Etappe 43: La Sereta – Pontedecimo

Nach dem gestrigen späten Nachtessen um 20 Uhr habe ich den Heiz-Lüfter über Nacht abgestellt, gut geschlafen und bin im kühlen Raum aufgewacht. Mein Frühstück erhalte ich gegen acht Uhr, es ist wichtig etwas zu essen, weil in den nächsten zwölf Kilometern Campi noch einige Höhenmeter dazukommen werden. Es gibt ☕️ selbstgemachtes Brot mit Butter und Konfitüre, ich fühle mich wie Zuhause. Nur dass mir hier in den ungeheizten Räumen einfach zu kalt ist. Ich bin mich nicht gewohnt, das Nachtessen oder das Frühstück mit der Daunenjacke einzunehmen. So verabschiede ich mich von Barbara und dem La Sereta auf 568m und wandere im Nebel los. Andrea hat hier mit der Markierung sein Bestes gegeben. Über Fraconalto wandere ich im Nebel 🌫  nach 4.5km wechsle ich von der Windstopper-Jacke zur ☔️ Regenjacke und packe den 🎒 Rucksack in die Regenhülle. Es ist etwas einsam hier, aber sehr gut markiert und im Nebel kaum zu verfehlen. Bevor ich den Monte Calvo 827m erreicht habe, ist der Weg etwas aufgeweicht, und es sind Spuren von schweren Fahrzeugen sichtbar. Nicht weit davon sind Holzfäller im steilen Hang tätig. Ein grosser Traktor mit Anhänger steht im Weg, und ich muss daran vorbei.

Kurz darauf bin ich in der Nähe vom Monte Poggio 848m und erreiche den höchsten Punkt 832m. Jetzt geht es eine Weile lang abwärts, da kommt doch bei diesem Wetter noch ein verrückter Mountainbiker auf mich zu. Wir winken uns zu, etwas später bin ich beim Passo della Bocchetta 772m, hier treffe ich wieder auf die SP160. Auf dieser wandere ich nun bis nach Pietrelavezzara. Etwas komisch ist es schon, wie die Autofahrer die Welt sehen. Die einen haben kein Licht und den anderen fehlt es an Einfühlungsvermögen, wieviel Abstand ein einsamer 😇 Pilger sich ersehnt. Im Dorf angekommen erfüllt sich meine Hoffnung auf eine geöffnete Bar nicht.

Also bleibt mir nichts anderes übrig als weiter zu wandern. Andrea hat sich da etwas Schönes ausgedacht, als er  diese Variante wählte. Nur bei Nässe und hohem Gras ist es nicht optimal. Die Schuhe, die Hosen und Socken sind nach den ersten Metern schon pflotschnass. Der nun folgende abenteuerliche Weg ist bei trockenem Wetter sicher super zum Wandern. Viele gefallene Bäume liegen über dem Trail, so geht es weiter bis nach Isoverde. Wer hätte das  gedacht, eine offene Bar, nix wie hinein, schnell einen☕️mit 🍺 und 🍰 bestellen und sich hinsetzen.

Nach der Pause geht es eine Weile lang der Strasse nach hinunter, doch Pilger müssen auch mal wieder bei einer Kirche vorbei und diese stehen normalerweise auf einem Hügel. So lande ich erst oben in Gaiazza, bevor es dann zügig hinunter geht nach Pontedecimo. Der Weg ist eigentlich gut gemacht, nur sind diese Steine bei Nässe rutschig, nicht optimal. Unten heil angekommen komme ich zur Brücke über den Torrente Polcevera. Hier muss ich zum Albergo Nazionale und habe schon wieder das Problem mit der Adresse. Bei der Bahnlinie merke ich, dass etwas nicht stimmt und kehre um. Doch bei Nummer 25 ist kein Albergo, was bleibt mir anderes übrig als zu fragen. Der nette Herr schickt mich zurück zum Semaforo und dort nach rechts, alles klar, ich habe die falsche Strasse erwischt.

