinter dem Tresen aufladen, während ich an der Bar ☕️ , frischen🍊Saft und anschliessend ein🍺 trinke. Danach laufe ich gemütlich durch die Altstadt und suche das Hotel La Terrazza auf. Heute ist alles verschwitzt, und es gibt grosse Wäsche, duschen 🚿 und Blog schreiben. Anschliessend zurück in die Altstadt und etwas Feines essen. In der Carneria Ristorante Tonazzo seit 1888, werde ich fündig, dort esse ich ein 💳 Pilger Menü.

4/15/19Garmin: Piazzola sul Brenta – Vicenza

Etappe 16: San Martino di Lupari – Piazzola sul Brenta

Nach dem italienischen Frühstück mit vielen Süssigkeiten, selbstgemachter Marmelade etc. verlassen wir unser B&B Le Tre Grazie und laufen wie gestern Abend nach Galliera Veneta. Es ist so kühl, dass ich doch noch die Windstopper-Jacke anziehen muss.

An Tombolo vorbei erreichen wir vor 10 Uhr Cittadella. Zu früh für ein Bier, aber es reicht für  ☕️🥐☕️🥐 für beide. Wir sehen uns in der Stadt um und verlassen sie dann durch das gegenüberliegende Stadttor und laufen links der Mauer entlang zum dritten Tor.

Ab nun ist fertig lustig, es geht – wie die Italiener sagen – „solo campi“. Das bedeutet, es hat ausser Landschaft nichts mehr zu bieten. In Facca fängt es an zu tropfen 💦, so werden vorsichtshalber die Rucksäcke 🎒eingepackt. Gabriele öffnet den chinesischen Schirm ☔️, und ich tausche den Windstopper gegen die Regenjacke. Wir wandern meistens der Strasse entlang und kommen nach Lobia, auch hier leider keine Bar etc. Weiter der Strasse nach, plötzlich entdecken wir den Fiume Brenta. Diesem folgen wir bis nach Campo San Martino. Juhe, bei der schönen Kirche hat eine Bar offen, und wir gehen um 13h zum zweiten ☕️☕️ und ersten 🍻 des Tages. Kurz nach der Brücke über die Brenta verlässt mich Gabriele, er muss zu seiner Unterkunft noch etwa neun Kilometer wandern. In Piazzola sul Brenta angekommen suche ich als erstes ein Restaurant. Mit dem Locanda Mantegna werde ich fündig und esse kurz vor 2h mein verdientes Mittagessen.

Dann rufe ich bei der Unterkunft an. Diese ist bereit, doch mein Italienisch reicht leider nicht aus, um erfolgreich nach dem Weg zu fragen. So irre ich noch etwas umher, bis ich das Casa Emanuela schlussendlich doch noch finde. Die Häuser sind hier nicht nur an der Hauptstrasse entlang durchnummeriert, sondern das System wird auch in den kleinen Seitenstrassen fortgesetzt.

4/14/19Garmin: San Martino di Lupari – Piazzoloa sul Brenta

Etappe 15: Badoere – San Martino di Lupari

Zu meiner Überraschung 😳 bekomme ich im B&B Dante 33 Frühstück, obwohl es im Booking.com nicht erwähnt wurde.

Ich treffe mich mit Gabriele um acht Uhr beim Rotondo, wir umkreisen die Hälfte davon und verlassen so das sehenswerte Badoere.

 

 

Draussen auf dem Land fliehen drei Fasane und  zwei Hasen 🐰 🐰 vor uns. Gabriele versucht ein Foto, doch die sind zu weit weg.

Nach 2:30h wandern über feuchte, tiefe Feldwege und schöne Waldwege kommen wir ins erste Dorf. In San Marco di Resana finden wir eine Bar für ☕️☕️.

 

 

Das Stück folgender Strasse ist nicht so lustig, die Autofahrer halten sich nicht ans Tempolimit und bremsen wegen zwei Pilgern auch nicht ab.

Die Markierung vor Castelfranco Veneto stimmt nicht mit meinem Track überein. Vermutlich wurde da mal die Route auf kleinere Strassen verlegt. Solange die Pfeile vorhanden sind, ist es kein Problem. Wir durchstreifen die Altstadt und laufen zum falschen Stadttor hinaus. Dort hat ein Pub offen, Mittagszeit ist auch. Eine gute Gelegenheit, um ein grosses Panino mit Hilfe von einem 🍺 Guiness zu essen.

 

 

Danach gehen wir zurück in die Stadt und verlassen sie diesmal durch das richtige Stadttor. Nun folgen wir der Hauptstrasse bis nach Villarazzo, ab dort einem kleinen Bach entlang bis nach Castello di Godego.

