Etappe 38: Voghera – Tortona

Das “Hotel” verlasse ich kurz nach sieben, ohne Frühstück, das nehme ich dann im Zentrum von Voghera ein. Erst den☕️, dann Orangensaft 🍊 und Zuckerschnecke. Bald darauf ist das Stadtzentrum erreicht, den mit Bildern geschmückten Duomo besichtigen lohnt sich jedenfalls.

Für das nun folgende bergige Hinterland mache schnell noch einen Bargeld-Bezug, denn die Kreditkarten hinterlassen Spuren in der Buchhaltung, zudem sind die Gebühren auch zu hoch.

Durch die Vororte Benvenuti und Altomasso wandere ich stadtauswärts in Richtung Casalnoceto. Im Café, bei zwei netten Damen, lade ich mein 📱🔋, trinke ☕️ und  zwei 🍋 Lemonsoda, dazu esse ich zwei kleine Vollkorn-Gipfeli mit Rohschinken und noch ein drittes „Was-auch-immer“. Als eine der beiden Frauen sieht, dass ich am Telefon rumfummle, nur E=Edge im alten Steinhaus, bietet sie mir das WIFI an und tippt den Code gleich für mich ein. Grazie.

Eine knappe Stunde später bin ich in Volpedo, dort liegt die Bar im Schatten. So trinke ich den ☕️ in der Bar und das 🍋 Lemonsoda auf der anderen Platzseite auf einer Bank. Dort ziehe ich die feuchten Schuhe 👟 aus, nehme die Sohle raus und lasse alles zusammen mit den 👣 an der ☀️trocknen. Es ist ein schönes Gefühl, in trockene Schuhe reinzusteigen. Danach über die Brücke vom Torrente Curone und steil hinauf nach Monleale Alto. Hinunter nach Magostino und hinauf nach Berzano di Tortona. Eigentlich wäre jetzt Essenszeit, aber das Restaurant ist geschlossen, also weiter über San Ruffino hinauf nach Sarezzano. Dort laufe ich die Via Castello vergeblich hoch, es hat kein Schloss mehr oben. Als ich wieder unten bin, kommt mir ein Hundebesitzer entgegen, den frage ich nach dem nächsten Restaurant, er meint, diese Strasse entlang in zirka einem Kilometer. Ich lache und sage ihm, dass ich Richtung Tortona müsse und keine Lust auf zusätzliche Kilometer habe. Dann wandere ich etwas missmutig weiter. Man isst zwar gut in 🇮🇹 Italien, aber halt nur im offenen Restaurant. Jetzt darf ich noch auf den Monte Gambera 280m und die Aussicht geniessen, bevor es wieder hinunter nach Vho geht. Nur Vho selber ist dann wieder oben. So kommen die nötigen Höhenmeter für heute zusammen. Von hier oben sehe ich schon Tortona, ein Blick auf die App sagt mir Luftlinie etwa 3km, dann sind es noch etwas mehr zu laufen.

Nach über sechs Stunden Wanderzeit endlich in Tortona angekommen, da stürze ich beim Duomo in eine Bar und trinke einen ☕️, esse eine feine Aprikosentorte, danach gibt es das wohlverdiente 🍺 rote Bier. Nun rufe ich meinen heutigen Gastgeber Paolo an und sage ihm, wo ich bin. Er erklärt mir, dass sein Vater in 10 Minuten beim Le Volte ist und mich einlassen und instruieren wird. Alles wie immer: Hausarbeit und duschen, das Wasser ist warm und zu meinem Erstaunen die Heizung auch. Da kann ich meine Sachen gut trocken lassen.

Nach der Arbeit, kommt das Vergnügen, etwas in Tortona herumlaufen und Foto Objekte finden und in der Bar Zuccarelli beim Piazza Duomo zum Aperitif eine Prosecco trinken. Den Stempel machen lassen und fragen wo man hier gut isst. Seine Mutter meint dass es heute am Montag schwierig sei. Am Schluss finden die Zwei ich solle die Trattoria del Ciccio aufsuchen, die sei ganz in der Nähe meines Schlafplatzes. Diesen Ratschlag befolge ich und ich werde nicht enttäuscht, gut 🍽 gegessen und 🍷 getrunken. „tuto posto“

5/6/19Garmin: Voghera – Tortona

Etappe 37: Casteggio – Voghera

Als ich aufwache ist es schön warm im Zimmer. Meine Socken, die auf der Heizung waren, schmiegen sich an die frisch eingecremten Füsse. Erst mal hinunter zum Frühstück, guter Cappuccino, der Rest ist italienisch, dafür nehme ich noch eine Banane 🍌 mit auf den nassen Weg. Der Torrente Coppa vor dem Haus ist über Nacht ordentlich angeschwollen, die Regenmenge ☔️ hält sich in Grenzen.