Nach dem ☕️🍺 kann ich aufs Zimmer und mich meiner nassen Sachen entledigen. Endlich warn duschen und abtrocknen,so fühlt es sich besser an. Trockene Füsse sind schon etwas Schönes, da sieht man wie bescheiden ein Pilgerleben ist. Fürs Essen ist es schon knapp, die Dame ist nicht begeistert, als ich auch noch etwas will, aber schlussendlich klappt es doch noch. Nun noch das Übliche und etwas ausruhen, Morgen soll das Wetter für die letzte Etappe besser sein.

5/11/19Garmin: La Sereta – Pontedecimo

Etappe 42: Voltaggio – La Sereta

Heute Morgen hatte ich um acht Uhr bei Nonna Fo ein ausgezeichnetes Frühstücks-Buffet, mit Omelette, Brot, Süssigkeiten, Orangensaft und Cappuccino und einem Lungo. Nach dem Frühstück verabschiede ich mich von Nonna Fo und laufe zur Bar, aber heute Morgen arbeitet jemand anderes dort, so kaufe ich mir noch ein Wasser für den Weg und wandere über die alte Steinbrücke des Torrente Lemme aus Voltaggio. Ab der nächsten Abzweigung folge ich eine Weile dem Bach Carbonasca. Die nächste Abzweigung vom Bach weg, verpasse ich dann und muss etwa 500m zurücklaufen.

Der Weg ist gut und manchmal steil, feucht bis nass je nach Lage. So langsam aber stetig nähere ich mich dem höchsten Punkt auf 649m.

Auf einmal wird die Stille unterbrochen, es knattert und ein Typ mit einem Trial-Motorrad fährt mir entgegen und winkt mir zu. Von weitem sehe ich schon Castagnola es ist kurz vor 12 Uhr. Der Hunger ist schon da, aber Essen wird erst später serviert. Das Bier 🍺 bekomme ich jetzt schon. Da bleibt noch Zeit übrig, um am Blog zu schreiben und an der warmen Sonne ☀️ das Hemd und die Schuhe zu trocknen. Etwas später kann ich in den Saal, schade denn hier drinnen ist natürlich nicht geheizt und darum eher kühl. Die Ravioli vom Primo reichen mir, so bestelle ich den Secondo ab und nehme nur das Dolce. Erdbeeren 🍓 mit semifredo, geschmeckt hat es nach Amaretto und war sehr 😋 lecker.

Die letzten vermutlich noch drei Kilometer schlendere ich nur noch, weil viel zu früh im Agriturismo ankommen will ich dann doch nicht. Ich habe dort ja ausser der Hausarbeit nichts zu tun.

Nun bin ich im Agriturismo La Sereta, bei  Barbara Coscia. Das Fünfer Zimmer bewohne ich ganz alleine. Die Dusche 🚿 ist okay, wenn man vom Vorhang absieht. Nicht vergessen €35.- inklusive Nachtessen, dafür darf man auch mal vom Vorhang umschmeichelt werden.

Die Salomon aus Piacenza sind schon durchgelaufen, diese werden jedenfalls in Genova ausgetauscht, gegen die aktuelleren SpeedCross 5. Einen Laden, der am Sonntag offen hat, habe ich schon gefunden.

Game 7 Athletics S.p.A. an Via Fiumara 15.

So langsam geht meine Reise zu Ende, den anschliessenden Teil, von Genova nach Arles, sind Markus und ich im 2018 zusammen gepilgert.

5/10/19Garmin: Voltaggio – La Sereta

Etappe 41: Gavi – Voltaggio

Von Gavi aus sieht man von Auge das Santuario N.S. Della Guardia sehr schön, aber mein📱hat Probleme, eine gute Aufnahme zu machen.

Heute muss ich aufpassen, dass ich bei dieser kurzen Etappe mit 15 Kilometern und 450 Höhenmetern nicht zu früh fertig werde, denn der Checkin ist erst ab 16 Uhr möglich.