 

 

Unser B&B Le Tre Grazie ist etwas ausser halb von San Martino di Lupari. Nach der üblichen Prozedur, laufen wir zur Villa Imperiale in Galliera Veneta. Dort kommen wir auch morgen wieder vorbei.

In der Antica Osteria di Iris Baccini sitzen wir beim Aperitif 🥂 am 🔥Cheminée. Später essen wir am Tisch vorzügliche Spaghetti 🍝  al Tonno, von seiner Mutter liebevoll zubereitet.🍷

4/13/19Garmin: Badoere – San Martino di Lupari

Etappe 14: Treviso – Badoere

Nach dem Frühstück im Centro della Famiglia laufe ich zum abgemachten Treffpunkt, der Pasticceria Tiffany di Barbier Silvano. Diese befindet sich an der Via Postumia und eignet sich somit gut als Treffpunkt, wenn Pilger nicht am selben Ort übernachten.


Wir verlassen Treviso, überqueren den uns bekannten Fiume Sile und laufen via Quartierstrassen zur alten Bahnlinie.

Treviso Centrale – Camposampiero – Piazzola Campo S. Martino – Grisignano di Zocco – Legnago – Ostiglia (vecchia)

Auf dieser im Jahre 1987 aufgegebenen Bahnlinie, die in einen gepflegten Wanderweg umgestaltetet wurde, wandern wir nach Quinto di Treviso. In Google Maps habe ich gesehen, dass es hier eine Gelegenheit für einen Café ☕️ gibt. Es ist das Caffé Galliano, eine Kaffeefabrik mit Shop. Die nette Dame spendiert uns zwei Pilgern die zwei ☕️☕️,  €1.- bezahle ich für die drei süssen Lindorkugeln.

Danach passieren wir Santa Cristina (Oasi di Cervara) und kommen schon vor Mittag in Badoere an. Mein Schweizer Zeitgefühl meldet Hunger, dem man hier gut abhelfen kann.

Da mein B&B Dante 33 erst ab 16h bereit ist, gehen wir im Rugantino – Osteria della carne – etwas essen. Wir bestellen das Menu al giorno, das aus Bistecca di Cavallo, con Patate a lesso besteht. Wein 🍷 und Café ☕️ gibt es auch noch dazu. Das alles für €15.-, was kann sich ein Pilger mehr wünschen.

Mein Zimmer mit Bad ist super. Die Dusche 🚿 brauchte etwas länger, bis das Wasser erst warm und dann zu heiss wurde.

Garmin: Treviso – Badoere

Etappe 13: Casale sul Sile – Treviso

Auch heute gibt es im B&B Frühstück, italienisch halt, also süsse Sachen. Ich esse ein paar Guetzli, mit zwei ☕️☕️ dazu ein Orangensaft.  Dann verlassen wir Casale sul Sile bei 💦☔️💦 Regenwetter. Erst müssen wir auf dem Veloweg der Strasse nach, doch nach drei Kilometern dürfen wir wieder an den Fiume Sile. Das Dorf Lughignano lassen wir auf diese Weise links liegen und wandern auf einem angenehmen Rad- und Wanderweg. Bei Sonnenschein wäre es allerdings schöner, so am Fluss zu wandern.

Irgendwann kommen wir in Casier an. Hier ist eine Bar offen und es gibt endlich etwas ☕️und 🍺. Gabriele hat einen Einheimischen gefragt, wo denn der Friedhof der Barken von Venedig sei. Der hat gemeint, dass wir auf Holzstegen daran vorbeikommen würden, es sei nicht zu übersehen.

Es geht dann doch doch eine Weile bis wir in Treviso ankommen. Im Zentrum beim Duomo gehen wir zusammen in eine Bar und fixieren den morgigen Treffpunkt in der Nähe des Bahnhofs. Gabriele hat ein Zimmer im Zentrum gefunden, meines ist etwa 500m ausserhalb. Dafür näher an der Via Postumia und beim Treffpunkt in der Nähe des Bahnhofs.

Als ich bei meiner Unterkunft, dem Centro della Famiglia, ankomme, sehe ich, dass sie von 12-15h geschlossen ist. So suche ich etwas zu essen und gehe anschliessend zu einem barbiere. Jetzt ist die Zeit um, und ich kann einchecken. Das Einzelzimmer ist grosszügig und das Bad auch okay.

4/11/19

Garmin: Casale sul Sile – Treviso

Etappe 12:  Musile di Piave – Casale sul Sile

Das Frühstück in der hauseigenen Pasticceria schmeckt mir zwar, aber ein Müsli wäre mir noch lieber. Zum grossen Glück 🍀 ist das Wetter viel besser als angesagt. Es ist schon alles trocken draussen, und ich verzichte auf den Regenschutz. Vom Hotel aus laufen wir ins Stadtzentrum und verlassen Musile di Piave auf dem Weg, den wir, wenn wir nach Plan gelaufen wären, reingekommen wären. Es hat unterwegs immer wieder schöne Motive zum Fotografieren.

