Etappe 9: Concordia Sagittaria 9 – San Stino di Livenza 

Frühstück gibt es in der Wohnung keines, Café kann ich mit der Maschine selber machen. Etwas essen sollte ich schon, denn soweit ich die Strecke überblicke, findet sich nichts, was auf Café, Bar oder Restaurant hindeutet. Es ist 8.10h als ich bei ⛅️ bedeckt 7°C die 20 Minuten zum Treffpunkt laufe. Gabriele hat inzwischen mein WhatsApp beantwortet. Ich soll nur weiter, da er durch das ausgiebige Sonntagsfrühstück Verspätung habe, er folge mir nach.

Dass es hier im Flachland weniger zu sehen gibt, war mir schon vorher klar, aber so ein fünf Kilometer langer gerader Feldweg bietet keine Abwechslung und ich bekam das Gefühl, einfach nicht vorwärts zu kommen. Bei einer Brücke mache ich einen kurzen Znünihalt  mit Crackers und Schokolade.

Zum Glück 🍀 verläuft die Wegführung meistens auf Wegen abseits oder parallel zu den Strassen. Dort ist es mangels Trottoir eher ungemütlich zu wandern. Nach gut 10 Kilometern sehe ich auf der anderen Seite der Brücke eine Bar. Da muss ich hinein und einen weiteren ☕️ mit Guetzli zu mir nehmen. Nun folgen weitere sechs Kilometer geradeaus, die einzigen Abwechslungen sind jeweils die flüchtenden Reiher. Als ich am Canale Malgher entlang laufe, fragen mich zwei Italiener aus, woher ich komme, wohin ich gehe und wie lange ich etwa dafür brauchen werde. Soweit mein Italienisch dafür reicht, gebe ich gerne Auskunft. Die zwei wünschen mir noch eine schöne Zeit und verabschieden sich.

Um die Mittagszeit bin ich bei der Kirche von San Stino di Livenza, da fallen ein paar Tropfen, aber nicht der Rede wert.

Kurz nach halb eins bin ich beim Hotel Da Gigi. Das Restaurant ist sonntags geschlossen, alles was ich finde ist eine 🛎 Klingel mit 📷 Video. Jemand meldet sich und erklärt mir, wie ich zur elektronischen Zimmerkarte komme. So kann ich hinein und im Zimmer meine Hausarbeiten machen.

Etwas später meldet sich Gabriele, er schläft im Ostello Green Station. Wir treffen uns erst auf ein Glas Weisswein und gehen später gemeinsam zum Nachtessen. Das vom Wirt vorgeschlagene Restaurant wird Renoviert und so gehen wir in die Pizzeria in der Nähe.

4/7/19Garmin: Concordia Sagittaria – San Stino di Livenza

Etappe 8: Latisana – Concordia Sagittaria

4/6/19Gestern Abend habe ich im Hotel Gabriele, einen Italiener aus Monza, kennengelernt und das Nachtessen mit ihm zusammen genossen. Wir sehen uns dann beim Frühstück wieder und schauen wie es sich zusammen läuft. Er geht über Ostern zurück zur Familie. 

 

Nach einer Stunde durchqueren wir San Michele al Tagliamento.

Kurz vor der Mittagszeit sind wir in Giussago, gehen in die Bar und bestellen bei Monica  ☕️☕️ Café und 🍺 Moretti rosso. Anschliessend wandern wir mit zu wenig Aufmerksamkeit der Strasse entlang und schon haben wir den gelben Pfeil für die Abzweigung verpasst, nun müssen wir etwas zurückgehen. Nach dem Militärgelände (NATO) könnte man eigentlich links abbiegen, aber es fehlt die Brücke dazu, die nächste ist 1km rechts von uns. Dies ergibt nach Adam Riese einen Umweg von 2 km. Wir zwei sind fit und kommen zügig voran. Kurz nach zwei Uhr erreichen wir den Etappenort Concordia Sagittaria. Im Zentrum befindet sich die Kathedrale mit dem Baptisterium aus dem 11. Jahrhundert.

Als wir nach der Besichtigung wieder herauskommen, erkundigt sich ein 🚴‍♂️ ob wir zwei Pilger seien. Als wir bejahen, dürfen wir zu dritt für ein Foto zusammenstehen, dieses schickt er (Paulo) dann per SMS an Andrea.