Im B&B trinke ich ☕️ und esse ein Joghurt, dann ins Zentrum. Im Caffé Cantante bekomme ich zwei liebevoll gestaltete Cappuccini, dazu einen Berliner gefüllt mit Schokolade.

Danach wandere ich über die tiefe Brücke des Torrente Lemme aus Gavi. Eine viersprachige ⚠️ Warntafel weist einen darauf hin, die Durchfahrt bei Hochwasser zu unterlassen. Erst der Strasse entlang, doch dann durch einen völlig durchnässten Weinberg hoch. Dort sehe ich ein flüchtendes  Rebhuhn. An den Füssen ruinierte Schuhe.

Oben in Zerbetta angekommen realisiere ich, dass es heute doch nicht bis zum Santuario hinführt, sondern dass ich vorher links abschwenken und über Cà di Massa ins kleine Bergdorf Bosio wandern werde. Nach anderthalb Stunden bin ich dort angekommen und habe etwas Hunger. Die Trattoria wäre zwar offen, aber der Besitzer meint, für einen ☕️ soll ich die 50m bis zur Bar laufen. Diesen ☕️ nehme ich dann dort, dazu ein Schweppes Limone 🍋, dazu ein Panino und ein 🍺 Pilsner Urquell. Richtig so, denn ab hier bis nach Voltaggio ist nur noch kulinarische Wüste.

Damit meine Füsse, Schuhe und Socken etwas trockener werden, setze ich mich auf die Treppe bei der Apotheke und geniesse barfuss 👣 die ☀️ Sonne. Da kommt ein Mann mit zwei kleinen Hunden zu mir und erkundigt sich, ob ich die Via Postumia mache. Ich bejahe und  frage ihn dann, ob er Andrea kenne. Er bestätigt dies und will wissen, wohin ich heute noch wandere. Darauf meint Davide, seine Mutter Maura, arbeite in Voltaggio in der Bar Vultabia.  Ich solle ihr Grüsse ausrichten. Er will mich noch in eine Bar mitnehmen, aber für den Moment ist mein Bedarf gedeckt. Ich verabschiede mich von Davide, dem mehrfachen Pilger und wandere weiter.

Es ist zwar weder weit noch hoch hinauf, aber diese italienischen Hügel gehen in die Beine, fast keine normale Steigung, entweder ist es flach oder steil, etwas zwischendurch kennen die selten. Irgendwann erreiche ich dann den höchsten Punkt auf 681m, leider verdecken die Bäume die mögliche schöne Aussicht.

Jetzt sehe ich etwas, Berge wohin man auch sieht, obwohl es per Luftlinie noch gut 1km bis Voltaggio ist, sehe ich nichts davon. Dafür scheint der Weg jetzt meinen Ansprüchen gerecht zu werden, es geht hinunter und nicht zu knapp.

Yeah! Downhill 👣 “go gadget go”

Sehr lange dauert das nicht, dann bin ich auf der Strasse und wandere den Rest ins Dorf hinein. Anstatt nun ins Zentrum zu laufen, folge ich irrtümlich den gelben Pfeilen und laufe über eine alte Bogenbrücke auf die Hauptstrasse. Jetzt merke ich, dass ich schon zu weit bin und kehre um. Dafür werde ich mit einer sonnigen Bilderbuch-Ansicht von Voltaggio belohnt.

Voltaggio / Piedmont / Italy - 5/9/19Zurück ins Dorf, ich finde die Bar Vultabia auf Anhieb. Heute reicht es mir zeitlich gut fürs Mittagessen. Die erste Dame, die am Tisch vorbei kommt, um die Bestellung aufzunehmen, ist zu jung, aber diejenige, die mir das Essen bringt, passt altersmässig. Ich überbringe ihr die Grüsse und sie strahlt. Maura kennt auch Andrea, der kürzlich hier das Gelb aufgefrischt hat. Nach dem ☕️, den ich an der Bar trinke, verabschiede ich mich von den zweien und gehe zur Unterkunft, dem B&B Nonna Fo, meine Sachen erledigen.