Da ich nicht wie ursprünglich geplant, vom Schloss, in Torrazzetta starte, sondern aus Casteggio, verlängert sich meine heutige Etappe um etwa vier Kilometer. Ich laufe die Abkürzung über Montebello della Battaglia und dann direkt nach Maresco. Es regnet zwar nicht fest, dafür die ersten fünf Kilometer nach Torrazza Coste durchgehend. Dort in einer kleinen, vollen Bar trinke ich den zweiten Cappuccino, prüfe die vorgeschlagene Route und entscheide mich für eine weniger risikoreiche Variante. Ich wandere auf der Via Aldo Moro aus dem Dorf, und diese wird vor Codevilla umbenannt in Via Torrazza Coste. Dort treffe ich wieder auf die Original-Route, die vorher kleinere gestrichelte Wege benutzt hat. Nach dem Kreisel wird es einfach, fünf Kilometer lang auf den Greenway Voghera-Varzi wandern. Gemäss Wikipedia wurde diese Eisenbahnlinie am 1. August 1966 durch Autobusse ersetzt. Jetzt wird es garstig, nicht nur der Regen ☔️ wird stärker, sondern auch der Wind frischt auf und bläst an meine nassen Hosen und versucht mich auszukühlen. Dem begegne ich mit einer Tempo-Erhöhung. Einmal kommt mir ein Jogger entgegen, dann überholt mich eine Joggerin. Ich frage mich, was die Leute bewegt, bei diesem Sauwetter freiwillig hinauszugehen. Der Weg verlässt den alten Track auf Schotterstrasse, nun sehe ich das blaue Hotel Ristorante Zenit von Weitem. Ich freue mich auf eine warme Dusche und trockene Kleider, auch wenn das Hotel im Industriegebiet von Voghera liegt. Mit der Abendsonne sieht es schon besser aus.

5/5/19Garmin: Casteggio – Voghera

Etappe 36: Castello – Torrazzetta

Das Gefühl, am Morgen mit warmen Socken, in immer noch feuchte Schuhe 👟 zu steigen, ist einfach nicht zu toppen. Im B&B Il Conte di Carmagnola erhalte ich ein italienisches Frühstück, dann verabschiede ich  mich vom Gastgeber und wandere aus Castello. Am Cascina Costaiola vorbei bin ich nach drei Kilometern in Monteceresino, in der ersten Bar trinke ich einen☕️ Cappuccino.

Anschliessend laufe ich bis nach Fumo auf der Hauptstrasse, dort muss ich aufpassen, um die Abzweigung in die welligen Nebenstrassen nicht zu verpassen. Über Cascina und Rivetta komme ich nach Mairano. Hier wandere ich am wunderschönen grossen Park der Villa Marina vorbei.

Anschliessend geht es hinunter nach Casteggio. Da ich heute wieder nur eine kurze Etappe habe, hat mir Andrea empfohlen, die Altstadt auf dem Hügel zu besichtigen. Dann laufe ich wieder den Pfeilen nach, bis ich merke, dass ich schon aus der Stadt bin.

Also zurück in die Stadt. Dort in der Bar einen ☕️ und ein 🍋 Lemonsoda trinken. Anschliessend einen Barbiere 🧔🏽 aufsuchen, der versteht sein Handwerk und verlangt nur €10.- dafür. Den Rest gebe ich in der Pasticceria für einen ☕️ und drei kleine Süssigkeiten aus. Irgendwann muss ich ja noch weiter, so wandere ich zurück auf den Weg und habe vom Weinberg aus gute Sicht auf Montebello della Battaglia, dort werde ich allerdings nicht vorbeikommen.

Auf dem letzten Stück Weg von Castelfelice nach Cà Barbieri muss ich doch mit meinem sauberen Salomon, tatsächlich nochmals durch einen lehmigen Weinberg hinabsteigen. Nach ein paar Schritten werden die Füsse immer schwerer, der Lehm klebt an den Sohlen und an sich selbst. Als ich zurück auf der Strasse bin, schlucke ich meinen Ärger hinunter und versuche, im frisch geschnittenen Gras meine Schuhe soweit es geht zu reinigen. Dann spaziere ich das restliche Stück Weg zum heutigen Etappenort.