Danach verabschieden wir Paulo und Gabriele und ich nehmen zur Feier des Tages an der Bar noch einen 🥂 Prosecco. Später wird er von einer Bekannten abgeholt, und ich darf noch zwei Kilometer bis zu meiner Unterkunft, dem Casa di Ely, laufen, das sich draussen bei San Giusto befindet. Nachdem ich in der nahen Bar noch einen ☕️ getrunken habe, rufe ich vorsichtshalber an, es ist schon jemand Zuhause, und ich kann den Schlüssel 🔑 abholen. Die Besitzerin, Fiorella Bedin, zeigt mit die Wohnung (gut geheizt 😊) und erklärt mir die Kaffeemaschine und installiert das Pocket-WIFI.

Den Schlüssel 🔑 soll ich morgen früh in den Briefkasten werfen und zurück zum Pilgerweg laufen. Je nach Wetter kürze ich etwas ab, anstatt zurück in die Stadt zu laufen. Den Weg kenne ich bereits, weil ich zum Nachtessen im Restaurant Alla Torre, wieder dahin muss und retour ins Casa di Ely.

4/6/19Garmin: Latisana – Concordia Sagittaria

Etappe 7: Palazzolo dello Stella – Latisana

Das Schweizer Winterwetter hat es nicht bis hierher geschafft, der ❄️❄️❄️ Schnee blieb im Norden. Den Regen konnte niemand aufhalten,  jetzt ist es auch hier mehr als nass. Gegen Mittag soll es dann besser werden. Da muss ich halt gemütlich alles regendicht verpacken, dann die Regenjacke anziehen und bei ☔️10°C langsam „motiviert“ loswandern. Immerhin die Sonnencreme kann ich mir heute sparen, so hält die 50ml Flasche länger. Viele Fotos werde ich heute nicht machen. Dem Sensor geht es nämlich wie mir, er wird nicht so gerne nass.

Weil das Olistella etwas ausserhalb liegt, muss ich im morgendlichen Verkehrsstrom einen Kilometer an der schmalen Hauptstrasse entlang zum Stadtanfang zurück laufen. Ab dort fängt das Trottoir an und etwas später darf ich praktisch ohne Verkehr durchs Zentrum und über die Hängebrücke über den Fiume Stella marschieren. Nach den ersten vier Kilometern trinke ich einen ☕️ in Precenicco. Nachdem sich die Wolken 🌧etwas beruhigt haben, tropft es jetzt nur noch. Aber die Regenjacke auszuziehen, ist noch keine Option. Ab hier ist kulinarische Wüste bis nach Gorgo. Unterwegs habe ich bis auf ein paar Tiere (Hase🐰, Reh 🦌 und Reiher) niemanden gesehen. Die Verkehrstafel zeigt noch fünf Kilometer bis nach Latisana an, doch ich darf dem Fiume Tagliamento entlang wandern. So wird es wohl etwas mehr werden. Es ist bereits 11:30h, um diese Zeit darf man ein 🍺 bestellen.

Danach nehme ich die Schlussetappe unter die Füsse. Mein Weg geht dem Damm entlang, als es eine Möglichkeit gibt hinaufzusteigen, nutze ich diese und bin enttäuscht, weil ich kein Wasser sehe. Der Fiume Tagliamento fliesst weiter weg hinter den Büschen. Die Erläuterung für den hohen Damm finde ich in der Stadt auf einer Tafel. Normalerweise führt der Fluss 90 m³/s aber am 4.11.1966 waren es katastrophale 4.500 m³/s. Das Gras ist nass, bei der nächsten Gelegenheit laufe ich zurück zum Weg. Von der Ortstafel bis ins Zentrum von Latisana dauert es nochmals etwas. Beim Duomo finde ich mein Hotel Cigno, es ist Essenszeit, das Zimmer kann warten. Ich bestelle Primo: Gnochetti al Salmone; Secondo: Filetto di sogliola impanata und ein 🍺 dazu und lasse es mir munden.

Nach dem Zimmerbezug und der Hausarbeit sehe ich das draussen die Sonne ☀️ und ich geselle mich ungefragt zu ihr.

4/5/19Garmin: Palazzolo dello Stella – Latisana

Etappe 6: Porpetto – Palazzolo dello Stella

Bei Fabiano erhalte ich mein Frühstück um 7:30h, somit hätte ich eigentlich ausschlafen können, wenn ich nicht wieder so früh aufgewacht wäre wie gestern. Beim Frühstück erkundigt er sich zum Glück 🍀 nach dem Pilgerausweis, den hätte ich sonst vergessen vorzuzeigen. Er macht mir seinen speziellen Pilger-Stempel in den Ausweis. Gemäss Wetterbericht ist die Wahrscheinlichkeit, dass es regnet bei 45-35%. So packe ich den Regenschutz zuoberst ein, damit er bei Bedarf schnell zur Hand ist. Die Temperatur ist mit circa 14°C super, es ist stark bewölkt, als ich mich 8:30h von ihm verabschiede.