Anschliessend zurück ins Dorf, an die Bar, um ein Gelato zu schlecken, schliesslich bin ich in 🇮🇹 Italien. Heute Abend zum Nachtessen nochmals zurück zur Bar mit den sympathischen Damen, die sich sehr für die Pilgerreise interessiert haben. Maura übergab mir ihr Telefon, da Davide sich bei mir erkundigen wollte, wie es mir ergangen war.

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Stupenda Voltaggio, vai per cena in gelateria Vultabia

5/9/19Garmin: Gavi – Voltaggio

Etappe 40: Cassano Spinola – Gavi

Zum Nachtessen wurde ich von Aurore nach Sant’Agata Fossili zur Pizzeria Ristorante La Contea gefahren. Sie ist mit hinein gekommen und hat der Dame am Empfang erklärt, dass sie angerufen werden soll, wenn ich fertig bin, damit ich wieder abgeholt werden kann.

Ein Traum-Service für Pilger.

Während ich aufs Essen warte, habe ich die Distanz mit der OsmAndApp kontrolliert, es sind vier Kilometer, da wäre ich zu Fuss eine ganze Weile unterwegs.

Ein 🍺 Paulaner für den Durst, dann als primo Penne arrabiata, diese waren lecker 😋 auch das secondo Tagliata mit Ruccola und kleinen Tomaten 🍅 haben mir sehr geschmeckt. Mit einem Viertel Rotwein🍷🍷 dazu schmeckt alles noch besser. Zum Dessert noch eine Creme Catalana und den obligaten ☕️ Kaffee zum Abschluss. Beim Bezahlen ruft sie Aurore an, währenddessen unterhalte ich mich mit dem Pizzaolo übers Pilgern. Er meinte, er würde wegen seinem Rücken nicht mal bis nach Gavazzana laufen. Ich habe ihm dann erklärt, dass es für den Rücken viel besser ist, wenn man richtig läuft und erst noch mit wenig Gepäck, als in falscher Haltung gebückt Pizzateig zu kneten.

Schon bald werde ich nach Hause chauffiert. Während der Fahrt frage ich Aurore, wie sie als Französin eigentlich in diese Gegend gekommen sei. Die Antwort ist – wie meistens – sie habe ihren Mann während dem Studium in Rom kennengelernt.

Das Frühstück 😍 wurde auf 7:30h von Aurore bereitgestellt, so wie das Ehepaar mit dem Motorrad und ich es gestern mit ihr abgemacht hatten. Frisches 🥖Brot, Joghurt, Aprikosentorte und Muffins, dazu Cappuccino und Orangensaft.

Gestern Abend bei der Heimfahrt hat sie noch die schöne Kirche erwähnt, wo viele Hochzeiten stattfinden. So muss ich fast hinauf und mir diese ansehen. Auch weiter oben sind noch mehr gemalte Bilder an den Hauswänden. Eine schöne Morgenstimmung bei der Kirche auf Belvedere San Martino, die leider geschlossen ist.

 

Nun ist es an der Zeit, Gavazzana, welches zur Gemeinde Cassano Spinola gehört, zu verlassen und so laufe ich die zusätzlichen (+3 km) auf der SP139 hinauf und zurück zur Via Postumia. Durch die kleinen Weiler Giusulana, Cuquello, Sardigliano komme ich ins grössere Stazzano, welches, getrennt durch den Torrente Srivia, an Serravalle Scrivia grenzt. Nach 14Km ist es Zeit für einen ☕️ mit 🥐 und frischgepresstem 🍊Orangensaft. Draussen laufen die Leute mit dem Schirm ☔️ herum, es regnet. Bis ich das Lokal verlasse, hat es aufgehört.