Im Weiler Torrazzetta angekommen, sehe ich das Schild Torrazzetta Agriturismo und folge dem brav. An der Rezeption wird mir dann aber erklärt, dass ich nicht hier reserviert habe, sondern im nächsten Haus 🏠 ein paar Meter weiter. Da ich bereits sehr hungrig bin und schön gedeckte Tische sehe, frage ich, ob ich hier wenigstens essen könne, was dann bejaht wird. So sitze ich anfangs alleine im Speisesaal und bestelle Vollkorn Ravioli gefüllt mit Käse und Spinat, danach ein Tagliata, dazu🍷 Òm Barbera 2013 barrique und zum Dessert noch Crème Caramel, danach noch einen ☕️ mit einem Limoncello ähnlichen Getränk.

Übrigens Òm ist lokales Dialekt und bedeutet 👨🏻 Mann.

Nachdem ich die Rechnung €44.- bezahlt habe, laufe ich zur heutigen Unterkunft, wobei es dann doch nicht so einfach ist. Erst lande ich im Oasi Rosa Mistica, ein Centro di Spiritualità. Nachdem ich die Glocke 🔔 gedrückt habe, kommt eine alte Frau und erklärt mir, dass sie nicht wisse, was ich suche. So klingle ich beim nächsten Haus und erfahre, dass ich um das Anwesen herumspazieren soll, denn der Eingang sei dort. Nachdem ich die Runde gemacht habe und niemand in der Villa Castello di Torrazzetta ist, obwohl ich Stimmen gehört habe, rufe ich Giuliano Balestrero an. Er kommt und bittet mich, im Park zu warten, da er einem Paar die Räumlichkeiten zur Hochzeitsfeier zeige. Anschliessend kommt er zu mir und erklärt mir, dass er hier keine Küche habe, und ich nicht hier übernachten könne. Als Alternative fährt mich zu einem B&B eines Bekannten.

Wir fahren los und kommen zu einer Kreuzung, wo gerade ein Motorrad-Unfall passiert war, ein Mann und eine Frau liegen auf der Strasse. Er erkundigt sich bei den anderen Anwesenden und erfährt, dass die Polizei und Ambulanz bereits informiert seien. Erst als die Ambulanz kommt, fahren wir weiter.

Damit ich morgen nicht nochmals dieselbe Strecke laufen muss, zeigt er mit dem Auto eine Abkürzung des Weges. Danach liefert er mich vis-à-vis von seinem Zuhause, im B&B Reginetta bei Emilio Bidone ab. Hier ist es mit € 30.- noch €5.- billiger als im 🏰 Schloss. Mein Nachtessen nehme ich in einer Pizzeria, bei einem freundlichen Pakistaner ein, der früher einmal ein Jahr lang in Wien Fussball gespielt hat. Das erste Bier 🍺 zur Pizza 🍕 schenkt er mir. Die Wettervorhersage für morgen 💦☔️💦ist sehr schlecht, mal sehen wie es dann sein wird, jetzt wo ich durch die Umstände eine Verlängerung der Etappe erhalten habe.

5/4/19Garmin: Castello – Torrazzetta

Etappe 35: Colombarone – Castello

Nach der gestrigen strengen Etappe, bin ich froh, heute nur eine kurze Strecke geplant zu haben. Wobei mir nicht klar ist, wieso die gestrigen Höhenmeter soviel abgewichen sind von meiner Planung. Nach dem ☕️ im Logis, laufe ich zurück ins Restaurant von gestern Abend und der Wirt, selber schon 400km gewandert, weiss, was Mann 👨🏻 am frühen Morgen trinken will. Ein Cappuccino mit Brioche, dann kann ich los. Anfangs noch flach, dann wieder ins Tal hinunter und den Hügel hinauf.

Schon lange sehe ich eine Burg 🏰 auf der anderen Seite und wundere mich, ob ich da wohl hinauf muss. Als ich näher komme ist es klar, ein Feldweg durch den Weinberg nach 🏰 Cicognola 300müM. Die meisten Weinbauern fahren hier keine Traktoren, sondern kleine Bagger und das sieht man dem Boden an. Mein Tempo verlangsamt sich automatisch, aufgrund der Steilheit, des rutschigen Bodens und den schweren Schuhen.

Oben angekommen gönne ich mir draussen auf der Terrasse einen ☕️ und ein 🍋Lemonsoda für den Durst. Mit den schmutzigen Schuhen traue ich mich nicht ins Haus hinein.