In San Giorgio di Nogaro trinke ich einen ☕️ dieser wird mir als Pilger, von einem Gast offeriert. Nach sechs trockenen Kilometern fängt es an zu tropfen, vorsichtshalber werden der Rucksack und ich vor dem ☔️ Regen geschützt.

Zwischen riesigen Weinbaugebieten wandere ich nach bis Carlino. Der fiume Zellina ist so glatt, man sieht gar keine 💦 Regentropfen im Wasser.

Danach wird es einsam, siehe Hinweis von Andrea: (10 km senza paesi, portare acqua)

Carlino / Friuli-Venezia Giulia / Italy - 4/4/19Nun laufe ich an endlos langen Ackerflächen vorbei, mit dem 🚜 Traktor ideal, weil man fast nie wenden muss. Da es heute windig und nicht so heiss ist, habe ich mehr als genügend Wasser dabei.

⚠️ 🐕⚠️ Auf der Strada Bosco Bando, Muzzana del Turgnano, vis-a-vis der grossen Solar-Anlage springt ein grässlich grosser dunkler Hund aggressiv bellend auf mich zu. Ich finde noch rechtzeitig eine Dachlatte und halte ihn damit auf Distanz. Solche Tiere gehören an die Kette oder müssen hinter Zäunen sein. ⚠️


Etwas später, als sich mein Puls wieder beruhigt hat, flüchtet ein Fasan so schnell davon, dass ich für ein Foto zu langsam bin. Um 13 Uhr bin ich am Zielort Palazzolo dello Stella. Petrus muss die 😇 Pilger lieben, das Wetter war bedeutend besser als die WeatherPro-Vorhersage mit orangem Warndreieck.

Nun habe ich Hunger und Durst. Doch das erste Lokal ist geschlossen, so suche ich das nächste Restaurant mit dem Namen Profumodivino auf. Es ist offen und die nette Kellnerin erklärt mir die  Menü-Auswahl extra langsam, für Italienisch-Anfänger. Ich nehme die Gnocchetti und das Scaloppine ai funghi, aufs Gemüse verzichte ich. Mir schmeckts 😋.

Danach muss ich mich nicht beeilen. Ich habe noch viel Zeit, bis ich die heutige Unterkunft, Agriturismo-Olistella, aufsuchen darf. Die Gastgeberin heisst Flavia

Garmin: Porpetto – Palazzolo dello Stella

Etappe 5: Aiello del Friuli – Porpetto

Nachdem ich gestern Abend überraschender- und netterweise einen Znacht erhalten habe, konnte ich mehr als gestärkt einschlafen. Claudia bringt mein ausgiebiges Frühstück um 7:30h in den Essraum. Danach verabschieden wir uns, und ich wandere bei bedecktem Himmel – warnendes Vorzeichen für morgen – weiter über Privano und überquere die A4. Ich laufe, begleitet von ein paar vereinzelten Regentropfen, an einem Baggersee vorbei in Richtung Palmanova.

Als ich dort ankomme, getraut sich die Sonne ☀️ hinter den Wolken hervor und beleuchtet das Stadttor, wo es für Fussgänger ein Lichtsignal hat. Dieses ist notwendig, damit man im der engen Stadtmauer nicht von den Autos erdrückt wird. Es sind noch ein paar Strassen zu überqueren, dann stehe ich einsam mitten auf der Piazza Grande, dieser riesige Platz hat seinen Namen wirklich verdient. Palmanova / Friuli-Venezia Giulia / Italy - 4/3/19Bis es Zeit ist fürs Mittagessen, spaziere ich noch etwas in der bemerkenswerten UNESCO Weltkulturerbe-Stadt umher. Bei einem anderen Stadttor verschaffe ich mir auf der Befestigungsanlage einen Überblick über die Landschaft.

Nach dem Mittagessen spaziere ich aus der Stadt, vorbei am Aquädukt, und laufe dann nach Bagnaria Arsa. Es ist sehr windig, als ich weiter nach Bordiga wandere. Die dunklen Wolken ☁️ ziehen zum Glück vorüber. Ab jetzt wird es sehr ländlich, grosse Äcker und Baumplantagen säumen den Weg. Am Waldrand hoppelt ein Hase 🐰 davon und mehrere Rehe 🦌🦌🦌machen etwas mehr Abstand.