Gleich in der Stadt geht es mehrere Treppen hoch und ist auch sonst steil, wie es nur an Orten sein kann, die selten oder nie Schnee haben. Ab hier hat es keine nennenswerten Siedlungen mehr bis nach Gavi. So bin ich wieder im Campi draussen, nur dieses Mal bergiger. Das erste Schild wirkt sich nicht positiv auf mein Selbstvertrauen aus, dass dann auf dem nächsten Hinweis auch noch Variante VP steht, irritiert mich, denn ich habe keine Abzweigung mit der Alternative gesehen. Was solls, es sind nur noch etwa 10Km und es sieht aus wie im Salomon Land. Schmale fordernde Trails, mal steil hinauf, mal zünftig hinunter. Die Schuhe sind griffig, und es macht Spass, auch weil der Rucksack 🎒heute mit nur 5dl Wasser noch leichter ist.

Schon bald bin ich am Ortseingang von Gavi. Das Schild weist auf das Forte di Gavi hin, welches meinen Entdeckergeist weckt. Ich bin ja noch viel zu früh hier. Ins B&B L‘ Albicocco kann ich erst nach 15 Uhr einchecken. So laufe ich da hinauf auf der Serpentinen Strasse. Als ich beim imposanten Forte di Gavi ankomme ist es geschlossen, macht aber trotzdem einen gewaltigen Eindruck.

Dann wieder hinunter und hinein nach Gavi. Ich suche das B&B auf und dann in der Nähe ein Restaurant. Mein Problem ist nun, nach 14h etwas zu essen zu bekommen. Im ersten Restaurant ist die Küche schon geschlossen, doch das Personal weiss Rat. Dank ihrem Tipp finde ich noch ein offenes Lokal, und glücklich bestelle ich mein Essen. Anschliessend zurück zum B&B und anrufen. Schon bald werde ich eingelassen. Grosses Zimmer mit Bad. Was will ein Pilger noch mehr.

5/8/19Garmin: Cassano Spinola – Gavi

Etappe 39: Tortona – Cassano Spinola

Im Appartement habe ich gut geschlafen, gutes Bett im hohen Raum oberhalb begehbarem Kleiderschrank. Leider war der Raum am Rand etwas niedriger, das habe ich schmerzvoll gelernt. Am Morgen lief ich zurück zum Duomo zur Bar Zuccarell, ☕️ zum Frühstück mit 🥐 🥐, ohne Füllung und dann noch einen 🍊 Orangensaft. Dann bin ich bereit und wandere im Hemd und nur mit den Armlingen los. Bevor ich ganz aus Tortona bin, komme ich noch beim prächtigen Santuario Madonna della Guardia vorbei, mit einer grossen goldenen Statue obendrauf, diese sieht man von weitem.

Sobald es möglich ist verlässt der Weg die Strassen und wird zu Feldweg oder Fahrstrasse. Von weitem sehe ich einen Hügel mit Kirche. Bestimmt muss ich da hinauf. So komme ich dann nach Carbonara Scrivia, das etwas erhöht liegt. Dort in der Bar trinke ich ☕️und 🍋Lemonsoda und kaufe eine Flasche Mineralwasser für den Rucksack.

Eine knappe Stunde später bin ich auf diesem Hügel, oben in Spineto Scrivia. Da dies nach Karte die letzte Möglichkeit ist etwas zu essen, falls ein offenes Restaurant vorhanden ist, lasse ich mir im Laden „due Panini di Salume“ machen und nehme sie mit.

Am Dorfrand von Castellarponzano wandere ich vorbei, ohne zu merken, dass da ein Dorf war. So komme ich zum ausgestorbenen Weiler Polveria, dort mache ich bei der Brücke meinen Mittagshalt und verspeise eines der beiden Panini, dazu gibts nur 🙁 Wasser, wenigstens Frizzante.

Nach der Pause geht es bergauf, die Beine müssen sich erst wieder ans Wandern gewöhnen. Überland an Pferdekoppeln vorbei komme ich nach Selva, ein Mann 👨🏻, der im Garten arbeitet, spricht mich an. Ob ich die Via Postumia wandere, woher ich komme, wohin ich gehe. Dann erzählt er mir, dass er den Camino del Norte, die Via Francigena und den Via San Benedeto (Norica – Montecassino) gemacht hat. Er will mir erklären wo ich durch muss, aber ich zeige ihm meine geplante Abkürzung ab dem Reiterhof Polveriera, Carezzano. Dadurch kann ich mir mehr als die vier zusätzlichen Kilometer morgen ersparen.