Jetzt darf ich wieder ins Tal hinunter auf 90müM, um auf den nächsten Hügel, den Monte Castello 226m, wieder aufzusteigen. Kaum oben angekommen, gleich wieder hinab nach Redavalle, ich mache einen Umweg zum Restaurant I tre Moschettieri an der Via Emilia, doch der hat sich nicht gelohnt, es ist GESCHLOSSEN!

Oben, dort wo ich noch ein letztes Mal hinauf muss, ziehen dunkle Wolken ☁️ auf. Ich beeile mich nun, der schwere lehmige Boden macht es mir nicht einfach. Als es anfängt zu tropfen 💦 kontrolliere ich nochmals die Distanz zum Ziel. Die OsmAnd Map sagt, dass die Luftlinie noch 1500m sind. Doch es hat noch genügend Kurven um das Ganze in die Länge zu ziehen. Also Regenhülle für den Rucksack 🎒 hervorholen und anziehen. Für diese kurze Zeit benötige ich selbst keinen Regenschutz, ich werde sonst unter der Jacke genauso nass. Nun donnert es auch noch, die Wolken 🌧💦 schütten ihre Last auf mich, so bin ich pudelnass als ich mein Zielort Castello erreiche.

Der Besitzer, vom Ristorante B&B Il Conte di Carmagnola, sieht mich vor der offenen Türe stehen und meint, ich könne ruhig auch unter dem Vordach stehen. Ich verweise auf meine dreckigen Schuhe, er will mir zum Reinigen eine Flasche Mineralwasser geben, dass lehne ich dankbar ab. Darauf bringt er mir einen kleinen Schwamm 🧽 und mit dem bringe ich den grössten Schmutz weg. Danach  darf ich aufs Zimmer und kann die Elektro-Heizung 🔥👍 einschalten und warm duschen. Die ganzen Klamotten von heute sind zwar schon nass, müssen jetzt aber noch gewaschen werden. Als einziger Gast bekomme ich eine Pizza Calzone, aber nicht aus dem Ofen, sondern frittiert. Geschmacklich mal etwas anderes, aber das 🍺 dazu hat mir auch geschmeckt.

5/3/19Garmin: Colombarone – Castello

Etappe 34: Castelnuovo Val Tidone – Colombarone

Nach dem ausgezeichneten Frühstück, mit Bio-Joghurt, zwei selbstgemachten Brotsorten, Apfelkuchen, Linzertorte und anderen italienischen Süssigkeiten, verabschiede ich mich herzlich von Laura.

„a home away from home“

Zurück zur Kreuzung und dann steigt es gleich richtig an, als ich Castelnuovo Val Tidone verlasse. Ich bin bereits in Casotta, als von hinten ein Auto 🚗 kommt. Ich weiche aus und das Fahrzeug stoppt neben mir, es ist Laura, die mir meinen im Bad vergessenen Pilger-Anhänger, mein Souvenir aus 🇪🇸 Spanien, bringt. Ich bedanke mich herzlich bei ihr und bin 🍀 überglücklich,😃 schnell kommt der kleine Pilger zurück an seinen Platz.

Ich komme gut voran, passiere Corano, komme hinauf nach Albareto auf 287m. 10% Abstieg, bevor es dann wieder eine satte Steigung von 17% hinauf geht, da fährt mir der Google Street View Car 🚘 entgegen. Im nächsten Dorf, in Ziano Piacentino, mache ich nach 11km den ersten Halt für ☕️🍺 und Panino.

Nach der Pause für mich und den 🔋Accu, wandere ich weiter. Als ich oben in Montecucco ankomme, bewahrt mich das GPS vor der falschen Strecke, ich bin links anstatt rechts abgebogen. Bei 18km in Rovescala hat es in der Veccua Trattoria del Centro kein Cola, dann nehme ich das mir bekannte 🍋 Lemonsoda.

Immer weiter durch Weinberge, auf und ab, der Aufstieg steil hinauf nach Crosia schafft sogar mich. Eine kurze Pause auf der Steinbank tut not, dann laufe ich die restlichen 400m nach Montù Beccaria, wo ich eine grössere Pause einlegen will. Da mir die erste Bar nicht gefallen hat, laufe ich weiter, am Schluss des Ortes bereue ich den Fehler. Aber es kommt ja noch Vigalone mit Trattoria, nur diese ist geschlossen. Jetzt heisst es wieder aufsteigen, diesmal nach Canneto Pavese, von hier komme ich auf der Krete müde in Colombarone an.

