Via Alpina E6 Lauterbrunnen – Griesalp

Samstag, 18. September

Es ist etwa 10°C als ich in Lauterbrunnen 803m starte. Die Sonne ☀️ scheint zwar,  aber erst oben in den Bergen. Im Tal unten ist es noch schattig und wird es eine Weile bleiben. Doch so im Kühlen lässt es sich gut aufsteigen. Der Anfang ist sehr steil, und die Stöcke unterstützen mich dabei sehr gut. Als ich bei einer Hütte einen Trinkhalt mache, springt ein Hund daher, sein Meister mit Trailschuhen und Rucksack kommt auch schon bald. Ich schliesse mich den Beiden an, doch das Tempo ist hoch, und ich verliere die zwei. Kurz darauf werde ich von einem Paar eingeholt, das mit dem Trailrucksack unterwegs ist, auch sie wollen heute noch zur Griesalp. Auch diese Beiden laufen schneller als ich mit meinem 6kg Rucksack und sind schon bald ausser Sichtweite. Bei Schwand ist die Original-Strecke wegen Hangrutsch gesperrt. Die markierte Umleitung erfolgt über die Station Winteregg, wo auch das Restaurant Winteregg 1502m ist. Mir ist noch nicht nach einem Stopp, so laufe ich ohne Pause zurück auf die Original-Strecke. Diese wäre eigentlich immer noch gesperrt gewesen, aber das sehe ich erst, als ich beim Übergang der Geleise rotweisse Bauabschrankungen umgehen muss. Jetzt laufe ich flach den Bahn Geleisen entlang und komme zum Bahnhof Mürren 1634m, hier mache ich an einem sonnigen Gartentisch Pause und stärke mich mit Nussgipfel und Cola. 

Auf dem Weg zur Spilbodenalp 1797m überhole ich vier junge Wanderer, die machen mir schön Platz. Dann höre ich ein rasches Geklapper und ein Trailrunner huscht an mir vorbei, weg war der im Nu. Nach der Alp steigt es recht an, und es sind hohe Naturstein-Stufen zu bewältigen. Später, oben beim Bryndli wird daraus ein schöner Trail, und ich kann etwas joggen. So überhole ich immer wieder Wanderer, die auch zur Hütte wollen. 

Bei der Rotstock-Hütte 2037m angekommen, bestelle ich eine feine Suppe und 5dl Ingwer-Zitronen-Sirup und lasse es mir schmecken. Die Sonne im Rücken trocknet das Leibchen und den Rucksack. Während ich mich der Suppe widme, tauchen langsam die Wanderer auf und suchen sich freie Plätze an den Tischen.

Der Weg zum Pass ist zwar nur etwa drei Kilometer lang, doch mit den noch ausstehenden 600 Höhenmetern dauert es seine Zeit. Bis zum Hundshubel auf 2300m ist der Weg noch nicht so steil, es geht sogar gut bis nach der Schneefeld-Überquerung. Doch dann wird es sehr steil und geht im Zick-Zack hinauf. Auf einmal sehe ich ein Paar, das Pause macht, ihre Bikes liegen im steilen Geröll. Der Schlussanstieg ist auf einer steilen Holztreppe, die Stufenhöhe ist nicht Immer SUVA konform und fordert ihren Tribut, heftig atmend komme ich auf der Sefinenfurgge 2612m an. 

Drei Via Alpina Wanderer fragen nach einem Foto vor dem Wegweiser, was ich gerne erledige. Danach gönne ich mir auf der Bank einen Trinkhalt und lasse die Beine etwas ausruhen für das, was noch kommt. Die Aussicht ist grandios, ein einzigartiger Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau bietet sich hier. 

Nach der Pause beginnt der steile Abstieg, erst sind es mehrere lange Treppen, wo ich die drei Wanderer ein- und überhole, dann folgt im Geröllfeld ein rutschiger Zickzack Weg. Weiter unten ist der Pfad mit Steinen durchsetzt, und ich muss aufpassen, wohin ich die Füsse setze um nicht hängen zu bleiben. Doch nun komme ich schnell voran. Nach zwei Kilometern bin ich beim Obere Dürreberg 2028m, ab hier ist es zum grossen Teil auf dem Fahrweg bis zum Golderli 1443m. Schon ist das Hotelzentrum am Gegenhang in Sicht. Die letzten Meter schaffe ich auch noch und dann bin ich am Tagesziel auf der Griesalp 1415m. Im Restaurant ist eine geschlossene Gesellschaft, so setze ich mich in den Selbstbedienungsteil im Garten. Das Mineral und das Quöllfrisch kann ich gleich mitnehmen, der garnierte Wurst-Käse-Salat wird mir später an den Tisch gebracht. 

Gemütlich an der warmen Sonne warte ich nun auf das letzte Postauto, das um 16:43 Uhr nach Reichenbach im Kandertal fährt. Gebimbel weckt mein Interresse und ich sehe einen Almabtrieb, erst kommne viele Schafe und beim zweite Mal sind es Schwarznasenschafe. Diese verursachen auf dem Weg noch unten, einen Verkehrstau, vor dem Tschingelsee kann das Postauto wieder fahren, der Chaufeur macht sein Bestes um die Verspätung wieder aufzuholen. Mit Erfolg, es reicht für den Anschlusszug nach Spiez wo ich die Nacht verbringen werde.

Garmin: Lauterbrunnen-Griesalp

Eigentlich wäre geplant gewesen nach Kandersteg zu fahren und am Sonntag dort weiterzumachen, Kandersteg – Adelboden und am Montag Adelboden – Lenk. Doch die Wettervorhersage für den Sonntag ist ausgesprochen schlecht. Eine Kaltfront kommt in die Schweiz und bringt verbreitet Niederschläge, die Schneefallgrenze ist von 2600 auf rund 2000 Meter sinkend. So warte ich auf eine gute Gelegenheit, die zwei fehlenden Etappen an sonnigen, trockenen Tagen nachzuholen.