Jetzt bin ich schon um 13 Uhr im Il bed and breakfast dei ciclisti, in Carezzano, das zu Cassano Spinola gehört. Der grosse Hund bellt arg. Als ich läute, erscheint eine nette Frau, die ihn zu sich ruft und ins Haus sperrt. Daraufhin öffnet sie die Pforte und zeigt mir mein Reich auf der hinteren Seite des Hauses. Grosses Zimmer mit Bad, leider mit Duschvorhang, diese haben die Angewohnheit, sich an die Beine zu schmiegen, was ich – wie wohl die meisten – hasse. Schnell alles erledigen, und die nassen Sachen draussen an der Sonne ☀️ in den Wind hängen, damit sie schnell trocken werden.

Die Dorfbeiz ist nur am Wochenende und abends offen, das nächste ist dann Ristorante Margherita, etwa 2‘300m zu laufen. Doch die Signora fährt mich am Abend dorthin, sobald ihre kleine Tochter die Schule und das Training fertig hat.

5/7/19Garmin: Tortona – Cassano Spinola

Etappe 38: Voghera – Tortona

Das “Hotel” verlasse ich kurz nach sieben, ohne Frühstück, das nehme ich dann im Zentrum von Voghera ein. Erst den☕️, dann Orangensaft 🍊 und Zuckerschnecke. Bald darauf ist das Stadtzentrum erreicht, den mit Bildern geschmückten Duomo besichtigen lohnt sich jedenfalls.

Für das nun folgende bergige Hinterland mache schnell noch einen Bargeld-Bezug, denn die Kreditkarten hinterlassen Spuren in der Buchhaltung, zudem sind die Gebühren auch zu hoch.

Durch die Vororte Benvenuti und Altomasso wandere ich stadtauswärts in Richtung Casalnoceto. Im Café, bei zwei netten Damen, lade ich mein 📱🔋, trinke ☕️ und  zwei 🍋 Lemonsoda, dazu esse ich zwei kleine Vollkorn-Gipfeli mit Rohschinken und noch ein drittes „Was-auch-immer“. Als eine der beiden Frauen sieht, dass ich am Telefon rumfummle, nur E=Edge im alten Steinhaus, bietet sie mir das WIFI an und tippt den Code gleich für mich ein. Grazie.

Eine knappe Stunde später bin ich in Volpedo, dort liegt die Bar im Schatten. So trinke ich den ☕️ in der Bar und das 🍋 Lemonsoda auf der anderen Platzseite auf einer Bank. Dort ziehe ich die feuchten Schuhe 👟 aus, nehme die Sohle raus und lasse alles zusammen mit den 👣 an der ☀️trocknen. Es ist ein schönes Gefühl, in trockene Schuhe reinzusteigen. Danach über die Brücke vom Torrente Curone und steil hinauf nach Monleale Alto. Hinunter nach Magostino und hinauf nach Berzano di Tortona. Eigentlich wäre jetzt Essenszeit, aber das Restaurant ist geschlossen, also weiter über San Ruffino hinauf nach Sarezzano. Dort laufe ich die Via Castello vergeblich hoch, es hat kein Schloss mehr oben. Als ich wieder unten bin, kommt mir ein Hundebesitzer entgegen, den frage ich nach dem nächsten Restaurant, er meint, diese Strasse entlang in zirka einem Kilometer. Ich lache und sage ihm, dass ich Richtung Tortona müsse und keine Lust auf zusätzliche Kilometer habe. Dann wandere ich etwas missmutig weiter. Man isst zwar gut in 🇮🇹 Italien, aber halt nur im offenen Restaurant. Jetzt darf ich noch auf den Monte Gambera 280m und die Aussicht geniessen, bevor es wieder hinunter nach Vho geht. Nur Vho selber ist dann wieder oben. So kommen die nötigen Höhenmeter für heute zusammen. Von hier oben sehe ich schon Tortona, ein Blick auf die App sagt mir Luftlinie etwa 3km, dann sind es noch etwas mehr zu laufen.