Meine Unterkunft La Vecchia Cantina finde ich leicht. Daniela Maffioli macht erst die Registrierung und zeigt mir mein Zimmer mit Bad und erklärt mir, was ich morgen mit dem Schlüssel machen soll. Dann überlässt sie mir das Haus und geht ins Nebenhaus. Falls ich sie brauchen würde, gibt es dafür eine Gegensprechanlage.

Zum Nachtessen laufe ich die paar Meter zur Trattoria La Lorena, dort esse ich eine Pizza 4 Stagioni mit 🍷🍷zur besseren Nachtruhe. Der Himmel sieht nach Gewitter aus, doch hier bleibt es trocken.

5/2/19Garmin: Castelnuovo Val Tidone – Colombarone

Etappe 33: Piacenza – Castelnuovo Val Tidone

Ab heute wandere ich mit den Salomon SpeedCross 4, mit denen werde ich dann auch wieder beim Trailrunning unterwegs sein. Bei 12°C und blauen Himmel laufe ich ins Zentrum und folge brav dem Weg.

Durch die Fussgängerzone auf der Einkaufsmeile spaziere ich gemütlich aus dem schönen Piacenza.

Nun ist es ganz trivial, sechs Kilometer Veloweg praktisch immer geradeaus zum Fiume Trebbia. Dieser wird auf einem unter die Brücke gehängten Fussgänger-Steg überquert. Da wundert man sich erst, wieso die Brücke viel länger ist als der Fluss breit, aber das klärt sich aufgrund der Menge des Schwemmholzes von selbst auf.

Das Rätsel, welches Tier diese krächzenden Laute macht, ist gelöst. Heute habe ich einen Fasan und sein Weibchen erschreckt, beim flatterhaften Abflug tönte es dann genau so wie sonst versteckt aus dem Gras.

Entlang des Fiume Trebbia wandere ich auf geliebter Naturstrasse, dann kommt eine Aufschüttung, der Weg ist abgesperrt für Fahrzeuge, Fussgänger und Velofahrer können durch. Doch etwas später ist der Weg zu Ende, der Fiume Trebbia hat mit seinem Hochwasser die Strasse weggespült. Doch es wurde bereits eine alternative Strasse gebaut, nach der Kurve bin ich GPS mässig wieder auf dem richtigen Weg.

Nun nach 14km ist es an der Zeit für einen ☕️mit 🍺, da kommt mir Gragnano Trebbiense gerade rechtzeitig. Meine heutige Gastgeberin Laura, vom B&B Il Giardino di Laura, hat mich gestern per WhatsApp informiert, wo ich heute unterwegs etwas zu essen und trinken finden werde.

Da es noch zu früh ist fürs Mittagessen, wandere ich weiter nach Campremoldo di Sopra, wo ich die empohlene Trattoria Cervini an der Strecke entdecke. Nun ist 12 Uhr vorbei, die Zeit ist reif fürs Essen im Speisesaal. Nach dem guten Mittagsmahl wandere ich weiter, die Strasse ist schmal, die Autos leider breit, aber nach der Brücke über den Torrente Tidone kann ich auf eine andere, weniger befahrene Strasse wechseln.

Irgendwann kommt dann Mottaziana, ab jetzt laufe ich wieder auf Feld- und Wiesenwegen bis kurz vor Castelnuovo Val Tidone. Die Strada Provinciale 412R eignet sich nicht für Fussgänger, aber weit muss ich nicht bis zum B&B Il Giardino di Laura. Nach dem Klingeln werde ich eingelassen und von Laura ins Haus begleitet. Sie zeigt mir mein Reich, Zimmer mit eigenem Bad, und den Rest, Küche, Wohnzimmer und Veranda zur gemeinsamen Benützung mit anderen Gästen.  Dann bekomme ich noch einen ☕️ mit leckerem Apfelkuchen dazu.


Das Nachtessen nehme ich in der Birreria Santa Marta ein, die einzige Gelegenheit hier im Dorf.

Garmin: Piacenza – Castelnuovo Val Tidone

Etappe 32: San Nazzaro – Piacenza

Mein gestriges Nachtessen habe ich im empfohlenen Locanda Cittadella eingenommen. Wie immer war ich als Schweizer 🇨🇭 schon hungrig, als die Italiener 🇮🇹 noch ihre Aperitif-Zeit hatten. Das bedeutet: warten bis halb acht, vorher gibt es hier nichts zu essen. Beim Weissbier und Toastbrot mit Käse und/oder Schinken lässt es sich aushalten, bis man zu Tisch gerufen wird. Tagliatelle al Ragu, Filetto di Manzo, dazu crocchette di patate und ein Viertel vino rosso.