In Caposile laufen wir über die Zugbrücke zur Bar alla Cacciatora, nach den ☕️☕️ weiter über die Pontonbrücke nach Salsi. Für mich als  🇨🇭 ist es warm genug, die Armlinge könnem weg.  Gabriele als 🇮🇹 läuft immer noch mit drei Schichten, immerhin hat er nun die Jacke geöffnet. Ab jetzt wandern wir etwa 10 Kilometer geradeaus, immer der Lagune entlang. Dort treffen wir die Pilgerin Nella, sie läuft entgegengesetzt, nämlich von Verona nach Trieste.

Das Restaurant kurz nach der Schleuse bei Portegrandi ist für „immer“ zu. Doch ein kleiner Umweg bringt uns zu einem anderen Restaurant, das offen ist. Dort essen wir piccoli panini con porchetta, ich mit 🍺 und Gabriele mit Aqua naturale. Ab hier wandern wir wieder auf dem Damm des Fiume Sile, der von Treviso her kommt. Es ist sehr idyllisch, manchmal durch eine Allee, und ein Fluss bietet immer mal wieder gute Motive. Kurz vor Quarto d’Altino kommt uns ein leeres Ausflugsboot entgegen, der Kapitän winkt uns freundlich zu.

Nun müssen wir den Damm leider verlassen und tauschen ihn gegen einen Veloweg entlang der vielbefahrenen SP41. Aber es dauert nicht mehr lange, dann sind wir in Casale sul Sile bei unserem B&B A Un Passo Da. Wir werden freundlich empfangen und unsere Wäsche wird uns sogar abgenommen.

4/10/19Garmin: Musile di Piave – Casale sul Sile

Etappe 11:  Oderzo – Musile di Piave

Das Frühstück war ausgezeichnet. Ich hatte Orangensaft, zwei Cappuccini, dazu Rührei mit Prosciutto, Salami, Brot, Joghurt, Kuchen. Gabriele trank Tee und zog es vor, italienisch und eher süss zu essen. Nach acht Uhr verlassen wir das Agriturismo und wandern auf dem Damm nach Oderzo, wo wir wieder den gelben Pfeilen folgen können. Durch viele Laubengänge verlassen wir die schöne Stadt. Jetzt wird es wieder ländlich, parallel zur Strasse, je nach Situation näher oder entfernter. Im Weiler Rustignè steht eine Kirche mit separatem Kirchturm. Wir spazieren daran vorbei und kommen zur nächsten Ortschaft. Kurz nach Levada di Ponte di Piave liege ein Igel 🦔 auf der Strasse, als ich ihn anstubse, bewegt er sich. Ich getraue mich nicht, das stachelige Tier anzufassen, Gabriele kennt sich aus, fasst ihn am Nacken und rettet ihn so ins Gebüsch.

Es folgt ein Stück Hauptstrasse nach Ponte di Piave, wo wir den ersehnten zweiten Café ☕️ mit dem ersten 🍺 trinken können. Nun laufen wir auf einem sehr langen Veloweg, von Viganovo nach Salgareda. Dort zweigen wir rechts ab, die Strasse nach Romanziol ist sehr schmal, es reicht knapp zum Kreuzen. Doch viele hungrige Italiener bremsen nicht gerne, ihr Essen könnte ja kalt werden.

Endlich können wir die Strasse verlassen und laufen auf dem Damm des Fiume Piave und haben wieder unsere Ruhe. So kommen wir bis nach Noventa di Piave, wo wir die Strecke kurz verlassen, um uns im Dorf mit Sandwich 🥪 und Bier🍺zu stärken, aber Gabriele zieht Weisswein vor. In der Zeit kann ich das iPhone 📱 aufladen, das GPS strapaziert den Accu sehr. Obwohl wir bereits 24km gewandert sind, haben wir immer noch acht vor uns. Der nette Wirt erkundigt sich, was wir machen, wir erklären es ihm, und er spendiert mir einen Prosecco 🥂 frizzante.

Vor Fossalta di Piave überqueren wir den Fiume Piave auf einer Pontonbrücke; die Fussgänger müssen nichts bezahlen. Am rechten Ufer wandern wir weiter, erst nach Croce, dann Richtung Zielort Musile di Piave. Wir sind nun etwas langsamer geworden und schenken uns den eigentlich folgenden Umweg. Wir verlassen den markierten Weg und laufen direkt zum Hotel Calaluna. Schnell unter die Dusche, die Hausarbeit erledigen und dann runter in die Pasticceria zu Café und dazu etwas Süsses.

4/9/19Garmin: Oderzo – Musile di Piave