Nach über sechs Stunden Wanderzeit endlich in Tortona angekommen, da stürze ich beim Duomo in eine Bar und trinke einen ☕️, esse eine feine Aprikosentorte, danach gibt es das wohlverdiente 🍺 rote Bier. Nun rufe ich meinen heutigen Gastgeber Paolo an und sage ihm, wo ich bin. Er erklärt mir, dass sein Vater in 10 Minuten beim Le Volte ist und mich einlassen und instruieren wird. Alles wie immer: Hausarbeit und duschen, das Wasser ist warm und zu meinem Erstaunen die Heizung auch. Da kann ich meine Sachen gut trocken lassen.

Nach der Arbeit, kommt das Vergnügen, etwas in Tortona herumlaufen und Foto Objekte finden und in der Bar Zuccarelli beim Piazza Duomo zum Aperitif eine Prosecco trinken. Den Stempel machen lassen und fragen wo man hier gut isst. Seine Mutter meint dass es heute am Montag schwierig sei. Am Schluss finden die Zwei ich solle die Trattoria del Ciccio aufsuchen, die sei ganz in der Nähe meines Schlafplatzes. Diesen Ratschlag befolge ich und ich werde nicht enttäuscht, gut 🍽 gegessen und 🍷 getrunken. „tuto posto“

5/6/19Garmin: Voghera – Tortona

Etappe 37: Casteggio – Voghera

Als ich aufwache ist es schön warm im Zimmer. Meine Socken, die auf der Heizung waren, schmiegen sich an die frisch eingecremten Füsse. Erst mal hinunter zum Frühstück, guter Cappuccino, der Rest ist italienisch, dafür nehme ich noch eine Banane 🍌 mit auf den nassen Weg. Der Torrente Coppa vor dem Haus ist über Nacht ordentlich angeschwollen, die Regenmenge ☔️ hält sich in Grenzen.

Da ich nicht wie ursprünglich geplant, vom Schloss, in Torrazzetta starte, sondern aus Casteggio, verlängert sich meine heutige Etappe um etwa vier Kilometer. Ich laufe die Abkürzung über Montebello della Battaglia und dann direkt nach Maresco. Es regnet zwar nicht fest, dafür die ersten fünf Kilometer nach Torrazza Coste durchgehend. Dort in einer kleinen, vollen Bar trinke ich den zweiten Cappuccino, prüfe die vorgeschlagene Route und entscheide mich für eine weniger risikoreiche Variante. Ich wandere auf der Via Aldo Moro aus dem Dorf, und diese wird vor Codevilla umbenannt in Via Torrazza Coste. Dort treffe ich wieder auf die Original-Route, die vorher kleinere gestrichelte Wege benutzt hat. Nach dem Kreisel wird es einfach, fünf Kilometer lang auf den Greenway Voghera-Varzi wandern. Gemäss Wikipedia wurde diese Eisenbahnlinie am 1. August 1966 durch Autobusse ersetzt. Jetzt wird es garstig, nicht nur der Regen ☔️ wird stärker, sondern auch der Wind frischt auf und bläst an meine nassen Hosen und versucht mich auszukühlen. Dem begegne ich mit einer Tempo-Erhöhung. Einmal kommt mir ein Jogger entgegen, dann überholt mich eine Joggerin. Ich frage mich, was die Leute bewegt, bei diesem Sauwetter freiwillig hinauszugehen. Der Weg verlässt den alten Track auf Schotterstrasse, nun sehe ich das blaue Hotel Ristorante Zenit von Weitem. Ich freue mich auf eine warme Dusche und trockene Kleider, auch wenn das Hotel im Industriegebiet von Voghera liegt. Mit der Abendsonne sieht es schon besser aus.

5/5/19Garmin: Casteggio – Voghera