Es ist zwar kühl mit 8°C, aber ein strahlend blauer Himmel erfreut das Pilgerherz. Auf dem Damm wandere ich aus San Nazzaro und bekomme im feuchten Gras nasse Füsse.

So komme ich dem ersten Dorf Zerbio näher. Der Abstecher nach links lohnt sich nicht, die Bar ist geschlossen. Etwas später in Roncarolo das gleiche Problem, die Osteria Lo Spuntino ist noch geschlossen

Kurz darauf in Colombarolo direkt am Po, noch eine Gelegenheit, diesmal eine Strandbar, aber auch hier ist zu.

Nach knapp 11 Kilometer laufe ich unter der A21/E70 durch und bin in Fossadello. Gleich um die Ecke hat eine Bar offen, hier wieder freundliche chinesische Bedienung. ☕️Lungo dazu esse ich einen Pack Waffeln, den anderen nehme ich vorsichtshalber mit.

Ein Hirte mit vielen 🐑 🐑🐑🐑 🐑🐑🐑 🐑🐑🐑🐑🐑 🐑🐑🐑 🐑🐑🐑🐑🐑 🐑🐑🐑🐑 grasen die Wiese am Po Ufer ab.

Schon von weitem sieht man die elegante Hängeseilbrücke der Eisenbahnlinie über den Po, die Autobahn Brücke der A1/E35 ist dagegen banal.

Als ich in Mortizza ankomme, verfliegt meine Vorfreude auf ☕️🍺🍽🍷, das Restaurant ist geschlossen, doch ein kleiner Laden um die Ecke macht mir ein Panino. Jetzt bin ich froh, um das ausgiebige Nachtessen gestern Abend. Ich setze mich auf einen Stuhl beim geschlossen Restaurant und esse mein Panino, während sich mein iPhone 📱 sein Futter aus dem praktischen Powerbar🔋saugt.

Dann mache ich noch die letzten Kilometer in die Stadt. Dem Po entlang sehe ich erst Kieswerke, dann Chemie, dann eine Sportanlage. Bei der Po-Brücke, muss ich aufsteigen und laufe dann hinunter zum Monumento ai Pontieri. Jetzt bin ich in Piacenza, wieder ein UNESCO-Ort, auf der Via Camillo Cavour spaziere ich ins Zentrum zur Piazza dei Cavalli.

Die Zeit passt, ich laufe zum B&B Angela und bekomme von Angela mein Zimmer, kann duschen, Wäsche machen, Angela hängt die Sachen auf den Balkon an die Sonne. Gut habe ich nochmals nachgesehen, der Sportladen macht erst 15:30 Uhr wieder auf. So spaziere ich durch die schöne Altstadt und sehe mir Gebäude an. Das Kronos Museum ist am Nachmittag geschlossen, so spaziere ich weiter.

Bei der Basilica di Sant’Antonino treffe ich ein Luzerner Ehepaar, die sind während zwei Wochen mit 8kg 🎒und 10kg 🎒auf der Via Francigena unterwegs. Wir unterhalten uns über unsere Routen, und er findet es noch interessant, auf wenig begangen Wegen zu wandern. So gebe ich ihm die Homepage viapostumia.eu, damit er sich die Informationen später ansehen kann.

Schlussendlich bin ich immer noch zu früh, so trinke ich vis-à-vis einen ☕️ dazu ein Sablé. Auf meinen Zahlungsversuch reagiert der Wirt verzweifelt und muss draussen irgendwie Kleingeld auftreiben. In der Zwischenzeit ist es endlich 15:30h, der L‘altroSport, in Piacenza ist offen. Die überaus nette Verkäuferin im Parterre redet mit mir Englisch und verweist mich ins Sousol zu ihrem Chef, der nur Italienisch kann. Aber um ein Paar Salomon SpeedCross 4 UK 9.5 300g für €109.- zu kaufen, reicht mein Wortschatz aus. Somit kann ich meine zwei Jahre alten SCARPA heute Abend noch eliminieren. Diese haben mehr als 900km Wanderungen geleistet, wobei die vielen Kurzstrecken in der Schweiz nicht mit eingerechnet sind.

4/30/19Garmin: San Nazzaro – Piacenza