Noch etwa drei Kilometer der SP113 entlang, dann bin ich in Porpetto, bei der heutigen Unterkunft. Im B&B Casa del Lauro, bei Fabiano Zaina. Er hat ein schönes altes Haus, das seit vielen Generationen in Familienbesitz ist. Er zeigt mir mein Zimmer mit privater Dusche/WC.


4/3/19Garmin: Aiello del Friuli – Porpetto

 

Etappe 4: Aquileia – Aiello del Friuli Via Postumia

Für den günstigen Preis im Ostello Domus Augusta gibt es am Morgen nur Café und Guetzli, dafür durfte ich das Badetuch €2.- gratis benutzen. Im Zimmer #103 sind drei Betten – für mich allein – und ein dazugehöriges Bad #103, das über den Flur erreichbar ist. Nun bleibt mir nichts anderes übrig als bei der Panetteria Sandrigo vorbeizuschauen, diese ist ab 6:30h schon offen. Nach dem ☕️🥐 laufe ich zur Basilika und starte meinen Pilgerweg.

Anfangs habe ich noch Mühe mit den gelben Pfeilen, die sind je nach vorhandenem Platz gemalt. Mal auf dem Boden, an der Wand, am Verkehrsschild oder wo es grad passt. Dies erfordert Aufmerksamkeit, bereits in Monastero muss ich etwas retour laufen, weil mir ein Zaun den Weg versperrt, nachdem ich an der richtigen Abzweigung vorbeigelaufen bin.

In Terzo d’Aquileia ist es mir nochmals passiert, aber dank der OutdoorActive-Map habe ich dann den richtigen Weg wieder gefunden.

Nachdem ich am Kanal ein paar Boote beobachtet habe, sitze ich nun in Cervignano del Friuli in der Hostaria al Porto und geniesse draussen mein 🍺 Menabrea mit Pommes Chips. Von hier bis Strassoldo war es weniger interessant, alles der Hauptstrasse SS352 entlang, dies wohl mangels Alternativen. Das alte Schloss war auch nicht so mein Ding, so habe ich mich etwas umgeschaut und bin dann zurück auf den Weg.

Weiter geht es, erst der Strasse entlang, dann über Feldwege nach Aiello del Friuli. Leider finde ich dort nicht Gescheites zu essen. So wandere ich weiter nach Joannis, wo ich fündig werde. Danach laufe ich die letzten Meter zum B&B La di Cesar, wo ich von Claudia und Ariel ihrem Bordercollie freundlich empfangen werde. Wie immer Hausaufgaben erledigen und den Blog fertig stellen. 

4/2/19Garmin: Aquileia – Aiello del Friuli

Etappe 3: Monfalcone – Aquileia Via Flavia

Bei Zimmer ohne Frühstück kann man am Morgen losgehen, wann man will. Nur wäre es angenehm, wenn es draussen irgendwo auch ein Restaurant oder Café für das Wichtigste am Morgen hätte. In der ersten Bar gabs nur Café und Berliner von gestern, auf die habe ich gerne verzichtet. Dafür konnte ich in der Bäckerei dann ein 🥐 Brioche posten, welches ich beim Wandern gegessen habe. Ab Bistringa musste ich auf der SS19 laufen bis nach der Brücke über den Fiume Isonzo. Ab dort ein langes Stück dem Fluss entlang auf dem Dammweg.

Der eingezeichnete Path von Ginata nach Balduca Comune di Fiumicello erwies sich als Fake bei Outdooractive Map. Weder auf der Topo-Karte noch auf OpenStreetMap ist ein Path eingezeichnet. Also musste ich der Strasse SS14 entlang wandern, denn es hat immer wieder Kanäle zur Bewässerung.

Nach 11 Uhr bin ich in San Lorenzo angekommen, ein Restaurant ist vorhanden. So bestelle ich mein 🍺 Bier.

Weit ist es nicht mehr, in der Ferne sehe ich schon die Basilika. Allerdings gibt es keinen direkten Weg, sondern ich muss im Zickzack auf Feldwegen laufen. Dann erreiche ich Aquileia und komme zur Porto Fluviale, wo einige Ausgrabungen sind. Der Weg führt direkt zur Basilika, mit den Fresken in der Krypta. Diese muss man unbedingt besichtigen. UNESCO Weltkulturerbe!

Auf den Campanile wollte ich wegen der Aussicht, die 126 hohen Stufen machten sich in den Beinen bemerkbar, aber es hat sich gelohnt.

Garmin: Monfalcone – Aquileia